Entführung

Kaliforniens Justiz gibt Fehler im Fall Dugard zu

Justizbeamte sprachen bei einer Überprüfung des vorbestraften Sexualtäters mit seiner Gefangenen. Doch sie erkannten die Lage nicht.

Die kalifornische Justiz hat in einem Bericht zum Entführungsfall von Jaycee Lee Dugard schwere Fehler zugegeben. Demnach hatten Beamte mit dem Entführungsopfer Kontakt, bevor dieses nach 18 Jahren Gefangenschaft und sexuellem Missbrauch im vergangenen August entdeckt wurde. Wie die „Los Angeles Times“ berichtete, sprachen Justizbeamte mit der jungen Frau und ihrer älteren Tochter, lange bevor das Verbrechen aufflog.

Die Zeitung beruft sich auf den veröffentlichten Bericht der kalifornischen Behörden. Aus ihm geht hervor, warum sich der bankrotte Bundesstaat kürzlich zu einer Entschädigung von 20 Millionen Dollar (etwa 16 Millionen Euro) für Dugard bereiterklärt hatte. Die heute 30-jährige Dugard war mit elf Jahren von dem vorbestraften Sexualtäter Phillip Garrido und seiner Frau Nancy entführt und bis zu ihrer Rettung im August 2009 sexuell missbraucht worden. Garrido ist der Vater von ihren heute 12- und 15-jährigen Töchtern.

Wie die Justiz jetzt bekennt, hatten Beamte bei ihrer Überprüfung von Garrido auch mit Dugard und der älteren Tochter gesprochen. Sie schöpften aber keinen Verdacht und gingen der Identität der jungen Mutter und ihrer beiden Kinder nicht weiter nach. Das Ehepaar Garrido hatte die Entführte und später auch ihre Kinder in einem Zelt in ihrem Garten untergebracht.

( dpa/ jl/tma )

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos