Bad Buchau

Höchststrafe für Teenager nach Mord an Nachbarin

Zwei Jugendliche aus Bad Buchau sind wegen Mordes an ihrer Nachbarin zu zehn beziehungsweise sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 15-jährige Haupttäter die 26-jährige Frau bei einem Einbruch getötet hat. Das Motiv: Die Frau hatte die Teenager erkannt.

Knapp ein Jahr nach dem brutalen Mord an einer jungen Frau im oberschwäbischen Bad Buchau sind zwei Nachbarsjungen zu zehn beziehungsweise sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das hat das Ravensburger Landgericht am Freitag entschieden, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 15-jährige Haupttäter die 26-jährige Frau bei einem Einbruch getötet hat. Er bekam die höchstmögliche Jugendstrafe von zehn Jahren. Sein älterer Komplize wurde zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt, weil er die Bluttat nicht verhindert hat.

Die beiden Jugendlichen hatten am 15. April 2009 bei der Nachbarin Elektronikgeräte stehlen wollen. Die Frau überraschte die Nachbarsjungen dabei und erkannte sie trotz Gesichtsmasken sofort.

Der Prozess und auch die Urteilsverkündung haben unter Ausschluss von Öffentlichkeit und Medien stattgefunden. Die beiden Teenager hatten sich die Schuld an dem Tod der jungen Mutter eines Kleinkindes gegenseitig zugeschoben.

Das Gericht hielt jedoch den Widerruf des Geständnisses des 15-Jährigen, der bei der Polizei zunächst gestanden hatte, für eine „konstruierte Schutzbehauptung“, wie die Gerichtssprecherin sagte. Zeugenaussagen und Spuren am Tatort hätten bewiesen, dass der 15-Jährige der Frau mit einem Brecheisen den Schädel eingeschlagen habe.