Kriminalität

Berliner Polizei findet zerstückelte Leiche

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Die Berliner Polizei hat einen grausigen Fund gemacht. In einer Wohnung in Schöneberg entdeckte sie am Sonntagabend nur die obere Hälfte einer männlichen Leiche, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin mitteilte. Auch der Rest der Leiche wurde später gefunden. Dem Täter sind die Beamten bereits auf der Spur.

Ein mysteriöses Verbrechen beschäftigt derzeit die 7. Mordkommission des Landeskriminalamtes: Am Sonntagabend wurde die Leiche eines 57 Jahre alten Mannes in einer Schöneberger Wohnung an der Rembrandtstraße entdeckt. Der Tote war in der Mitte zerteilt worden; Kopf und Oberkörper lagen in der Wohnung. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, am Montagabend sagte, habe die Polizei in der Umgebung der Wohnung weitere Leichenteile gefunden.

Ein 50 Jahre alter Mann wurde noch am Tatort wegen unterlassener Hilfeleistung festgenommen. Nach einem 20-jährigen Haupttäter wird gefahndet. Die Hintergründe sind bislang noch völlig unklar.

Gegen 21 Uhr hatte ein Mann polnischer Abstammung die Polizei alarmiert. Zuvor hatte er in seiner Wohnung den Toten und den später Festgenommenen entdeckt. Die Kriminalpolizei nahm beide Männer mit zur Vernehmung zum Landeskriminalamt.

Wie diese Morgenpost Online erfuhr, soll der Wohnungsinhaber seine Räume einem Bekannten zur Verfügung gestellt haben, während er selbst zu einem Kurzurlaub in den polnischen Masuren weilte. Bei seiner Rückkehr soll er dann den 50-Jährigen über der Leiche stehend entdeckt haben. Dieser soll sich widerstandslos festnehmen lassen haben. Am gestrigen Nachmittag wurde ihm der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung gemacht, weil er offenbar bei der Tat anwesend war, aber nicht eingegriffen hatte.

Augenzeugen berichteten, dass die Polizei nach dem Leichenfund auch die Mülltonnen und verschiedene Müllsäcke durchsucht habe. „Die haben das sehr akribisch gemacht. Sicherlich wurden Leichenteile dort vermutet“, sagte ein Nachbar. Der Hausmeister des Mehrfamilienhauses an der Rembrandtstraße fügte hinzu, noch in der Nacht zum Montag hätten Ermittler gegen 4 Uhr mit mehreren Spürhunden die Umgebung des Tatorts untersucht und unter einem Bauschutthaufen schließlich eine Tasche mit Körperteilen entdeckt.

Anwohner erzählten , dass bereits Verwesungsgeruch durch das Mehrfamilienhaus geströmt sei. Dies lasse darauf schließen, sagte ein Mieter, dass die Bluttat bereits mehrere Tage zurückliegen könnte. Eine Obduktion der Leiche kann dies nun genau feststellen, das entsprechende Ergebnis der Gerichtsmediziner steht allerdings noch aus.

Wie Staatsanwaltssprecher Michael Grunwald bestätigte, habe sich der Oberkörper des 57-Jährigen in der Wohnung befunden, der Unterleib sei „außerhalb der Räume“ entdeckt worden. Das Opfer sei durch „Gewalteinwirkung auf den Kopf“ getötet worden. Weitere Details zum Täter, zu den Hintergründen der Tat oder zum Hergang nannte die Staatsanwaltschaft mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. „Es wird mit Hochdruck nach dem Täter gefahndet“, sagte Grunwald.

Bei dem möglichen Haupttäter soll es sich um den 20-Jährigen handeln, der laut Morgenpost-Informationen ebenfalls aus Polen stammen und sich mehrfach – zum Teil betrunken – im Bereich des Wohnhauses aufgehalten haben soll. Nachbarn hatten ihn in der letzten Zeit immer wieder beobachtet.

Der Mieter der Tatwohnung soll von Beruf Handwerker sein und zusammen mit Landsleuten das Haus an der Rembrandtstraße saniert haben. Nachbarn beschreiben ihn als sehr gewissenhaft und hilfsbereit. Vor einem Jahr etwa habe der Mann dann eine Wohnung im Seitenflügel in der vierten Etage angemietet. Diese bewohne er seitdem mit einem Bekannten.

Hinweise zu dem Zwischenfall nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

( Michael Behrend und Steffen Pletl )