Blutuntersuchung

Jörg Haider war bei seinem Unfall stark betrunken

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Der am Wochenende bei einem Autounfall gestorbene österreichische Rechtspopulist Jörg Haider saß betrunken am Steuer. In seinem Blut wurde bei der Obduktion ein hoher Alkoholwert festgestellt. Weder seine Familie noch die Behörden wollen sich dazu äußern – dafür aber sein Amtsnachfolger.

Bei dem Toten seien 1,8 Promille Alkohol im Blut festgestellt worden, bestätigte BZÖ-Parteichef Stefan Petzner.

Haider war in der Nacht zum Samstag bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der 58-Jährige prallte mit seinem Auto bei deutlich überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Betonpfeiler und erlitt mehrere tödliche Verletzungen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt hatte der Wagen zum Unfallzeitpunkt eine Geschwindigkeit von 142 Stundenkilometern – erlaubt war an der Stelle Tempo 70.

Petzner sagte der Internetseite "Oe24": "Es ist richtig, dass Landeshauptmann Jörg Haider zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert war. Ich kann und muss das bestätigen." Den Alkoholisierungsgrad hatten zuvor die Gerichtsmedizin festgestellt.

Mit einer Stellungnahme der Familie oder der Behörden wird jedoch nicht gerechnet. Petzner sagte: "Ich kann nur appellieren, dass die Medien das akzeptieren." Petzner war nach dem Tod Haiders zum neuen BZÖ-Parteichef ernannt worden.

Die Obduktion soll am Samstag von 17 bis 21.30 Uhr in Graz im Anschluss an eine röntgenologische Untersuchung stattgefunden haben, berichtet "Oe24". Die soll von den renommierten Medizinern Kathrin Yen und Peter Grabuschnig in Anwesenheit des zuständigen Staatsanwaltes vorgenommen worden sein.

Indes hat in Österreich das Geschäft mit Haider-Devotionalien begonnen. So soll Oe24 zufolge am 11. November eine Kärnterlied- DVD erscheinen. „Darauf zu hören und zu sehen sein wird auch der verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider als Solist, begleitet vom Männerdoppelsextett Klagenfurt“, heißt es bei dem Internetportal, das auch eine Hörprobe anbietet.

Der verstorbene Kärtner singt "Pfiat Gott liabe Alm", das sein Lieblingslied sein soll. Der Chorleiter des Sextetts prophezeit gute Absätze der CD, die für 19,50 Euro verkauft wird: "Ich gehe aber von einer großen Nachfrage aus", meinte der Musiker.

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( dpa/AP/gr )

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