Brasilien

Mehr als 70 Tote nach Regenflut im Raum Rio

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Foto: AFP

Im Großraum Rio de Janeiro sind bei heftigen Regenfällen und Erdrutschen mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen. Viele weitere werden noch vermisst. Brasiliens Präsident Lula da Silva machte die Baubehörden für die Opfer verantwortlich: Sie hätten die Bebauung stark erdrutschgefährdeter Gebiete geduldet.

Nach anhaltenden schweren Regenfällen im Großraum der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind bei Überschwemmungen mindestens 77 Menschen ums Leben gekommen. 20 weitere Menschen galten nach mehr als 17-stündigem, unablässigem Regen im Südosten des Landes am Dienstag laut offiziellen Angaben als vermisst. Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva machte jahrelanges Missmanagement der Baubehörden für die vielen Opfer verantwortlich.

Nach Angaben des Zivilschutzes starben aufgrund der Regenfälle allein in Rio mindestens 26 Menschen. Schwer betroffen waren demnach die dichtbesiedelten Viertel im Norden der Millionenmetropole. In den östlichen Vororten Niteroi und Sao Goncalo kamen 23 Menschen unter anderem in Folge von Erdrutschen ums Leben. Die Behörden des Bundesstaats Rio de Janeiro mit seinen 16 Millionen Einwohnern warnten vor möglichen weiteren Opfern.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes rief alle Einwohner auf, zu Hause zu bleiben. Zahlreiche Straßen im Stadtzentrum seien durch die Fluten unpassierbar, warnte Paes. Die Schulen blieben am Dienstag geschlossen, ebenso die meisten Geschäfte, Büros oder Bankfilialen. Vielerorts herrschte Chaos.

Die Behörden hätten zu lange die Entstehung immer neuer Viertel ohne Baugenehmigungen geduldet, sogar in den Hügeln um Rio de Janeiro, die als stark erdrutschgefährdet gelten, sagte Lula im brasilianischen Rundfunk. Der Präsident kündigte an, künftig höhere Baustandards durchzusetzen. Nun allerdings „können wir nur zu Gott beten, dass er den Regen ein wenig zurückhält“, sagte Lula.

Der Regensturm hatte am Montagabend inmitten des Berufsverkehrs eingesetzt. Der Inlandsflughafen Santos Dumont in Rio de Janeiro wurde für zwei Stunden geschlossen. Am Dienstagmorgen konnten die Flugzeuge wieder starten und landen, viele von ihnen jedoch mit Verspätung. Auch am internationalen Flughafen Galeao-Carlos Jobim lief der Betrieb, wenn auch mit Verzögerungen.

( AFP/cn )

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