Eifel

Forscher entdecken weitgehend intakte V1-Rakete

Eine weitgehend intakte V1-Rakete aus dem Zweiten Weltkrieg ist bei Hillesheim in der Eifel entdeckt worden. Auf der acht Meter langen Rakete sitze noch der Gefechtskopf mit 600 Kilogramm Sprengstoff, teilte die Aufsichtsdirektion in Trier mit. Die Entschärfung der "Wunderwaffe" soll nun stattfinden.

Dazu soll der Fundort weiträumig abgesperrt und gesichert werden. Für die Entschärfung wird mit einer Dauer von drei Tagen gerechnet. Die Entschärfer müssen vorsichtig vorgehen, da der in der Rakete enthaltene Sprengstoff vom Typ Amatol als gesundheitsgefährdend gilt.

Für die Bevölkerung bestehe aber keine Gefahr, da der Fundort „recht weit abseits liege“. Auch eine Evakuierung werde nicht nötig sein, da die nächste Bebauung rund einen Kilometer entfernt sei. Um keine Schaulustigen anzulocken, wurden von der ADD zunächst keine genaueren Angaben zur Lage der Rakete gemacht.

Gefunden wurde das Geschoss aufgrund eines Hinweises von einem Zeitzeugen. Dieser habe in den letzten Kriegstagen im Frühjahr 1945 beobachten können, wie die Rakete herabstürzte, aber nicht explodierte. Der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz habe auf diesen Hinweis hin die Gegend untersucht und die Rakete genau an der von dem Zeugen bezeichneten Stelle gefunden. Für Montag hat die ADD in Hillesheim eine Pressekonferenz zum Verlauf der Entschärfungsarbeiten angekündigt.

Die von den Nationalsozialisten als „Wunderwaffen“ propagierten Raketen vom Typ V1 und V2 wurden ab 1944 meist in Richtung London abgeschossen. Viele erreichten ihr Ziel jedoch nicht, sondern stürzten auf deutschem Gebiet wieder ab.

Erst in der vergangenen Woche waren ebenfalls in der Eifel bei Bauarbeiten in der Stadtmitte von Prüm die Überreste einer völlig demolierten V1 gefunden worden.

( dpa/cor )