Unter 20 Euro

Edle deutsche Rieslinge und authentische China-Küche

Unweit vom Adenauerplatz, versteckt in einer ruhigen Seitenstraße, gibt es seit einiger Zeit mit dem Hot Spot ein außergewöhnliches Restaurant mit authentischer chinesischer Esskultur.

Es ist kein Lokal mit Löwen oder lustigen roten Laternen vor der Tür, es hat auch nichts mit den angesagten Pan-Asia-Läden zu tun. Das Hot Spot ist etwas für Puristen und Kenner der chinesischen Küche.

Familie Wu hat bewusst auf folkloristisches Beiwerk verzichtet, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: den Geschmack. Gekocht wird nach Original-Rezepten aus den Provinzen Sichuan und Jiangsu. Als Vorspeise gab es eine sehr milde Tofu-Suppe mit frischem und knackigem Gemüse (2,90 Euro) und einen köstlichen Seetang-Salat, der mit rotem Chiliöl und Knoblauch gewürzt wurde (3,90 Euro). Auf der umfangreichen Speisekarte geben kleine rote Chilischoten Auskunft über die Schärfe der Gerichte. An den Werktagen bietet das Hot Spot von 12 bis 17 Uhr ein preiswertes Mittagsmenü an (5,50-7,50 Euro).

Das Knofi-Rind, Rindfleisch gebraten mit Gemüse, kostet sieben Euro und wurde mit duftendem chinesischen Reis serviert. Das Fleisch war zart und hatte eine wunderbare Schärfe. Die knusprig gebratene Ente mit Gemüse (7,50 Euro) hatte nichts mit der fetttriefenden Ente chinesischer Garküchen gemein. Sie schmeckte aromatisch und war für Entenverhältnisse mager und knusprig.

Abends und an den Wochenenden sind die Plätze des Restaurants schnell besetzt. An den langen Tischen wird getafelt und debattiert, und Herr Wu wird nicht müde, aus seiner Weinkarte - die Gastrokritiker für eine der besten Riesling-Sammlungen Berlins halten - die wirklich perfekte Ergänzung zum Essen auszusuchen. Übrigens hat das Hot Spot einen hohen Promifaktor. Unter anderem ist Berlins einziger Zwei-Sterne-Koch Christian Lohse regelmäßig Gast bei Familie Wu.

Hot Spot Eisenzahnstraße 66, Tel. 89 00 68 77, tgl. 12-23 Uhr, www.restaurant-hotspot.de

Bewertung

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