Kindesmissbrauch

Weltweites Netzwerk von Pädophilen zerschlagen

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Nach Jahren der verdeckten Ermittlungen hat die Polizei einen im Internet aktiven Pädophilenring aufgedeckt. Alleine in Deutschland gibt es 987 Verdächtige, 1.000 Computer wurden sichergestellt. Die Spur lieferte ein Kinderschutzportal, das auf Videos hinwies, in denen zwei Mädchen massiv missbraucht werden.

In jahrelanger Ermittlungsarbeit hat die Polizei ein internationales Pädophilen-Netzwerk aufgedeckt. Sie ermittelte Daten von Tausenden Internetnutzern, die zwei Kinderpornos bei einem Provider im Bereich Konstanz heruntergeladen hatten, wie das Landeskriminalamt Bayern am Freitag mitteilte. Alleine in Deutschland gebe es 987 Verdächtige.

Die Ermittlungen hätten bereits 2006 begonnen und seien jetzt weitgehend abgeschlossen, erklärte die Polizei. Es gebe bereits erste Verhaftungen und Urteile. Man habe sich aber erst jetzt dazu entschieden, mit Informationen zur großangelegten "Operation Smasher" an die Öffentlichkeit zu gehen, erklärte ein Sprecher.


Im Zuge der Ermittlungen seien alleine in Deutschland 1.000 PCs, 1.800 Videos und fast 45.000 Datenträger sichergestellt worden. Mehrere hundert Verdächtige seien bereits überführt, erklärte die Polizei. Meist seien es Männer. In drei Fällen habe sich herausgestellt, dass sich die Verdächtigen auch an ihren Töchtern vergangen hätten. Ein 41-Jähriger aus Schleswig-Holstein sei deswegen zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er habe seine beiden Töchter und andere Mädchen fast täglich missbraucht.


Ausgangspunkt für die Ermittlungen waren Informationen eines italienischen Kinderschutzportals. Daraufhin stießen die Ermittler bei einem Internetdienst im Bereich Konstanz auf zwei Videodateien, die den massiven sexuellen Missbrauch eines zehn- und eines zwölfjährigen Mädchens zeigten. Die Verantwortlichen der Plattform kannten den Inhalt der Dateien nicht, die nach ihrer Entdeckung aus dem System entfernt wurden. Allerdings hatten innerhalb eines Monats mehr als 48.000 Zugriffe von Internetnutzern stattgefunden.

Die Pädophilen hätten die Adressen der Filme über einschlägige Internetforen ausgetauscht. Der Betreiber, der laut Polizei nur den Speicherplatz für die Videos zur Verfügung gestellt hatte und nichts von den Inhalten wusste, übergab den Ermittlern die Download-Protokolle.

Rund 7.500 Verbindungsdaten deuteten auf Nutzer aus Deutschland hin, allerdings konnten nur 987 Verdächtige ermittelt werden, da damals noch keine Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung existierte, wie die Polizei erklärte. 41.000 Daten wurden ins Ausland weitergeleitet. Auch dort hätten die Ermittlungen zu Verhaftungen geführt.

In Österreich seien 80 Tatverdächtige ermittelt worden, in Polen 65, in der Türkei 53 und in Australien 38. Weltweit bestehen Verbindungen in 98 Staaten.

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