Wettlauf gegen die Zeit

Luftraumschließung erschwert eilige Organtransporte

Auch der Transport von Herzen, Lebern und anderen Spenderorganen ist durch die Schließung des Luftraums in weiten Teilen Europas erschwert worden. „Das ist schon eine Herausforderung, wenn kein Flieger geht und nur noch Blaulicht-Transporte auf der Straße möglich sind", sagte Axel Rahmel von Eurotransplant.

Allerdings sei es bei einem so weitgehenden Ausfall des Luftverkehrs wie jetzt nicht immer möglich, Patienten streng nach ihrem Platz auf den Wartelisten mit Spenderorganen zu versorgen. „Es gibt für solche Fälle international abgestimmte Regeln“, sagte Axel Rahmel von Eurotransplant.

„Wenn die Zeit nicht ausreicht, um ein Organ sicher zu einem weiter entfernten Transplantationszentrum zu bringen, müssen zwangsläufig Patienten in der näheren Umgebung vorgezogen werden“, berichtete der aus Deutschland stammende Kardiologe.

Für den Transport eines Herzens stünden beispielsweise zwischen der Entnahme und dem Einsetzen nur etwa vier Stunden zur Verfügung. Bei einer Leber seien es zwischen acht und zwölf, bei einer Niere mehr als 24 Stunden, wobei die Zeiten je nach Alter und körperlicher Verfassung des Organspenders variieren.

Allein seit Donnerstagabend seien mit Unterstützung von Eurotransplant knapp 60 Organe von 20 verstorbenen Spendern vermittelt und transportiert worden – darunter Nieren aus den Niederlanden und eine Leber aus Belgien in den Osten Deutschlands.

Die 1967 gegründete Stiftung Eurotransplant hat ihre Zentrale in der Universitätsstadt Leiden. Sie vermittelt Organspenden in und zwischen ihren sieben beteiligten Staaten: Deutschland, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Kroatien.

Alle Transplantationszentren und Krankenhäuser dieser Länder, in denen Spenderorgane entnommen oder eingesetzt werden, arbeiten mit Eurotransplant zusammen.

„Wir verfügen natürlich über Erfahrungen mit Ausfällen im Luftverkehr", sagte Rahmel. „Zum Beispiel bei anhaltendem Nebel, aber dass so viele Flughäfen gleichzeitig geschlossen sind wie jetzt, haben auch wir noch nicht erlebt.“

( dpa/cor )
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