Kriminalität

Mutter zu Tode gewürgt und im Garten versteckt

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André Zand-Vakili

Im Hamburger Stadtteil Volksdorf hat ein 52-Jähriger offenbar seine 76 Jahre alte Mutter brutal verprügelt und dann zu Tode gewürgt. Angehörige waren misstrauisch geworden und hatten die Polizei verständigt. Die fand einen völlig betrunkenen Sohn vor, der den Beamten lallend den Weg zur Leiche wies.

Der eigene Sohn (52) hat offenbar eine 76 Jahre alte Frau in Volksdorf brutal verprügelt und dann zu Tode gewürgt. Die Tat wurde erst entdeckt, nachdem Verwandte tagelang nichts von der alten Dame gehört und die Polizei alarmiert hatten. Beamte entdeckten die in eine Wolldecke eingerollte Leiche der Frau.

Am späten Freitagabend klingelten Polizisten an der Tür der rot geklinkerten Doppelhaushälfte am Lottbeker Platz in Hamburg-Volksdorf. In dem Backsteinbau, kurz vor der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein, lebte Renate P. zusammen mit ihrem Sohn Georg. „Verwandte hatten seit Tagen versucht, die alte Dame zu erreichen“, sagt Hauptkommissarin Ulrike Sweden. Immer wieder hielt Georg P. sie mit fadenscheinigen Ausflüchten hin. Sweden: „Nachdem der Sohn auf Nachfragen auswich und keine schlüssigen Angaben über den Verbleib seiner Mutter machen konnte, alarmierten die Angehörigen die Polizei.“


Als die Beamten dann am Freitag um kurz nach 22 Uhr vor der Haustür standen, öffnete ihnen der völlig betrunkene Sohn. Fragen nach der Mutter beantwortete er nur lallend. Dabei gestikulierte er wild und zeigte in Richtung des verwilderten Gartens. Dort stießen die Polizisten auf die Leiche der Frau. Erste Untersuchungen in der Gerichtsmedizin ergaben, dass die Rentnerin eines gewaltsamen Todes starb. Sie war durch Schläge und Würgen umgebracht worden. Wie lange die Frau bereits tot war, stand zunächst nicht fest

Blutspuren in der Küche gefunden

„Der Garten, in dem die Leiche gefunden wurde, dürfte aber nicht der Tatort gewesen sein“, sagt ein Beamter. „Wir gehen davon aus, dass der Mann die Frau nach ihrem Tod in die Decke eingewickelt hat und anschließend rausschaffte, damit er nicht mit der Toten zusammen in dem Haus ist.“ Umgebracht wurde die Frau vermutlich in ihrer Doppelhaushälfte. Beamte der Mordkommission entdeckten in der Küche und am Niedergang zum Keller Blutspuren. „Wir haben zudem weitere Spuren gesichert, die für einen gewaltsamen Tod der Frau sprechen“, sagt Sweden.

Georg P. wurde unmittelbar nach dem Fund der Leiche festgenommen. Er konnte erst nach seiner Ausnüchterung befragt werden. In seiner Vernehmung bei der Mordkommission räumte er die Tat ein. Genauere Angaben machte er jedoch nicht. Auch das Motiv ist noch völlig unklar. Ob Georg P. noch umfassend aussagen wird, ist unklar.

Laut Anwohnern hatten der Mann und seine Mutter lange allein in dem Haus gelebt. Beide galten als unauffällig. „Man sah die Frau nur sehr selten. Sie lebten sehr zurückgezogen“, sagte ein Nachbar.


Georg P. wurde einem Richter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl. Jetzt sitzt der Mann im Untersuchungsgefängnis an der Glacischaussee.