Darwin-Award

Wenn Dummheit versehentlich tödlich endet

Es gibt Preise, über die freut sich der Ausgezeichnete nicht. Beim Darwin-Preis liegt es daran, dass der Gewinner bereits tot ist – gestorben durch die ungewöhnlich makabere Art, sich selbst versehentlich umzubringen. Die Sieger für 2009 sind zwei Räuber, die nicht nur den Geldautomaten sprengten.

Man soll ja keine Witze über Verstorbene machen. Das ist pietätlos. Doch manche Weisen des Dahingehens sind derart unfreiwillig komisch, dass wenig Raum für Andacht bleibt. Der Preis für den dümmsten versehentlichen Selbstmord 2009 – der Darwin-Award – geht an zwei belgische Bankräuber. Sie wollten im September im wallonischen Städtchen Dinant einen Geldautomaten aufsprengen. Jedoch bemaßen sie die dafür benötigte Menge Dynamit falsch – und sprengten versehentlich das gesamte Bankgebäude.

Als die Polizei am Tatort erschien, fanden die Beamten einen der beiden mit starken Kopfverletzungen vor. Sie brachten ihn zwar sofort ins Krankenhaus, doch dort starb er kurz nach der Ankunft. Der Komplize, von dem die Polizei zunächst ausging, er sei geflüchtet, wurde zwölf Stunden später unter den Trümmern gefunden.

Die Mikrobiologin Wendy Northcutt, die Gründerin des jährlich vergebenen Preises, erklärte die beiden Belgier wegen „ihres Beitrags zur Verbesserung des menschlichen Genpools, indem sie sich selbst daraus beseitigt haben“ zu den Siegern 2009.

Auf Platz zwei landete der Amerikaner Shawn Motero. Er steckte in Florida im Verkehr fest, als er ganz dringend mal musste. Weil sich die Autos um ihn herum nicht bewegten, sprang er aus seinem Wagen und mit Schwung über die nächste Mauer, um sich an einem stilleren Örtchen zu erleichtern. Leider hatte der 30-Jährige nicht bedacht, dass er sich auf einer Brücke befand – und fiel 20 Meter in den Tod.

Den dritten Platz erreichte Rosanne Tippett, die als erste Frau überhaupt für den Preis nominiert wurde. Sie fuhr mit ihrem Mofa in einen überschwemmten Fluss. Die Polizei kam und rettete sie. Aber sie sprang zurück in die Fluten, um ihr Zweirad ebenfalls zu bergen. Das wurde ihr zum Verhängnis.

Abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze: Der Betrunkene, der in Tennessee auf einen Hochspannungs-Tranformator kletterte, um darauf zu pinkeln. Der Stromschlag durch seine Genitalien brachte ihn um. Bedenklich auch der Grund der Aktion: Er hatte auf dem Kasten ein Wespennest entdeckt und wollte es „herunterschießen“.

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