Fahndung

Phantombild des mutmaßlichen Maddie-Entführers

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: AP

Auf der Suche nach der verschwundenen Madeleine ist ein neues Phantombild mit dem mutmaßlichen Entführer des kleinen britischen Mädchens veröffentlicht worden. Das Bild zeigt einen Mann, den eine Zeugin als "sehr hässlich" beschrieben hatte. Er soll narbige Haut und eine lange Nase haben.

Zwei Jahre nach dem Verschwinden der kleinen Madeleine ist ein neues Phantombild eines mutmaßlichen Entführers des britischenMädchens veröffentlicht worden. Das Bild zeigt einen Mann, den eine Zeugin als „sehr hässlich“ beschrieben hatte. Er soll das Appartement in dem südportugiesischen Badeort Praia da Luz beobachtet haben, aus dem Madeleine McCann spurlos verschwunden ist. Die Zeichnung basiert auf Aussagen einer britischenTouristin, die ebenfalls in dem Ort war.

Demnach soll der Mann narbige Haut und eine lange Nase haben. Sie habe ihn zweimal bei der Ferienanlage gesehen, bevor Maddie verschwand, gab die Zeugin an. Er sei schlank gewesen und habe normale Kleidung getragen. „Ich habe meine Tochter an die Hand genommen und sie an mich gezogen, weil er mich aus irgendeinem Grund aus der Fassung gebracht hat“, sagte die Zeugin.


Zwei weitere Zeugen – ein zwölf Jahre altes Mädchen und ein Mann aus England – berichteten ebenfalls, vor dem Verschwinden Madeleines mehrmals einen verdächtigen Mann bei dem Appartement gesehen zu haben. Unklar war, ob es sich um den selben Mann handelt, der auf dem Phantombild zu sehen ist. Die neuen Zeugenaussagen stammen aus einer TV-Dokumentation, die am Donnerstag ausgestrahlt werden sollte.


Madeleine verschwand am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus demFerienappartement, während ihre Eltern beim Abendessen in einem Tapas-Restaurant waren. Auf ihrer verzweifelten Suche nach Madeleine hatten die McCanns erst am Wochenende neue Bilder von ihrer Tochter veröffentlicht und erneut unter großem Medienrummel um Hinweise gebeten. Nach einem Auftritt in der US- Talkshow von Oprah Winfrey gingen hunderte Anrufe bei ihnen ein, darunter auch 30 Hinweise auf mögliche Sichtungen von Madeleine.

Für die Suche haben die McCanns nun auch zwei pensionierte britische Polizisten engagiert. Diese hoffen, dass ihnen die insgesamt fünf Sichtungen eines verdächtigen Mannes Aufschluss über das Mysterium um Maddie geben. Bereits zu Beginn der Ermittlungen hatten Zeugen angegeben, einen Mann gesehen zu haben, der ein Mädchen auf dem Arm getragen habe. Einer der Ermittler, Dave Edgar, kritisierte, dass die portugiesische Polizei die jetzt bekanntgewordenen Angaben offenbar nicht weiter verfolgt habe. Die Polizei hatte auch die Eltern als Verdächtige erklärt, dann aber im vergangenen Juli die Ermittlungen ergebnislos eingestellt.

In der TV-Dokumentation des Senders Channel 4 spricht die Mutter Kate McCann von ihrer Hoffnung, durch die neue Welle der Aufmerksamkeit mehr Informationen zu bekommen: „Wir hoffen, dass irgendjemand, der irgendwas weiß, auf einmal den Mut und das Mitgefühl hat und sich meldet.“ Madeleine würde am kommenden Dienstag ihren sechsten Geburtstag feiern.

( dpa/gr )

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos