Passagierliste

Familie aus Bayern an Bord der Spanair-Maschine

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In dem in Madrid verunglückten Spanair-Flugzeug soll sich eine vierköpfige Familie aus Bayern befunden haben. Ein Ehepaar und zwei Kinder aus dem Freistaat standen bayerischen Behörden zufolge auf der Passagierliste. Bei der Katastrophe sind 153 Menschen ums Leben gekommen. 19 wurden schwer verletzt.

Unter den Opfern des Flugzeugunglücks von Madrid ist möglicherweise eine Familie aus Bayern. Ein Ehepaar und zwei Kinder aus dem Freistaat standen auf der Passagierliste, wie das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) bestätigte. Bisher sei allerdings nicht sicher, ob die Familie den Flug auch antrat. Nach dpa-Informationen stammt die Familie aus dem Landkreis München.


"Wir wissen nur, dass vier Namen von bayerischen Bürgern auf der Passagierliste stehen. Wir wissen aber nicht, was mit ihnen passiert ist“, sagte LKA-Sprecher Ludwig Waldinger. Zurzeit würden sie als Vermisste behandelt. Die Angehörigen würden betreut. Klarheit soll eine DNA-Analyse bringen. Das Ergebnis wird aber nach Einschätzung von Experten nicht mehr am Donnerstag erwartet.

Die spanischen Behörden hätten bei den deutschen Kollegen um genetisches Vergleichsmaterial gebeten. Die Identifizierungskommission der Bundeskriminalamtes sei eingebunden, bestätigte Waldinger. Beamte der zuständigen Polizei seien beauftragt, DNA-Material zu beschaffen.


Nach dem Flugzeugunglück auf dem Madrider Flughafen haben Rettungsmannschaften in der Nacht zum Donnerstag weitere Tote aus dem Wrack der Unglücksmaschine geborgen. Die Leichen wurden in eine Halle auf dem Messegelände der spanischen Hauptstadt gebracht und dort aufgebahrt. Bei dem Unglück des Flugzeugs der spanischen Gesellschaft Spanair kamen 153 Menschen ums Leben. 19 Insassen der Maschine vom Typ MD-82 überlebten mit schweren Verletzungen.


In der zum Leichensaal umfunktionierten Messehalle wurde damit begonnen, die Toten zu identifizieren. Nach Angaben des Roten Kreuzes wird die Prozedur der Identifizierung sich noch über mehrere Tage hinziehen. Ein Ende sei nicht absehbar, sagte eine Sprecherin. Viele Leichen sind so verkohlt, dass eine Identifizierung nur mit Hilfe von DNA-Analysen möglich sein wird. 40 Forensiker haben nach Behördenangaben die Arbeit in der Leichenhalle aufgenommen und begonnen, die Opfer zu identifizieren.


Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin nahm die deutsche Botschaft in Madrid Kontakt zu Spanair auf, um näheren Aufschluss zu bekommen; zwei Botschaftsangehörige fuhren zum Flughafen. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben ein Team psychologisch geschulter Fachleute nach Madrid gesandt, um Spanair bei der Betreuung der betroffenen Fluggäste und deren Angehörigen zu unterstützen.


Helfer der Rettungsdienste berichteten, das Flugzeug sei in mehrere Teile zerbrochen. „Es ist ein Wunder, dass überhaupt jemand überlebte“, sagte ein Augenzeuge. Ein Helfer berichtete: „Das Wrack war total verkohlt und voller Leichen. Da sah nichts mehr wie ein Flugzeug aus.“


Die meisten der verletzt aus dem brennenden Flugzeug geretteten Passagiere befanden sich in kritischem Zustand. Viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen und wurden in eine nahe gelegene Klinik mit Spezialabteilung gebracht. Unter den 171 Insassen der zweistrahligen Maschine waren neun Besatzungsmitglieder. Nach der Passagierliste sollen auch zwei Babys an Bord gewesen sein. Die Krankenhäuser in Madrid wurden sofort nach dem Unfall aufgefordert, Betten zur Verfügung zu stellen. Einige Hospitäler entließen daraufhin Patienten mit leichteren Erkrankungen, um Platz zu schaffen.

Experten begannen damit, die Ursache der schlimmsten spanischen Luftfahrt-Katastrophe seit 25 Jahren zu ermitteln. Die Spanair-Maschine war unmittelbar nach dem Start zerschellt und in Flammen aufgegangen.

Die spanische Verkehrsministerin Magdalena Alvarez bestätigte, dass an der Unglücksmaschine vor dem Start technische Probleme aufgetaucht seien. Der Pilot habe einen ersten Startversuch abgebrochen. Das Unglück habe sich beim zweiten Versuch ereignet. Die Ministerin sagte aber nicht, worin die technischen Probleme bestanden.

( dpa/afp/reuters/cor )

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