Fahndungserfolg

Mutmaßlicher WM-Killer stellt sich auf Mallorca

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Foto: dpa

Der wegen eines Doppelmordes gesuchte Holger B. aus Hannover hat sich der Polizei gestellt. Seine Flucht verlief über Mallorca.

Auf der Ferieninsel Mallorca ist die Flucht für den mutmaßlichen Doppelmörder zu Ende. Der 42 Jahre alte Deutsche, der in Hannover zwei Italiener nach einem Streit über Fußball getötet haben soll, stellte sich den spanischen Behörden.

Die Polizei in Hannover bestätigte am Mittwoch Berichte mallorquinischer Online-Medien. Demnach soll sich der Frührentner einem spanischen Untersuchungsrichter auf Mallorca offenbart haben. Dieser habe dann die deutschen Behörden informiert.

„Wir hatten frühzeitig Hinweise darauf, dass sich der Verdächtige Richtung Mallorca abgesetzt hatte“, sagte Hannovers Polizeisprecher Heiko Steiner. Daraufhin seien die Ermittlungen mit Hochdruck dorthin geführt worden.

Spanische Medien berichteten, der Gesuchte habe sich in der Wohnung seines Stiefvaters in Palma versteckt. Dieser habe ihn dazu überreden können, zur Polizei zu gehen. Vor dem Untersuchungsrichter soll der 42-Jährige sich schuldig bekannt haben.

Der Frührentner hatte nach derzeitigem Ermittlungsstand die durchgehend geöffnete Kneipe im Rotlichtviertel nach dem Streit mit den beiden Italiener zunächst verlassen, um Geld abzuheben. Dabei wurden von ihm Aufnahmen von einer Überwachungskamera gemacht. Anschließend kehrte der Mann zurück und schoss beiden Opfern in den Kopf.

Während ein 47 Jahre alter italienischer Koch kurz nach der Tat starb, erlag sein 49 Jahre alter Landsmann, ein Pizzabäcker, Stunden später in einer Klinik seinen Verletzungen.

Bei dem Streit ging es um die Anzahl der WM-Titel von Deutschland und Italien. Auf seiner Flucht warf der Schütze die Tatwaffe in einen Müllcontainer. Offenbar hatte der Deutsche noch am frühen Morgen ein Flugzeug nach Mallorca erwischt, ehe die Polizei seine Identität ermittelt hatte und ihn dort festnehmen konnte.

„Wir haben keine Zweifel, dass der Verdächtige schnell nach Deutschland ausgeliefert wird“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, Irene Silinger. Schließlich sei der Mann mit einem europäischen Haftbefehl wegen zweifachen Mordes gesucht worden.

Zuständig für die Auslieferung ist der Nationale Gerichtshof (Audiencia Nacional) in Madrid. Die deutsche Anklagebehörde wirft dem 42-Jährigen Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen vor. Zudem soll er aus Mordlust gehandelt haben, weil er seine Opfer sterben sehen wollte. Eine Augenzeugin berichtete, dass eines der Opfer auf den Knien um sein Leben gefleht habe.

( dpa/lk )

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