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Hexerei und Paranoia: „The Witch“

In einem unachtsamen Moment verschwindet ihr Baby auf mysteriöse Weise. Thomasin (Anya Taylor-Joy) kann sich das nicht erklären. Ihr Vater William (Ralph Ineson) und ihr jüngerer Bruder starten eine vergebliche Suche im düsteren Wald. Das Verschwinden des Säuglings bleibt aber nicht der einzige ungewöhnliche Vorfall: Im Neuengland des 17. Jahrhundert verkümmert die Ernte, die Tiere drehen durch und dann scheint ein weiteres Kind auch noch von einer dunklen Macht besessen zu sein. Unter den Familienmitgliedern schwelt alsbald Misstrauen und Paranoia: Thomasin wird der Hexerei beschuldigt.

Eigentlich hätte der Film alles für einen spannenden Horrorfilm. Leider entpuppt er sich aber schnell als ziemlich langweiliger Film: Die Story dehnt sich wie ein Kaugummi in die Länge, die Sprache wirkt zu künstlich, die Darsteller dadurch nicht sehr authentisch, die Handlung ist ab einem gewissen Zeitpunkt recht vorhersehbar und das Ende dann wieder zu surreal. Nur durch die kraftvolle, düstere Musik wird die Psyche des Zuschauers in Anspruch genommen – nicht aber durch die Handlung.

„The Witch“ ist der erste Langfilm von Robert Eggers, der dafür auch das Drehbuch schrieb. Man muss das Genre schon sehr lieben, um Gefallen an seinem Debüt zu finden. Für Horrorfans bietet der Stoff nicht genügend Genrekost. Wer nicht auf Horror steht, sollte aber erst recht lieber die Finger von diesem Film lassen.