Flugzeugabsturz in Madrid

Paar verpasst Unglücksmaschine um drei Minuten

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Es waren nur drei Minuten. Doch genau diese drei Minuten haben über Leben und Tod entschieden. Ein Passagier, der ursprünglich in der Unglücksmaschine von Madrid sitzen sollte, hat mit seiner Partnerin die Maschine nur knapp verpasst – und ist wahrscheinlich nur deshalb noch am leben. Genau wie ein Mann, der eigentlich in der ersten Klasse sitzen sollte.

„Wir sind dem Schicksal dankbar“, sagte der Mann namens Hector der spanischen Nachrichtenagentur EFE. Ursprünglich sollte er in dem verunglückten Spanair-Jet mit der Flugnummer JK 5022 sitzen.


Doch als er mit seiner Partnerin auf dem Flughafen von Madrid nach Las Palmas einchecken will, ist der Schalter gerade eben geschlossen worden. Die Mitarbeiter am Gate hätten nichts mehr machen können, erzählt Hector – und das hat dem Paar sehr wahrscheinlich das Leben gerettet. „Das war ein zweiter Geburtstag für uns“, sagte Hector. „Das war Glück.“

Kurz darauf zerschellte die MD-82 nach einem zweiten missglückten Start und ging hinter einer Landebahn in Flammen auf. Bislang sind 153 Fluggäste umgekommen, nur 19 überlebten mit schwersten Verletzungen.


Als er und seine Partnerin von dem Unglück hörten, seien sie sehr geschockt gewesen, erzählt Hector dem spanischen Fernsehsender TVE. Seine Freundin sei noch zu sehr mitgenommen, um überhaupt etwas sagen zu können. Heute wollten die beiden einen neuen Versuch starten, um nach Hause, nach Gran Canaria zu kommen. Gestern – kurz nach dem Absturz – hätten sie keine Maschine mehr besteigen können.

Jetzt wird bekannt, dass noch ein weiterer Mann nur durch Zufall überlebte: Er sei in letzter Minute am Schalter angekommen, erzählte der Zeuge namens Rafael spanischen Medien. Dort sei ihm gesagt worden, auf dem Spanair-Flug gebe es wegen Überbuchung keinen Platz mehr. Zunächst habe das Personal einen Platz in der ersten Klasse angeboten, dann aber festgestellt, dass auch dort alles besetzt war.


Als einzige Möglichkeit sei ihm geblieben, auf einen anderen Flug zu warten. Während der Wartezeit habe sein besorgter Bruder ihn angerufen und ihm von der Katastrophe berichtet. „Es war schwer zu glauben, weil man auf dem Flugafen nichts davon mitbekommen hat“, sagte Rafael.

( kami )