Film: Final Destination 5

Unsere schauerlichen Fantasien

Die "Final Destination"-Filme haben von Anfang an ihr ganzes Kapital aus der makabren Faszination geschlagen, die von besonders bizarren Todesfällen ausgehen kann. In ihrer Welt, die kaum etwas von unserer eigenen trennt, kann alles tödlich sein. Eine fast schon schicksalhafte Verkettung kleiner Missgeschicke und merkwürdiger Zufälle verwandelt noch die harmlosesten Alltagsgegenstände in perfekt ineinandergreifende Rädchen einer erbarmungslosen Maschinerie des Todes.

Diesem Prinzip bleibt Teil fünf treu. Auch dieser Reigen des Todes beginnt mit einer äußerst detaillierten Vorahnung. Sam Lawton (Nicholas D'Agosto) träumt davon, ein großer Chefkoch zu werden. Doch im Moment steckt er noch mitten in seiner Ausbildung und verdient sich tagsüber etwas als Angestellter eines Papier-Konzerns dazu. Auf dem Weg zu einem Motivationswochenende sieht er in dem Bus, der ihn und seine Kollegen in ein abgelegenes Hotel bringen soll, plötzlich voraus, wie die Brücke, über sie gerade fahren, einstürzt, und er kann dadurch sich und sieben seiner Bekannten retten.

Mit dieser Vision, in der die Angestellten der Papier-Firma aufgespießt und zerquetscht, von Brückenteilen durchbohrt und zerteilt werden, setzt Steven Quale selbst im Kontext der an ausgefallenen Unfall- und Todesszenarien nicht gerade armen Serie neue Maßstäbe. Die immer wieder direkt die Augen des Publikums attackierenden 3D-Bilder verwandeln diese Sequenz in eine Art Aktionskunstwerk. Mittels extrem drastischer Details überschreitet Quale so lustvoll Grenzen.

Aber so faszinierend diese radikale Bebilderung unserer schauerlichsten Fantasien und Ängste auch ist, sie offenbart zugleich doch auch den Makel dieses perfekt inszenierten Spektakels. Sams Vision provoziert nichts als den kurzen Kitzel des Entsetzens. Zwar ruft Sams Vorahnung das FBI auf den Plan. Zudem erfahren die Überlebenden von einem Weg, der sie vielleicht auf Dauer retten könnte. Nur bleibt dies alles wie auch sämtliche Figuren des Films reine Staffage, Beiwerk, für das sich Quale dann letzten Endes doch nicht weiter interessiert.

Horror: USA 2011, 95 Min., von Steven Quale, mit Nicholas D'Agosto, Emma Bell

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