Kindesmissbrauch

Prozess gegen Kanadier Christopher N. beginnt

Dass Christopher N. in Thailand angeklagt werden konnte, verbucht Interpol als großen Erfolg der ersten weltweiten Fahndung nach einem Kinderschänder. Hunderte Jungen soll er missbraucht haben, doch der kanadische Ex-Lehrer streitet alles ab und blieb bei der Anklageverleseung äußerlich ganz entspannt.

In Bangkok inThailand steht seit Montag einKanadier vor Gericht, der Hunderte Jungen sexuell missbraucht haben soll. „Ich weise alle Vorwürfe zurück“, sagte der frühere Lehrer bei der Eröffnung des Verfahrens. Er ist wegen Entführung, Kinderschändung und Kinderpornografie angeklagt.


Den entscheidenden Durchbruch zu seiner Festnahme im vergangenen Oktober lieferten Experten des Bundeskriminalamtes. Ihnen gelang es, Fotos aus dem Internet, auf denen der Mann sein Gesicht digital unkenntlich gemacht hatte, zu entzerren. Interpol nutzte die Bilder für die erste weltweite Fahndung dieser Art.


Er war bei der Festnahme 32 Jahre alt. Er soll Jungen nicht älter als sechs Jahre missbraucht haben. Ihm drohen bei einer Verurteilung 20 Jahre Haft.


Der Kanadier erschien am Morgen mit kahl geschorenem Kopf und in einer orangefarbenem Gefängnisuniform im Gericht. Er machte nach Angaben von Augenzeugen einen entspannten Eindruck.


Im Gerichtssaal war auch ein Vater, dessen zwei Söhne von dem Kanadier entführt worden sein sollen. Der Mann verlangte umgerechnet 6000 Euro Wiedergutmachung. Auf die Frage des Richters, ob er dies bezahlen könnte, sagte der Kanadier: „Ich habe kein Geld, keinen Job und finanzielle Probleme.“

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