Tiere

Polizisten fahren absichtlich Hund auf der A1 tot

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Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb / dpa

Tierschützer gehen auf die Barrikaden: Polizisten haben wieder einen Hund auf einer Autobahn überfahren – und zwar mit Absicht. Der umherirrende Schäferhund musste sterben, weil er sich auf der A1 nicht einfangen ließ. Den Beamten soll deshalb keine andere Wahl geblieben sein.

Polizisten haben erneut einen Hund auf der Autobahn mit Absicht überfahren. Das Tier sei eine Stunde lang im Autobahnkreuz Lübeck herumgeirrt, sagte Polizeisprecherin Jana Kralisch aus Ratzeburg und bestätigte einen Bericht der „Lübecker Nachrichten“. Die Polizei sperrte die Autobahnen A 1 und A 20 und versuchte vergeblich, den herrenlosen Schäferhund einzufangen. Schließlich fuhren ihn Beamte mit einem Streifenwagen tot.

Um zu verhindern, dass Menschen bei einem Unfall zu Schaden kommen, habe es keine andere Möglichkeit gegeben, sagte Kralisch. Bereits in der Neujahrsnacht 2010 hatten Polizisten bei Ahrensburg einen auf der Autobahn herumlaufenden Hund gezielt überfahren.

„Die Beamten haben wirklich alles versucht, aber der Hund war völlig verschreckt, ließ sich weder locken noch einfangen. Ein Jagdpächter, der bereit gewesen wäre, den Hund zu erschießen, war nicht zu erreichen, so dass den Kollegen vor Ort kein anderes Mittel blieb“, schilderte Kralisch den Vorfall, der sich bereits am Sonntag ereignet hatte. Der Halter des Tieres ist bislang unbekannt. „Der Hund hatte keine Tätowierung, keinen Chip und trug auch kein Halsband“, sagte Kralisch.

Tierschützer hatten das Vorgehen der Polizei als „Wildwest-Methode“ kritisiert. Diesen Vorwurf wies die Sprecherin des Landespolizeiamtes, Jessica Wessel, zurück. „Die Beamten haben korrekt gehandelt. Es ging darum, auf stark befahrenen Autobahnen mögliche Gefahr für Menschenleben abzuwenden. Die Verantwortung trägt letztlich der Hundehalter, der auch für die Schäden haften muss, die sein Tier anrichtet“, stellte sie klar.

Mit dieser Begründung hatte die Polizei auch der Besitzerin des am 1. Januar getöteten Hundes eine Rechnung für den beschädigten Streifenwagen geschickt. Das sorgte für Empörung in der Öffentlichkeit. Zu der Frage, ob auch der Besitzer des totgefahrenen Hundes eine Rechnung für den Einsatz bekommt, machte die Polizei keine Angaben.

( dpa/kami )

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