Zu viel Wasser

Hochwasser stoppt Schiffsverkehr auf der Elbe

Das Hochwasser auf der Elbe ist so hoch gestiegen, dass Schiffe nicht mehr unter den Brücken hindurchpassen. Der Verkehr ist zwischen Tschechien und Sachsen-Anhalt und teilweise auch in Brandenburg eingestellt. Die Lage in der Mark entspannt sich vorerst nicht.

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Die Schifffahrt auf der Elbe zwischen Tschechien und Sachsen-Anhalt ist wegen Hochwassers eingestellt worden. Überall seien die beschiffbaren Höchstwasserstände überschritten, sagte der Leiter des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg, Friedrich Koop, am Montag. Zuletzt habe es im Jahr 2006 eine vergleichbare Situation gegeben. Das Wasser stehe so hoch, dass Schiffe durch Brücken nicht mehr fahren können.

Koop sagte, bis Mittwoch werde nicht mit einer Entspannung gerechnet. Im tschechischen Usti nad Labem seien die Pegelstände noch erhöht. Auch an den Messstellen des Flusses auf deutschem Gebiet seien die Werte im zweistelligen Zentimeterbereich höher als noch am Sonntag.

Am Pegel in der Elbe im brandenburgischen Wittenberge seien am Montag 6,19 Meter gemessen worden, hieß es – die Schifffahrt sei nur bis 6,10 Meter möglich. „Und 7,20 Meter drohen“, sagte Koop. „Nach den Prognosen erwartet uns ein langandauernder Hochwasserscheitel.“

Die Schifffahrtsunternehmen werden über den nautischen Informationsfunk über die aktuelle Lage auf dem Laufenden gehalten. Von der Einstellung des Verkehrs seien die Kapitäne nicht überrascht worden. „Sie waren bereits seit einigen Tagen vorgewarnt“, sagte Koop.

Ordnungsamt hält Deichtouristen fern

Auch die Lage an der Schwarzen Elster mit der Hochwasseralarmstufe vier ist weiter angespannt. Die höchste Stufe galt am Montag von der Kreisgrenze Oberspreewald-Lausitz bis zur Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Auch hier ist davon auszugehen, dass die Situation noch bis Mitte der Woche kritisch bleiben wird, teilte das Landratsamt in Herzberg (Elbe-Elster) mit. Erst dann könnten die strapazierten Deiche entlastet werden – bislang hätten sie gehalten.

Den Angaben zufolge waren am Vormittag rund 200 freiwillige Feuerwehrleute damit beschäftigt, Sicker- und Schadstellen an Deichen zu reparieren und zu stabilisieren. Die Polizei hatte am Wochenende ihre Kontrollen verstärkt, um Deichtouristen und Spaziergänger fernzuhalten. Ein Stab im Ordnungsamt der Kreisverwaltung sei rund um die Uhr im Einsatz.

An Oder und Spree entspannte sich die Lage dagegen weiter. Auf Feldern – zum Beispiel im Landkreis Oder-Spree – waren allerdings noch große Pfützen beziehungsweise kleine Teiche zu sehen.