"Unser Star für Oslo"

Ganz schön frech, Lena Meyer-Landrut!

| Lesedauer: 4 Minuten
Uwe Felgenhauer

Lena Meyer-Landrut hat ihre schriftlichen Abiturprüfungen hinter sich gebracht. Jetzt stürzt sich Deutschlands Hoffnung auf ein gutes Abschneiden beim Eurovision Song Contest wieder in die Öffentlichkeit. Den Anfang macht sie beim NDR-Magazin "Das!". Moderator Hinnerk Baumgarten hatte kein einfaches Interview vor sich.

Eins wollte Lena Meyer-Landrut gleich mal klarstellen. ”Hast du mich gerade gesiezt?“

Niemals wolle sie gesiezt werden, in ihrer Schule duzten sich Lehrer und Schüler, und das gilt auch für Hinnerk Baumgarten, Moderator des NDR-Magazins ”Das!“.

Also nix Frau Meyer-Landrut, sondern nur Lena, wie sich unser Star für Oslo auch als Künstlerin fortan nur noch nennt. Den anderen Part, den als Schülerin, die gerade Abi macht, hat sie jetzt größtenteils hinter sich. So ”mittel“ seien die Abi-Klausuren gelaufen, meinte Lena. Zu optimistisch wollte sie nicht sein, es könnte ja eine böse Überraschung geben.

Nur noch die mündliche Prüfung ist offen, und so hat Lena nun endlich Zeit, ihr Debütalbum ”My Cassette Player“ aufzunehmen. Tatsächlich jetzt erst? Auch Moderator Baumgarten zeigte sich etwas überrascht, schließlich kommt das Werk am 7. Mai in den Handel. Ja, ”das muss jetzt fix gehen“, bestätigte die Buchmacher-Favoritin auf den Sieg in Oslo – ohne dabei aber irgendwie gestresst zu wirken.

Ganz im Gegenteil: Spontan, schlagfertig, selbstbewusst, aufgeschlossen, herzerfrischend. All die Adjektive, mit denen das brünette Phänomen aus Hannover gemeinhin beschrieben wird, trafen auch auf den ”Das!“-Auftritt zu.

Eine schwere Last auf den Schultern wegen der nationalen Verantwortung beim Eurovision Song Contest, wie Hinnerk Baumgarten mutmaßte? Von wegen, ”alles ziemlich easy“, so Lena.

Dabei gibt sich die Schülerin gar nicht immer nur obercool, sondern gewährt auch Einblicke in ihr Gefühlsleben. Etwa wenn sie ihre zunehmende Popularität mitunter arg merkwürdig findet. In Ordnung ist es für sie, wenn Fremde sie auf der Straße ansprechen oder ein Foto mit ihr machen wollen. Aber dann gibt es auch solche ”Fans“, die ohne ein Wort ”einfach Fotos schießen oder filmen, was ich gerade mache“. Das findet Lena ”komisch“.

Eine andere Situation, von der sich die Chartstürmerin verwirren ließ, trat neulich in einer Disco auf. Lena tanzte, und plötzlich legte der DJ ”Satellite“ auf. ”Damit konnte ich gar nicht umgehen.“ Oder der Empfang in Hannover beim Bürgermeister nach ihrem Sieg bei ”Unser Star für Oslo“: Der war laut Lena ”eigenartig, viel und groß“. Solche Eingeständnisse nach mehr als 300.000 verkauften Tonträgern (Platin-Status) ihres Songs für das vor 120 Millionen Fernsehzuschauern steigende Spektakel in Oslo sind es, die Lena so authentisch machen.

Eigentlich wollte die angehende Abiturientin – Lieblingsklamotten: Baggy Pants und Schlabberpullis – im Sommer ”ein bisschen reisen“ und im Herbst ein Schauspielstudium beginnen. Letzteres muss nun erst einmal warten.

Denn zunächst macht das deutsche Fräuleinwunder 2010 Musik. Obwohl Lena keine Noten lesen kann, kein Instrument spielt und Musik als Schulfach längst abgewählt hat. Das Singen habe sie vom Hören gelernt und so mache sie es auch heute noch, wenn irgendwo ein neues Lied gespielt wird.

Noch vier Wochen bis zu ihrem 19. Geburtstag, noch fünf Wochen bis Oslo. Über ihr Privatleben wird der neugierige Lena-Fan wohl auch in dieser Zeit wenig bis nichts erfahren. Etwa ob sie einen Freund habe, worauf Lena gern erwidert, sie sei schon achtmal zwangsverheiratet gewesen. ”Das bin ich so oft gefragt worden“, sagte sie bei ”Das!“ – und beantwortete die Frage natürlich wieder nicht.

Im Fernsehen allerdings findet die Lenamania schon bald ihre Fortsetzung. In der Nacht auf den 7. Mai stellt ProSieben ihr Debütalbum ab 0.30 Uhr in der Sondersendung ”We Love Unser Star für Oslo Lena“ vor, Songs aus dem Album sind dann auch täglich vom 10. bis 13. Mai in Stefan Raabs ”TV Total“ zu hören. Außerdem ist Lena am 7. Mai in der ”NDR Talkshow“ zu Gast und am 8. Mai bei ”Schlag den Raab“. Am gleichen Abend soll sie auch bei der ARD-Show ”Frag doch mal die Maus“ zu sehen sein.

Und wie wird der Abend beim Eurovision Song Contest ablaufen? Lena überlegt lange, dann sagt sie: ”Das ... weiß ich nicht.“ Und nach einer kurzen Pause: ”Naja, zwölf Milliarden, tausendfünfhundertachtundsiebzig Interviews, essen, trinken, was man so macht, und dann singen.“

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