Findelkind

Mutter setzt Neugeborenes im ICE aus

Ein gerade einmal eine Woche altes Mädchen ist von einem Schaffner in einem ICE bei Basel entdeckt worden. Das Kind lag in der Wiege vor der Zugtoilette. Reisende hatten noch die weinende Mutter beim Aussteigen beobachtet, die ihr Kind offensichtlich bewusst im Zug zurückgelassen hat.

Die Behörden nehmen an, dass das dunkelhaarige, drei Kilo schwere und 51 Zentimeter große Mädchen aufgrund seines Aussehens aus Ost-Russland, der Mongolei oder Kasachstan stammt. Oberhalb des Steißbeins hat es einen sogenannten Mongolenfleck, ein typisches Muttermal bei Menschen aus der Region.

Das Mädchen wurde am Mittwochabend kurz nach 17 Uhr auf der Fahrt von Basel zum Badischen Bahnhof entdeckt. Das eine Woche alte Kind lag in einer Baby-Wiege, die im Gang eines Waggons vor der Toilette abgestellt worden war, wie das Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt mitteilte. Die Suche nach einer für das Kind verantwortlichen Person blieb zunächst ergebnislos.

Die Behörden gehen deshalb davon aus, dass das Baby bewusst ausgesetzt wurde. Das Mädchen erfreue sich guter Gesundheit. Einem Mitreisenden sei aufgefallen, dass beim Halt des Zuges im Bahnhof in Basel eine Frau geweint und in slawischer Sprache ein Telefongespräch geführt habe. Kurz vor der Abfahrt des Zuges sei die Frau ausgestiegen. Wenig später sei von einem Zugbegleiter das verlassene Baby entdeckt worden. Von der Frau fehlte jede Spur.