Inzestfall aus Amstetten

Fritzl-Opfer haben ein neues Zuhause

Erst lebten sie jahrelang im Verlies des Inzest-Täters aus Amstetten, dann in der Psychiatrie. Doch jetzt ist der Weg in ein normales Leben für die Opfer Josef Fritzls frei: Elisabeth, die von ihrem Vater 24 Jahre lang eingesperrt und missbraucht wurde, hat mit ihren sechs Kindern endlich die Klinik verlassen.

Die Opfer des Inzest-Täters von Amstetten, Josef Fritzl, haben nach acht Monaten die Nervenklinik verlassen, in die sie nach ihrer Befreiung Ende April dieses Jahres gebracht worden waren.

Das hat einer der Anwälte der Familie, Christoph Herbst. Die heute 42-jährige Elisabeth war im Alter von 18 Jahren von Josef Fritzl in ein von ihm gebautes Kellerverlies im eigenen Haus gesperrt worden, wo er sie 24 Jahre lang – zum Teil angekettet – festhielt und sie immer wieder vergewaltigte. Aus der Zwangsverbindung wurden sieben Kinder geboren, von denen sechs überlebten.

Elisabeth und die sechs Kinder hätten nach ihrem Klinikaufenthalt ein neues Domizil bezogen, sagte der Anwalt. Wann die siebenköpfige Familie entlassen wurde und wohin sie gebracht wurde, soll allerdings geheim bleiben. Elisabeth Fritzl und ihre Kinder wollen versuchen, ein neues Leben zu beginnen, betonte Herbst.

Josef Fritzl wird Anfang kommenden Jahres der Prozess gemacht. Ihm wird unter anderem Mord, wiederholte Vergewaltigung, Inzest sowie langjährige Freiheitsberaubung vorgeworfen. Im Falle seiner Verurteilung muss er mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe oder Sicherungsverwahrung rechnen.

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