Loveparade

Schuld wird geklärt - ohne Schaller und Sauerland

Gut ein halbes Jahr nach der Loveparade in Duisburg ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt 16 Personen. Sie sollen verantwortlich für das Unglück sein. Bürgermeister Sauerland und Veranstalter Schaller sind nicht dabei.

Knapp ein halbes Jahr nach dem Unglück bei der Duisburger Loveparade mit 21 Toten stehen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt vor dem Abschluss.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt nun gegen insgesamt 16 Mitarbeiter und Beamte der Stadt Duisburg. Darunter sind elf Mitarbeiter der Stadtverwaltung, vier von der Veranstalter-Firma Lopavent und einer von der Polizei. Gegen sie sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet worden, wie die Behörde am Dienstag in Duisburg mitteilte.

Gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wird nach Informationen aus Justizkreisen nicht ermittelt. Auch gegen den Chef der Veranstalterfirma Lopavent, Rainer Schaller, werde kein Verfahren eröffnet.

Die Namen der 16 beteiligten Personen nannte die Staatsanwaltschaft aber nicht. "Wir kommentieren das nicht“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg, Oberstaatsanwalt Rolf Haferkamp. Auch zum Zeitraum bis zu einer möglichen Anklageerhebung wollte sich Haferkamp nicht äußern.

Laut Staatsanwaltschaft arbeiten weiterhin mehr als 80 Ermittler an der Aufklärung der Katastrophe. Bislang wurden demnach mehr als 2100 Menschen vernommen: 1300 Loveparade-Besucher und sonstige Zeugen, 236 Polizisten, 351 Feuerwehrleute und Rettungskräfte, 215 Mitarbeiter des Veranstalters und von Sicherheitsdiensten sowie 39 Beschäftigte der Stadt Duisburg.

Während der Loveparade am 24. Juli war an einem überfüllten Zugangstunnel eine Massenpanik ausgebrochen. 21 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt.