Inzest-Fall Amstetten

Für K. hat ein neues Leben begonnen

Die schwer erkrankte älteste Tochter des Inzest-Opfers von Amstetten ist auf dem Weg der Besserung. Die 19-jährige K. wurde aus dem mehrwöchigen künstlichen Tiefschlaf geweckt. Nach Angaben ihres Anwalts lebt die Familie inzwischen in einer eigens eingerichteten Wohnung, um in einem eigenen Lebensrhythmus zueinander zu finden.

Morgenpost Online berichtet live von der Pressekonferenz mit Dr. Berthold Kepplinger (Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Amtetten-Mauer), Dr. Albert Reiter (Leiter der Abteilung für Anästesiologie und Intensivmedizin) und Dr. Christoph Herbst (Rechtsanwalt der Familie Fritzl).

+++ 11:37 Uhr +++

Dr. Reiter, der Arzt von K., sagt: „Meine Arbeit ist getan und ich bin froh, dass es so gut ausgegangen ist.“

Dr. Kepplinger sagt: „K. erhält eine physiotherapeutische Behandlung. Sie leidet momentan vermutlich unter einer Nervenentzündung, die durch langes Liegen entstanden ist.“ In Zukunft werde K. wohl auch eine Psychotherapie brauchen. Die Ärzte wollen sie jedoch nicht dazu zwingen.

Elisabeth Frizl könne in der nächsten Zeit aus medizinischer Sicht vernommen werden. Ob K. sexuell missbraucht worden, wollte ihr Arzt nicht sagen: "Das unterliegt der Schweigepflicht."

Der Anwalt Christoph Herbst sagt: "Elisabeth hat den Entschluss gefasst, in der nächsten Zeit, nicht an die Öffentlichkeit zu treten." Ob die Familie eine neue Identität erhalten wird, ist noch unklar. Dr. Kepplinger berichtet, dass K. lesen und schreiben kann. Sie habe viele Wünsche geäußert – unter anderem möchte sie gerne eine Schifffahrt machen und ein Robbie-Williams-Konzert besuchen. Drei Tage vor ihrer Dekanülisierung habe sie bis morgens um drei Uhr im Bett zu Robbie Williams getanzt. Ob sie Besuch von weiteren Familienmitgliedern erhalten habe, wollte ihr Anwalt nichts sagen.

Ob Elisabeth und Rosemarie für das psychiatrische Gutachten von Josef Fritzl befragt werden, wurde nicht bekannt. Die Familie halte überraschend gut zusammen. Beide Familienteile hätten ein unheimliches Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Herbst sagte: "Wenn man das beobachtet, wie die miteinander leben, das ist immer wieder schön zu sehen."

+++ 11:33 Uhr +++

Über K.'s Krankheit sagte ihr Arzt Dr. Reiter. "Dem definitiven Auslöser des Multiorganversagens haben wir versucht, auf den Grund zu gehen – bislang erfolglos.“

Vermutlich habe sich eine kleine Entzündung zu einem großen Organversagen ausgeweitet. Die Lunge habe offenbar bei einem epileptischen Anfall versagt, weil sie sich auf die Zunge gebissen habe und das Blut deshalb in die Lunge gelaufen sei. Weitere Details zu der Krankheit wurden nicht genannt.

+++ 11:28 Uhr +++

So wie sich K. in den vergangenen Wochen erholt hat, ist damit zu rechnen, dass sie wieder gesund wird.

Kepplinger antwortet auf die Frage, ob es gut sei, die drei oben lebenden Kinder mit dem Rest der Familie zusammenzuführen: "Ich glaube, dass es gut für die Familie ist, zusammengeführt zu werden."

+++ 11:24 Uhr +++

Anwalt Herbst richtet sich mit einen Apell an die Öffentlichkeit: "Wie Sie wissen, kann die Familie nach wie vor nicht so ins Freie gehen und die Natur genießen, was jedoch besonders für die Kinder, die nicht im Freien gelebt haben, ganz wichtig ist. Soweit es geht, sollen die Medien die Familie im Rahmen des Möglichen in Ruhe lassen und sich nicht auf dem Gelände aufzuhalten. Der Lebensraum der Familie soll nicht erneut eingeschränkt werden."

+++ 11:22 Uhr +++

Der Rechtsanwalt der Familie, Christoph Herbst, sagte, die Familie sei glücklich, am vergangenen Sonntag gemeinsam einen ersten Ausflug unternommen zu haben. Bis dato war es immer so, dass ein Familienmitglied gefehlt habe. K.'s Anliegen sei es gewesen, so schnell wie möglich zu ihrer Familie zurückzukommen.

Reiter sagte: "Ihre Genesung ist ein Wunder".

Die Familie wohnt seit Kurzem nicht mehr in einem Pavillon, sondern in einer eigens für sie eingerichteten Wohnung. Diese ermögliche den Personen, in einem normalen Rhythmus zueinander zu finden. Es sei ein Anliegen der Mutter Elisabeth und ihrer Familie, den vielen Brief- und E-Mail-Schreibern für ihren Beistand zu danken. Briefe kämen aus Australien, China und natürlich aus Österreich. Die Familie verfasse momentan die Antwortenschreiben.

+++ 11:15 Uhr +++

Kepplinger berichtet weiter: "Wir sehen, dass die Familie weiterhin in einem sehr stabilen Zustand ist. Wenngleich die beiden Teile - die, die oben gelebt und die, die unten gelebt haben - stark unterschiedlich sind, passen sich alle an die jetzige Situation an. Den einen reichen kleine Neuigkeiten, den anderen ist fad. Für die einen ist das Vorbeiziehen einer großen Wolke schon ein großes Ereignis, den anderen ist fad."

Die beiden Familien müssten sich nun auf die unterschiedlichen Geschwindigkeiten einstellen. Vereinzelte Spaziergänge seien bereits gemeinsam unterommen worden – allerdings nur unter ausreichenden Sicherheitsvorkerhrungen.

+++ 11:11 Uhr +++

Vergangenen Sonntag wurde K. in einem Krankenwagen ins Landesklinikum transportiert.

Berthold Kepplinger, Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Amtetten-Mauer: "Für mich war das ein ganz bewegender Moment, eingehängt mit K., die ihre ersten Schritte in die neue Wohnung, in das neue Leben gehen zu dürfen. Jetzt geht es darum, K.'s physischen Zustand zu bessern. Ihr Imunstatus muss verbessert werden. Die Familie wurde nachträglich geimpft."

+++ 11:10 Uhr +++

K. sei aufgesetzt worden und eine Logopädin habe sie auf die Zeit ohne Beatmung vorbereitet. Es sei alles gelaufen "wie am Schnürchen". Der Arzt bedankt sich bei Helfern, Pflegern und sogar Putzfrauen, die großartige Arbeit geleitet haben. Besonders hob Dr. Reitser die Arbeit derjenigen hervor, die es geschafft haben, die Presse aus dem Krankenhaus herauszuhalten.


Nach der Entfernung der Kanüle sei K. auf dem steten Weg der Besserung. Sie habe bereits erste Schritte auf der Staiton gemacht.


+++ 11:07 Uhr +++


Prim. Dr. Albert Reiter sagt: "Diese berührenden Augenblicke waren das vorläufige Ende eines langen Leidensweges." K. wurde am 19. April in einem gesundheitsbedrohlichen Zustand eingeliefert. Das Leben des Mädchens hing an einem seidenen Faden wegen des Versagens mehrere lebenswichtiger Organe. Am 15 Mai habe sie erstmals die Augen geöffnet. Die Ärzte hätten sie angelacht, sie habe zurückgächelt.

In dieser Zeit war es für die Ärzte besonders wichtig, dass die Mutter regelmäßig an das Bett ihrer Tochter sitzt. Sie habe mit ihrer Liebe ihre Tochter den Lebensmut zurückgegeben und sie motiviert, sich zurück ins Leben zu kämpfen.

+++ 11:05 Uhr +++

Von Tränen gerührt berichtert K.'s Arzt, wie ihr die Kanüle entfernen wurde, über die sie mehrere Wochen ernährt wurde: "Der Augenblick ist gekommen, in der wir unserer K. die Kanüle entfernen durften, über die sie mehrere Woche künstlich beatmet wurde. Ich sage zu K.: `Hallo K..' Ein neues Leben hat begonnen."

+++ 11:02 Uhr +++

"Aktuelles zum Gesundheitszustand der Familie", so lautet der Titel der Pressekonferenz, die soeben im Schloss Hotel Zeillern bei Amstetten begonnen hat. An den Mikrofonen sitzen Prim. Dr. Berthold Kepplinger (Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Amtetten-Mauer), Prim. Dr. Albert Reiter (Leiter der Abteilung für Anästesiologie und Intensivmedizin) und Dr. Christoph Herbst (Rechtsanwalt der Familie Fritzl).

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