USA

Klinik des toten Abtreibungsarztes Tiller schließt

Foto: AP

Nach dem Mord an Abtreibungsarzt George Tiller sollte seine Klinik eigentlich wieder eröffnet werden. Doch daraus wird nichts. Seine Familie erklärte die "endgültige Schließung" der Einrichtung in seinem Heimatort Wichita. Damit verbleiben in den USA noch zwei Kliniken, die Spätabreibungen vornehmen.

Nach dem Mord an dem bekannten Abtreibungsarzt George Tiller schließt dessen Klinik im US-Bundesstaat Kansas. Das gaben die Angehörigen des Mediziners am Dienstag in einer Erklärung bekannt. Zunächst hatte die Familie erklärt, dass die Einrichtung in Tillers Heimatort Wichita nach einer kurzen Trauerzeit wieder öffnen solle. In einer Mitteilung erklärten sie über ihre Anwälte nun jedoch die „endgültige Schließung“ der Klinik.

Der 67-jährige Tiller war am 31. Mai am Eingang einer Kirche in Wichita erschossen worden. Ein Verdächtiger sitzt in Haft. Gegen ihn wurde bereits Anklage erhoben. Tiller war einer der wenigen Ärzte in den USA, die noch Abtreibungen im letzten Schwangerschaftsdrittel vornehmen.

In den meisten Bundesstaaten sind Spätabtreibungen nur erlaubt, wenn die Gesundheit der Mutter durch die Schwangerschaft in Gefahr ist. Nun führen nur noch zwei Kliniken in den USA diese Eingriffe durch.

Tiller gehörte zu den umstrittensten Abtreibungsärzten der USA. Wie die "New York Times“ online berichtete, war bereits 1993 ein Anschlag auf ihn verübt worden. Damals habe er Schussverletzungen in beiden Armen erlitten.

Der Arzt nahm dem Bericht zufolge seit den 1970er Jahren Abtreibungen vor. Regelmäßig hätten Abtreibungsgegner vor seiner Klinik, aber auch vor seinem Privathaus und seiner Kirche demonstriert, hieß es.

( AFP/fp )

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