Wetterchronologie

Lieber Winter – Jetzt reicht es uns mit Dir!

| Lesedauer: 18 Minuten

Er ist kalt, dreckig, und aufhören will er auch nicht: Auch im März hat der Winter Deutschland fest im Griff. So langsam geht einem das kalte Grauen auf die Nerven. Aber versprochen: bald wird's auch irgendwann Frühling. Und dann kann man über diese Winter-Geschichten nur noch lachen.

Im Dezember war das ja noch schön: Weiße Dächer, weiße Straßen, weiße Bäume. Sogar in der Hauptstadt blieb aller Schmutz unter der gefälligen Decke. Kinder stapften mit roten Wangen und seligem Blick durch die Parks, erstaunlich viele Erwachsene schauten verklärt gen Himmel. Sie ahnten ja nicht, was da noch kam. Und vor allem: wie lange es kommen würde. Dann kam das Tief

"Daisy“. Und es war nur der Anfang

Glätte. Unterarm, Schulter, Kreuzband, Wadenbein, Oberschenkelhals. Lauter heikle Stellen am menschlichen Körper, deren Wert die Deutschen jetzt viel besser kennen. Danke, Glatteis. Den Rentner Matthias Ripp aus Hamburg traf es besonders hart.

Der 73-Jährige fiel hin, ging wegen Schmerzen im Steiß zum Arzt. Auf dem Nachhauseweg stürzte er zum zweiten Mal, brach sich Handgelenk und Unterarm. Ein paar Tage später ging Ripp einkaufen, was sicher unklug war, denn er fiel noch mal auf die Straße, nun war auch das Fußgelenk kaputt.

10.000 Knochenbrüche wurden allein in Berlins größter Unfallchirurgie behandelt, rund ein Drittel mehr als 2009. Die Krankenkassen rechnen vor, dass fünf Prozent der Deutschen in diesem Winter einen Sturz mit Prellungen oder Knochenbrüchen hatten, im Norden waren es gar doppelt so viele.

Prompt ließen die Kassen den Patienten hinterhertelefonieren, wo genau sie gestürzt waren, um Regressforderungen an Hausbesitzer zu stellen. Nun gab es zwei prominente Problemlösungen. Hamburgs Bürgerschaftspräsident Berndt Röder wies derart nachdrücklich auf das Glatteis in seiner Straße hin, dass die Stadtreinigung in einer Nacht gleich drei Mal ausrückte, um heldenhaft den Missstand zu bekämpfen. Die Straße war dann befreite Zone, Röder musste zurücktreten.

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit erweckte den Eindruck, als kümmerte ihn das Eis auf den Gehwegen wenig. Als er in Neukölln eine Moschee besuchte, musste er die Schuhe ausziehen, was das Geheimnis seines sicheren Auftretens enthüllte. Wowereit trug Spikes. Kunden, die bei Amazon diese Gehhilfe kauften, haben übrigens auch häufig das Buch „Die 50 besten Fett-Killer“ bestellt.

Grund für die Kältewelle war und ist eisige Luft, die aus dem Norden, aus der Arktis, zu uns dringt. Meteorologen drücken das so aus: Derzeit liege eine negative arktische Oszillation vor, und die sei sehr stark. Damit ist der Luftdruckgegensatz zwischen dem Polargebiet und unseren gemäßigten Breiten gemeint.

Negativ ist er, wenn am Nordpol hoher, bei uns aber niedriger Luftdruck herrscht, was logischerweise durch einen Wind von Nord nach Süd zum Ausgleich strebt. Und der bringt wortwörtlich arktische Kälte mit sich. Die arktische Oszillation war in diesem Winter stärker als die nordatlantische, die in den 80er- und 90er-Jahren meist unser Wetter bestimmte und mit ihren mäßig temperierten Westwinden für weniger warme Sommer und weniger kalte Winter sorgte, sodass wir schon dachten, wir könnten nie wieder Ski fahren. Inzwischen sind unsere Winter wieder erheblich kälter geworden.

Nichts geht mehr nach Hiddensee

Mit dem Treibeis ist das so eine Sache. Wenn die Schollen auf der See schunkeln und sanft gegeneinanderschlagen, entsteht sogenanntes Pfannkucheneis: runde, am Rand leicht hochgebogene Platten, die das graue Meer weiß sprenkeln.

Bei Sonnenuntergang ist das sehr hübsch anzuschauen. Anders ist es, wenn starker Wind das Treibeis zu einem dicken Panzer zusammenpresst: Dann verschwinden plötzlich ganze Verkehrs- und Versorgungswege.

So geschehen Ende Januar in der Ostsee, zum besonderen Leidwesen der Insel Hiddensee mitsamt ihren 800 Bewohnern und etwa 100 Urlaubern.

Die Eisbrecher kapitulierten, die von der Außenwelt Abgeschnittenen bangten, die Lebensmittel wurden ebenso knapp wie das Heizöl. Die Bundeswehr richtete eine Luftbrücke ein. Ein paar waghalsige Einheimische entschieden sich für den zweistündigen Fußweg über das Eis und markierten ihre Route für nachrückende Reporter mit Reisigzweigen.

Zehn Tage währte der Ausnahmezustand, bis der Tonnenleger „Görmitz“, ein eigens dafür ausgestattetes Spezialschiff, den Hafen Vitte erreichte und die Insel endlich wieder durch eine Fahrrinne erreichbar war. Heute will man von den eisigen Tagen auf Hiddensee nichts mehr wissen: „Bi uns scheint de Sünn“, heißt es auf der Homepage der Insel im ungerührten Dialekt der Mecklenburger, „öfters as över Land.“

Verkehrschaos

Eine Chronik in Überschriften:

"Verkehrschaos nach Schnee in Berlin“ („Tagesspiegel“, 17.12.),

"Erster Kältetoter und Hunderte Unfälle“ (Bild.de, 17.12.),

"Tief ‚Daisy' bringt dem Norden ein Verkehrschaos“ (Berliner Morgenpost Online, 10.01.),

"In drei Schichten gegen das Verkehrschaos“ („Berliner Morgenpost“, 26.01.),

"Lkw rammt Brücke, Busse bleiben stehen“ (Hamburger Abendblatt Online, 03.02.),

"Obacht! Heute Verkehrschaos in der Innenstadt!“ („Bild München“, 06.02.),

"Verkehrschaos an Wasserturmschule bleibt Ärgernis“ („Ostsee-Zeitung“, 26.02.),

"Schneewalze sorgt für Verkehrschaos“ („Bild“, 06.03.),

"Rückkehr des Winters löst Verkehrschaos aus“ („Tagesspiegel“, 07.03.),

"Deutschland, ein Winter-Horror“ („Berliner Kurier“, 07.03.),

"Alle Räder stehen still“ („Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 12.03.).

Bahnchaos

Ausweichen auf die Schienen? Irgendwo im Lande, vermutlich nahe Bielefeld, im Januar. In einem sogenannten Intercity-Express. Es gab mal diesen Spruch, der stammte nicht von Nachwuchssozialisten aus Berlin-Dahlem, sondern aus den Anfängen der Marketingabteilung der Deutschen Bahn. Er ging so: Alle reden vom Wetter. Wir nicht. An diesen Spruch erinnert sich im Waggon 42 niemand mehr.

Nach einer Phase engagierter Empörung hat fatalistisches Schweigen eingesetzt. Der Waggon steht, der ganze Zug steht. Ein Kind läuft durch die Gänge, es kräht: „Warum sind wir nicht mit dem Auto gefahren?“

Die Mutter kräht: „Weil Papa gesagt hat, wir stehen dann im Stau.“ Papa sagt nichts. „Stehen wir jetzt nicht im Stau?“, sagt das Kind.

Es war kein guter Winter für die Bahn. Da waren die Strecken, die geräumt werden mussten. Gerissene Oberleitungen. Die kaputten ICEs, die der Kälte nicht standhielten.

Die ungewollte menschliche Nähe in den überfüllten Waggons. Die Regionalzüge, die gleich vollends in Schneeverwehungen stecken blieben. Dass das selbst dem Orientexpress mal passierte – ein schwacher Trost.

Wissenschaftlich gesehen

Nicht nur Deutschland, fast ganz Europa zitterte monatelang vor ungewöhnlicher Kälte, der größte Teil der USA und Chinas ebenso. Und dennoch waren die letzten beiden Monate global gesehen außerordentlich warm, der Januar sogar der wärmste seit 32 Jahren.

Die Durchschnittswerte wurden während unserer eisigen Wintermonate durch einen sehr heißen Sommer auf der gesamten Südhalbkugel in die Höhe getrieben, von Australien über Afrika bis Südamerika. Diese Angaben müssen wir – ausnahmsweise – nicht als Alarmismus der Klimapropheten ansehen.

Sie stammen auch von der Universität in Huntsville/Alabama, die sich von dem Klimarummel eher distanziert. Die Forscher des Instituts führen die hohen globalen Durchschnittstemperaturen denn auch nicht auf den Treibhauseffekt, sondern auf einen starken El Nino zurück: eine Anomalie im System der Meeresströmungen.

So ein El Nino heizt im Rhythmus von sechs, acht Jahren die Region im östlichen Pazifik in den Monaten um Weihnachten herum sehr stark auf und beeinflusst darüber das Wetter auf der ganzen Welt, vor allem auf der Südhalbkugel. Eines fällt auf: Die Rekordhitze wurde diesmal gerade von den größten Warnern vor der Klimakatastrophe eher verhalten gemeldet.

Offenbar hatte der eine oder andere von ihnen Angst, sich inmitten unserer Kältewelle, vor allem aber wegen der vielfachen Übertreibungen bei den Klimagefahren, die jüngst ans Licht kamen, lächerlich zu machen.

Stimmungslage. Liebe blondierte Frau mit der problematischen Hochsteckfrisur auf der Königsallee, Düsseldorf: Häme ist kein feiner Charakterzug. Es ist nicht nett, zu lachen, wenn andere Menschen angesichts von Glätte auf den Po fallen.

Aber vielleicht ist auch daran das Wetter schuld, es fördert charakterliche Abgründe zutage. In Rheinland-Pfalz verdrosch ein 65-Jähriger seinen Nachbarn mit der Schneeschaufel, weil der ihm Schnee gegen die Hauswand schippte. Der drosch, nebenbei, zurück, Resultat: zwei kaputte Schneeschaufeln.

Die Stimmung im Land ist nicht die beste, das sagt auch eine aktuelle Umfrage: Gut die Hälfte der Deutschen ist vom Winter genervt, im Norden sind es noch mehr. Und wer seine Wut nicht ausagierte, richtete sie offenbar nach innen: Gut 20 Prozent der Norddeutschen fühlen sich nach den vergangenen drei Monaten richtiggehend depressiv.

Auch wenn Wetter und Klima zwei paar verschiedene Winterschuhe sind: Die eisigen Temperaturen haben in den letzten Monaten durchaus symbolische Bedeutung erlangt.

Man könnte sagen, sie passen zum neuen Zeitgeist. Das Stakkato der schrillen Alarmmeldungen über die Klimaerwärmung, den Hitzekollaps der Erde und alle nur erdenklichen Folgekatastrophen, das seit dem warmen Winter 2007 über uns kam, ist seit dem Dezember 2009 leiser geworden.

Streusalz

Als alle glaubten, das Ende sei nah, da kam Rettung aus Südamerika. Mitte Februar machte sich die „Norasia Bellatrix“ aus Chile auf den Weg, ein Schwerlastfrachter von über 280 Meter Länge, beladen mit 60000 Tonnen Salz aus den Salinas Grandes unweit der Pazifikküste.

Und Deutschland, fast schon erstickt unter einer zentimeterdicken Eiskruste, atmete auf. Denn die Bergleute in deutschen Salzbergwerken konnten schuften, so viel sie wollten: Es reichte hinten und vorn nicht. In Bernburg an der Saale, wo der Salzhersteller Esco sein größtes Werk unterhält, arbeiteten 400 Mann seit Ende Dezember im Dreischichtenbetrieb.

Und auch wenn sie täglich Hunderte von Waggons mit Salz befüllten, war das noch lange nicht genug. Im aufgeregten Berlin wähnte man sich auf eine mehrere Quadratkilometer große Rutschbahn versetzt und forderte einen „Eisgipfel“. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) rief gar nach einer „nationalen Salzreserve“, und bevor jemand die Ausgabe von Salzmarken oder eine Blauhelm-geschützte Salzzentrale fordern konnte, begann man im hanseatisch gelassenen Hamburg damit, die Salzreserven einfach mit Rollsplitt zu strecken.

Das auch aus purer Geldnot, denn der Preis der knappen Ware hatte sich binnen Kurzem von den üblichen 50 Euro pro Tonne auf 300 Euro versechsfacht. Und wenn dann nicht irgendwann Hilfe aus Chile gekommen und das Schlimmste überstanden gewesen wäre, hätten wir sie vielleicht noch gesehen: eine riesige Spekulationsblase, blendend weiß wie reines Salz.

Wirtschaft

Wetterfrösche wissen viel, wenn auch nicht immer das Richtige, aber das weiß der Wetterbericht ja auch nicht. Vor allem wissen sie fast immer eine Antwort.

Herr C. ist der Wetterfrosch von Kreuzberg, Berlin, Kioskbesitzer und der Erste, der in seiner Straße morgens wach ist. Er steht dann vor der Tür seines Ladens, raucht und beobachtet den Himmel. Um dann drei, vier Stunden später, wenn die Straße erwacht, mit den Zeitungen seine Vorrausage für die nächsten Tage zu verteilen.

So war das zumindest bisher. Irgendwann im Februar ist er verstummt. Man könnte denken, wegen des immergleichen Wetters. Aber so war es nicht. Herr C. war sauer, denn er war sicher, dieser Winter treibt ihn in den Ruin.

Käme ja keiner mehr. Könne ja keiner mehr, sagt er, bei der Kälte, bei der Glätte. Es ist ihm kein Trost, aber er steht nicht alleine da. Der Einzelhandel florierte nicht. Verzweiflung herrscht auch bei den Versicherern – von Körpern, Autos, Häusern. Etliche private Räumdienste sind pleite, sie hatten vor dem Winter Pauschalen vereinbart. 0,3 Prozent des Bruttosozialproduktes im ersten Quartal, so eine vorsichtige Schätzung, könnte dieser Winter gekostet haben.

Flora und Fauna

Die Vögel hat es sehr kalt erwischt. Zum Beispiel die nichts ahnenden Zugvögel, die dieser Tage zurückkehren. Normalerweise finden sie ihr Futter in Parks und Wäldern. Da dort aber noch Bodenfrost regiert, sind auch keine Würmer und Artgenossen zu finden.

Auch die ein oder andere Pflanze hat keine Chance. Schneeglöckchen und Primeln – erfroren. Dieser Winter ist nichts für Empfindsame. Die weniger Empfindsamen aber schützte die Schneedecke sogar vor allzu großer Kälte. Es besteht also Hoffnung.

Etwa für den Spargel, wie es gerade von kompetenter Seite hieß. Zwar wird der definitiv später geerntet werden – an ein Ostern mit Spargel sei etwa nicht zu denken. Auch das hat natürlich mit den weiterhin gefrorenen Böden zu tun. Mit anderen Worten: „Da tut sich in Sachen Vegetation beim Spargel überhaupt nichts. Das ist, wie wenn wir Männer ins kalte Wasser gehen, da gibt es gewisse Parallelen.“ Sagt Frieder Zimmermann, der Sprecher der Landwirtschaftskammer. Herr Zimmermann empfiehlt: Geduld.

Schlaglöcher

Wenn es die viel zitierte „Tücke des Objekts“ im Wortsinn gibt, dann muss es wohl der Haarriss sein. Diese oft nur unter dem Mikroskop erkennbare Folge von Materialermüdung ist eine Geißel der modernen Zivilisation, ob sie nun nach übermäßiger Belastung am Körpergelenk auftritt, an Treibstofftanks, an Brückenpfeilern – oder eben auf Straßen.

Dort sind die Folgen schnell für jedermann zu besichtigen, die Wunden des Winters sozusagen. Denn wenn Wasser in die feinen Risse im Asphalt eindringt und gefriert, sprengt es sich den zusätzlich benötigten Platz einfach frei.

So werden aus Rissen Spalten, und aus Spalten werden Schlaglöcher. Der laufende Verkehr tut dann ein Übriges, um aus kleineren Schlaglöchern riesige Schlaglöcher zu machen. In Deutschland, dessen Straßennetz mit 400.000 Kilometern die Strecke von der Erde bis zum Mond knapp übertrifft, sind die Schäden vielerorts zu besichtigen.

So auch in thüringischen Ort Niederzimmern, dessen Bürgermeister dann einfach Schlaglöcher für 50 Euro pro Stück versteigerte, um auf diese Weise die Neuasphaltierung zu finanzieren. Bis Redaktionsschluss waren es 111 verkaufte Löcher, also immerhin 5550 Euro. Oder, mit anderen Worten: 0,0000002 Prozent der 25 Milliarden, die nach Expertenmeinung für die Sanierung des deutschen Gesamtstraßennetzes nötig wären. Wir sagen: Weiter so!

Hoffnung

Wer meint, nach so einem harten Winter dürften wir zur Belohnung auf ein mückenfreies oder doch wenigstens mückenarmes Jahr hoffen, wird enttäuscht werden.

Mücken könnten noch ganz andere Temperaturen überleben. Die Vorstellung, die grazilen und so zerbrechlich anmutenden Tiere würden sich im Winter ungeschützt den rauen Verhältnissen aussetzen, ist doch allzu naturromantisch.

Mücken suchen sich geschützte Plätze, wenn es geht, in etwas temperierten Kellern, Dachböden, Scheunen oder Ställen. Sie können aber auch problemlos in tiefen Baumritzen in einer Art Kältestarre die Wintermonate verbringen.

Die meisten Insekten überleben solche Temperaturen übrigens in allen Lebensphasen, ob als Ei, Puppe, Larve oder fertiges Individuum.

Einigen von ihnen, Zecken und Spinnen zum Beispiel, hat die Evolution sogar eine Art Frostschutzmittel im Blut angedeihen lassen. Für sie alle war die durchgehende Kälte auch eher von Vorteil, weil sie nicht durch zwischenzeitliche Warmphasen aus ihrer Winterruhe geweckt und zu unnötigem Energieverbrauch veranlasst wurden. Warm-kalt-Wechsel wären tödlich. Zum Vergleich: Dem überaus warmen Winter 2006/07 folgte ein vergleichsweise mückenarmer Sommer.

Wird's besser, wird's schlimmer?

Und wo bleibt der Frühling, wird's irgendwann Sommer? Zwar sind Bauernregeln teilweise erheblich besser als ihr Ruf. Einige – wenige – haben Trefferwahrscheinlichkeiten bis zu 80 Prozent.

Doch leider trifft dies auf keine Regel mit einem Lostag im März zu. Grundsätzlich neigt die Wetterlage zur Trägheit. Und weil in den vergangenen Monaten die Luft eher aus den eisigen Nord- oder Ostrichtungen kam, spricht manches dafür, dass es zunächst so bleibt. In den wärmeren Jahreszeiten aber bringen diese kontinentalen Einflüsse eher heiße, trockene Luft.

Im Gegensatz zu „Westlagen“ vom Atlantik her, die zu allen Zeiten für mäßige und feuchte Zeiten sorgen.

Noch lässt uns die Großwetterlage hoffen: Zwischen einem Hochdruckgebiet im Nordwesten von uns und einem Tief im Nordosten kommt der Wind nach wie vor aus nördlichen Richtungen, weil sich ein Hoch mit und ein Tief gegen den Uhrzeigersinn dreht. Leider aber scheint der Wind ein wenig nach Nordwesten zu tendieren.

Aus Richtung Island kam aber fast noch nie gutes Wetter. Meteorologen sagen für heute Schmuddelwetter voraus, zur Wochenmitte könnte es besser werden. Den Rest warten wir ab. Im Wissen, dass es im April meist drunter und drüber geht.

Von Holger Kreitling, Ulli Kulke, Felix Müller, Jennifer Wilton

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