Modeltalk bei Günther Jauch

Germany’s next Medienprofi heißt Sara Nuru

Am Wochenende hatte Uli Hoeneß gegen Günther Jauch noch ausgeteilt. Die Einladung ins "Stern TV"-Studio schlug er aber aus. Jauch sprach dafür mit Topmodel Sara Nuru. Die zeigte, dass sie mehr kann als modeln. Nach fünf Monaten im Medien-Business wirkt sie schon abgeklärt.

„Gefälligkeitsjournalist“ hatte Bayern-Manager Uli Hoeneß vergangenes Wochenende "Stern TV"-Moderator Günther Jauch beschimpft. Grund für den Zorn: Jauch hätte dem ehemaligen Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann eine zu gute Plattform für Angriffe auf die Führungsriege des FC Bayern geboten.

Stern TV" wollte diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen - und lud den beleidigten Wurstfabrikanten kurzerhand ein. Auch Hoeneß sollte genug Platz zum Stänkern eingeräumt werden. Doch der Manager sagte ab. Als Ersatz für den Wurstfabrikanten, holte Jauch ein Mannequin ins Studio. Statt Deftigem gab es dann ein bisschen allzu Süßes.

Sara Nuru, Pro Siebens derzeitiges next Topmodel, durfte gegenüber Günther Jauch Platz nehmen. Gegen 21.000 Kandidatinnen hatte sie sich durchgesetzt, fünf Monate Zickenkrieg haben ihr das Lächeln nicht vergehen lassen. Sie ist jetzt mehrere hunderttausend Euro reicher, war auf Hawaii und in Los Angeles. Sie weiß jetzt, dass man vom Inline-Skaten einen knackigen Hintern bekommt und ist medial so abgeklärt, dass sie selbst aggressive Fragen einfach weglächeln könnte.

Bis vor kurzem lag ihr öffentliches Bild in der Willkür der Producer von Germany’s Next Topmodel. Ihr vermeintlicher Charakter war ein zusammengeschnittenes Kunstprodukt, das sich in Story und Dramaturgie der Sendung einfügen sollte. Doch wer gestern hoffte, nun etwas mehr über die wahre Sara Nuru zu erfahren, der wurde enttäuscht.

Vor "Stern TV" wusste man, was sie gerne isst (Sushi und Semmelknödel) und hatte genaue Kenntnis über ihren Brustumfang (80 Zentimeter). Man wusste, dass ihre Mutter jeden Mittwoch im Wohnzimmer sitzt und dort über einer Gasflamme Kaffeebohnen röstet. Nach der Sendung war man auch nicht viel schlauer. Sara Nuru hatte 15 Minuten absolut eloquent geredet, ohne dabei viel zu sagen.

Kein Zweifel. Sara Nuru ist natürlich, ihr Lächeln ist echt. Doch eigentlich gibt das Model nicht viel Preis. Es sind die üblichen Phrasen, die sie sendet. Sie alle sagen: Damit habe ich nicht gerechnet, aber ich bleibe trotzdem auf dem Boden. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Sternchen, nimmt man ihr es ab. Weil es wahrscheinlich stimmt.

Jauch versuchte aber auch nicht, mehr aus ihr herauszukitzeln, mal etwas mehr ins Detail zu gehen. Stattdessen durfte sie ihre schöne Story erzählen, die Story, mit der alles begann und die sie schon so oft erzählen musste. Nämlich, dass sie eigentlich gar nicht zum Casting wollte, sondern ihr Freund sie mit einem Trick dorthin lotste. Natürlicher geht es nicht mehr. Sie ist in den Ruhm einfach so hineingestolpert und muss die Rolle jetzt wohl annehmen. Zum Topmodel verdammt.

Deutschland hat nicht nur ein neues Model, sondern auch einen neuen Medienprofi. Die Chancen für eine Karriere als Moderatorin oder einem ähnlichen Job stehen gut.

Sara Nuru hat keine Ecken und Kanten. Ihr Kapital ist ihre natürliche, unaufgesetzte Fröhlichkeit. Denn wenn sie ein Studio, „dann geht die Sonne auf“, wie es Topmodel-Juror Rolf Scheider formulierte. Die Sonne wird in Zukunft häufiger aufgehen.

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