Selbstmordgefahr

Josef Fritzl steht unter verschärfter Beobachtung

Nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft steht der Inzesttäter Josef Fritzl wegen Selbstmordgefahr unter verschärfter Beobachtung. Die Überwachung sei „engmaschiger gezogen" worden, sagte der stellvertretende Leiter der Justizanstalt von Sankt Pölten, Erich Huber-Günsthofer.

Nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft steht der Inzesttäter Josef Fritzl wegen Selbstmordgefahr unter verschärfter Beobachtung. Die Überwachung sei „engmaschiger gezogen“ worden, sagte der stellvertretende Leiter der Justizanstalt von Sankt Pölten, Erich Huber-Günsthofer.

Selbstverständlich gebe es eine Suizidprävention. Mehrere Psychologen haben inzwischen gewarnt, dass Fritzl wegen seiner abnormen Persönlichkeit und seines extrem ausgeprägten Machttriebs nach der Verurteilungen stark selbstmordgefährdet sei.

Bei dem verurteilten Fritzl habe er eine „gewisse Erleichterung“ festgestellt. Dem 73-Jährigen sei ein Psychiater zur Seite gestellt worden, sagte Huber-Günsthofer. Dieser habe bereits am Donnerstag die Urteilsverkündung verfolgt und unmittelbar danach ein Gespräch mit Fritzl geführt. Er selbst habe ebenfalls mit dem Verurteilten gesprochen, sagte Huber-Günsthofer. Fritzl habe die erste Nacht nach dem Urteil aber „gut überstanden“.

Fritzl war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht verfügte seine Einweisung in eine geschlossene Anstalt. Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth 24 Jahre lang in einem Kellerverlies gefangengehalten und unzählige Male vergewaltigt. Er zeugte mit ihr sieben Kinder. Eines von ihnen starb kurz nach der Geburt, weil es nicht ärztlich versorgt wurde.

Die Kleinstadt Amstetten zeigte sich erleichtert über den Schuldspruch. „Das ist es, was wir uns erhofft hatten“, sagte Bürgermeister Herbert Katzengruber. „Ein düsteres Kapitel in der Geschichte unserer Stadt ist nun abgeschlossen.“

In Amstetten steht das Haus, in dessen Keller der Täter seine Tochter und die mit ihr gezeugten Kinder fast ein Vierteljahrhundert lang festhielt.

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( AFP/AP/dpa/cor )