Lange Wartezeiten

Berliner fordert Nummerngirls in Behörden

Foto: picture-alliance/ dpa

Zur Überbrückung von drögen Wartezeiten in Behörden hat ein Berliner Spaßvogel einen Katalog von Vorschlägen vorgelegt. Er schickte ihn an die Petitionsausschüsse aller deutschen Landtage und forderte darin u.a. Nummerngirls und -boys auf den Fluren der Verwaltungen. Der Thüringer Petitionsausschuss hat nun geantwortet.

Der Berliner fordert in einem Schreiben an die Petitionsausschüsse aller deutschen Landtage „ein Ende der nervenden, verblödenden Warterei auf unseren Behördenfluren“. Seine angehängte Wunschliste reicht von Magazinen und Getränkeautomaten über Bastelräume, Swimmingpools und Spielautomaten ohne Geldeinsatz bis zu Bühnen mit Showeinlagen dafür freigestellter Beamten. Der Thüringer Petitionsausschuss hat nun mit leiser Ironie geantwortet.

Ein Beauty-Salon, ein Erotikkino und ein Bordell für Frauen und Männer könnten für den Fragesteller das Angebot abrunden. Für Sportfreunde sollten Klettermöglichkeiten an der Fassade geschaffen und Rennstrecken durchs Haus markiert werden, so der Vorschlag des Berliners. Statt kalten Automaten mit Nummer-Zetteln könnten Nummerngirls und -boys die Reihenfolge bestimmen. Der aktuelle Zustand der Aufenthaltsräume mit unbequemen Stühlen und schmucklosen Wänden sei auf jeden Fall nicht mehr akzeptabel.

Der Thüringer Petitionsausschuss machte sich die Mühe einer Antwort. Die Abgeordneten äußern darin den „leichten Verdacht, dass Sie Warteräume in Behörden mit einem Freizeitpark verwechseln“. Behörden mit breitgefächerten Freizeitangeboten müssten selbstverständlich Eintritt erheben, um sich nicht der Wettbewerbsverzerrung schuldig zu machen oder gegen das Gebot sparsamer Haushaltsführung zu verstoßen. „Dieser Vorwurf zöge sicherlich weitere – berechtigte – Petitionen nach sich.“

Der Ausschuss kommt zu dem Schluss, dass die Wartezeiten meist so kurz sind, dass sie „kein ausuferndes Freizeitangebot rechtfertigen“. Getreu dem Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ sollten sich die Behörden deshalb auf „eine bürgerfreundliche und bürgernahe Verwaltung beschränken“.

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