Medizin

Was ist eigentlich Autismus?

Morgenpost Online

Autismus im frühen Kindesalter ist eine schwerwiegende Entwicklungsstörung. Die Kinder wirken wie in sich selbst gefangen. Erste Auffälligkeiten wie mangelnde Kontaktaufnahme zu den Eltern zeigen sich bereits im Säuglingsalter. Kleinkinder kapseln sich ab, meiden Blickkontakt, sind oft unfähig zur Kommunikation und spielen nicht mit anderen Kindern.

Später haben sie erhebliche Probleme beim Spracherwerb und können kaum soziale und emotionale Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen. Trotzdem sind viele der Kinder normal intelligent, es gibt aber auch Fälle von geistiger Behinderung bei Autisten. Von frühkindlichem Autismus betroffen sind etwa vier von 10.000 Kindern, Jungen drei- bis viermal häufiger als Mädchen.

Früher galt Autismus fälschlicherweise als Folge schlechter Erziehung, was bei Eltern Schuldgefühle auslöste. Heute sieht die Wissenschaft genetische Faktoren als Hauptursache an. Derzeit gilt Autismus als unheilbar. Im Laufe des Heranwachsens lindern sich aber häufig die Symptome ab. Dabei zeigen Verhaltenstherapien unter starker Einbindung der Eltern am ehesten Erfolg.

Für die Eltern sind die Erkrankung des Kindes und die oft nur langsamen Forschritte in der Behandlung eine große Belastung. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder von Erfolgen bei der Therapie durch Spielen mit gezähmten Delfinen berichtet.

Vom frühkindlichen Autismus unterschieden wird das Asperger-Syndrom. Es tritt später – im Kindes- und Jugendalter – auf und hat schwächer ausgeprägte Symptome. So ist die Sprachentwicklung normal. Zudem sind außergewöhnliche Begabungen in Teilbereichen nicht selten. Die bekannteste Autisten-Figur verkörperte Dustin Hofmann im Film „Rainman“.

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