Nach langer Fahndung

Fotolabor einer Drogerie überführt Pädophilen

Mitarbeiter eines Drogeriemarktes haben einen lange gesuchten Kinderschänder überführt. Der Mann hatte Fotos zum Entwickeln abgegeben, auf denen er ein Mädchen missbraucht. Der 67-Jährige war einschlägig bekannt, der Polizei aber immer entwischt. Auf den Bildern gab er nun selbst den entscheidenden Hinweis.

Der Mann wurde schließlich in Buxtehude im Landkreis Stade festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Mann vor drei Jahren ein damals siebenjähriges Mädchen sexuell missbraucht. Er wurde seitdem mit einem Haftbefehl gesucht, war aber immer wieder untergetaucht.

Die Angestellte einer Drogeriekette Rossmann gaben der Polizei nun den entscheidenden Hinweis. Sie entdeckten beim Entwickeln Fotos vom Missbrauch einer Zehnjährigen. Über die Bilder konnte die Polizei den Tatort und die Identität des Mannes ermitteln. Bei seiner Festnahme hatte der 67-Jährige zunächst flüchten wollen. Den eingesetzten sechs Beamten gelang es aber mit Hilfe zweier Polizeihunde, den Mann zu stellen. Er kam in Untersuchungshaft. Die Ermittler prüfen derzeit, ob der Mann für weitere Straftaten außerhalb von Buxtehude verantwortlich ist.

Es ist offenbar nicht der erste Fall von Kindesmissbrauch, den die Polizei mithilfe von Fotolabors lösen konnte. „So etwas kommt nicht selten vor“, sagt Stephan-Thomas Klose, Pressesprecher von Rossmann dem „ Hamburger Abendblatt “. In Bochum sei kürzlich auf gleiche Weise ein Päderast aufgeflogen. Das passiere, wenn ein aufmerksamer Mitarbeiter verdächtige Bilder entdeckt, während sie zum Schneiden über die große Rollen laufen, zitiert das Blatt den Sprecher weiter.

„Aber das ist natürlich ein sensibles Thema“, sagt Klose. Es sei nicht leicht zu entscheiden, „ob jemand einfach nur seine Kinder nackt fotografiert hat oder es sich um pornografische Bilder handelt.“