Rente

Entspannt in Rente? Mit der richtigen Altersvorsorge ist das möglich.

Entspannt in Rente? Mit der richtigen Altersvorsorge ist das möglich.

Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer

Irgendwann betrifft das Thema Rente jeden Menschen. Sich vorzubereiten ist wichtig. Alle News, Infos und Hintergründe zur Altersvorsorge.

Die Rente ist dazu gedacht, Menschen nach teilweise jahrzehntelanger Berufstätigkeit im Alter finanziell abzusichern. Dazu erhalten sie monatlich Geld. Wie viel das ist, hängt von der Zeit ab, in der in die jeweilige Rentenversicherung eingezahlt wurde und wie hoch die Beiträge waren.

Doch nicht immer klappt die Altersvorsorge wie gewünscht: Viele Menschen sind nach dem Renteneintritt von Armut bedroht – die kürzlich eingeführte Grundrente soll helfen, dieses Problem zu bekämpfen. Und auch die Finanzierung des gesetzlichen Rentensystems steht in Deutschland vor großen Herausforderungen: Weil die Bevölkerung immer älter wird, müssen immer weniger berufstätige Menschen die Rente von immer mehr Empfängerinnen und Empfängern finanzieren.

Wie hoch ist die Rente aktuell? Und wann ist mit einer Erhöhung zu rechnen? Wann kann man in Deutschland in Rente gehen? Und wie wird die Rente beantragt? Wie beantworten die wichtigsten Fragen.

Rente in Deutschland - Allgemeine Informationen und Fakten:

  • System: Die gesetzliche Rente funktioniert nach dem Äquvivalenz- und dem Solidarprinzip. Heißt: Wer im Arbeitsleben mehr verdient und einzahlt, soll auch mehr Rente herausbekommen. Die Gemeinschaft unterstützt gleichzeitig diejenigen, denen es nicht möglich ist zu arbeiten.
  • Verschiedenen Renten: In der gesetzlichen Rente gibt es neben der gewöhnlichen Altersrente auch noch die Grund-, die Erwerbsminderungs- und die Hinterbliebenenrente.
  • Ausnahmen: Eine große Mehrheit der Selbstständigen und Freiberufler sind von der Versicherungspflicht befreit. Das gilt ebenfalls für Beamte, Berufssoldaten, Richter und natürlich die Rentner selbst.
  • Finanzierung: Die gesetzliche Rente in Deutschland ist grundsätzlich umlagenfinanziert. Das Geld, das über die Arbeitnehmer eingezahlt wird, fließt also direkt an die aktuellen Rentner und Rentnerinnen. Weil das aber nicht ausreicht, muss der Staat ebenfalls einzahlen. Und zwar nicht zu knapp. Rund 30 Prozent des gesamten Bundeshaushaltes, die größten Einnahmen kommen über die Mehrwertsteuer, fließen aktuell in die Finanzierung der gesetzlichen Rente.
  • Probleme: Die Probleme der Unterfinanzierung ergeben sich hauptsächlich aus der zunehmend älter werdenden Bevölkerung in Deutschland. Auf immer mehr Rentner und Rentnerinnen kommen immer weniger Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die in die Rentenversicherung einzahlen.
  • Drei Säulen: Die Altersvorsorge in Deutschland fußt auf drei Säulen. Neben den gesetzlichen Pflichtsystemen gehören noch die betriebliche und die private Altersvorsorge dazu.
  • Ursprung: Der erste Vorläufer der gesetzlichen Rente war die Alterssicherung im Deutschen Reich. Sie wurde am 22. Juli 1889 unter Reichskanzler Otto von Bismarck offiziell eingeführt.

Ab wann kann ich in Rente gehen?

Ab wann Sie in Rente gehen können, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Derzeit gilt für die meisten Versicherten: Das Renteneintrittsalter wird stufenweise von 65 auf 67 Jahren angehoben. Diese Tabelle zeigt, wann Sie in Rente gehen können - ohne Abzüge.

Jahrgang Renteneintrittsalter
1964 (oder jünger) 67 Jahre
1963 66 Jahre und 10 Monate
1962 66 Jahre und 8 Monate
1961 66 Jahre und 6 Monate
1960 66 Jahre und 4 Monate
1959 66 Jahre und 2 Monate
1958 66 Jahre
1957 65 Jahre und 11 Monate
1956 65 Jahre und 10 Monate
1955 65 Jahre und 9 Monate
1954 65 Jahre und 8 Monate

Wie hoch ist die Rente in Deutschland 2022?

In Deutschland gibt es keine festen Beträge für die Rente. Wie hoch diese ausfällt, hängt vielmehr davon ab, wie lange eine Person berufstätig war und wie viel Geld in dieser Zeit monatlich in die Rentenversicherung einbezahlt wurde. Um Menschen mit besonders geringen Bezügen zu unterstützen, wurde 2021 die sogenannte Grundrente eingeführt. Berechtigte erhalten bis zu 418 Euro im Monat extra.

Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, seine Rente aufzubessern – und das bereits im Voraus. Dazu gehört sowohl die private wie auch die betriebliche Altersvorsorge. Ein anderer Weg ist die staatliche Riester-Rente.

Egal ob die Rente hoch oder niedrig ausfällt: Regelmäßig wird sie erhöht. Wie stark diese Rentenerhöhung ausfällt, hängt von der durchschnittlichen Lohnentwicklung in Deutschland ab, an die die Höhe der Renten gekoppelt ist. Für das Jahr 2022 erwartet die Deutsche Rentenversicherung ein deutliches Plus.

Rente mit 63 – Wie ist das möglich?

Die Rente mit 63 ist für viele Menschen ein Traum. Denn eigentlich liegt das Renteneintrittsalter in Deutschland deutlich höher, derzeit bei 67 Jahren. Wer sein Berufsleben früher beenden will, muss Abzüge akzeptieren.

  • Pro Monat, den man vor der "Regelsaltersgrenze" in Rente geht, gibt es einen Abzug von 0,3 Prozent.
  • Die Abzüge verringern die monatliche Rente dauerhaft.
  • Maximal kann die Kürzung 14,4 Prozent betragen.

Doch es gibt Ausnahmen: Wer langjährige versichert ist, also mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann schon früher in Rente gehen. Mit 63 ist das allerdings trotzdem nur für wenige Menschen möglich.

Wann kann ich frühestens in Rente gehen?

Wann genau Menschen in Deutschland in Rente gehen können, hängt nicht nur von ihren Beitragsjahren, sondern auch von ihrem Geburtsjahr ab. Wer vor 1964 geboren wurde, kann seine Berufstätigkeit bereits vor dem offiziellen Renteneintrittsalter von 67 Jahren beenden. Auch der Zeitpunkt, ab dem die Frührente ohne Abzüge in Anspruch genommen werden kann, ist für sie niedriger als für alle Jüngeren.

Rente beantragen – Was muss man beachten?

Wer plant, bald aus dem Berufsleben auszuscheiden, muss zunächst die Rente beantragen. Vielen Menschen erscheint das kompliziert und bürokratisch. Dennoch sollte man sich nicht davor drücken, denn es ist wichtig, den Antrag rechtzeitig zu stellen. Diese Schritte sind besonders wichtig:

  • Mindestens sechs Monate vor Renteneintritt: Überblick über Rentenkonto verschaffen
  • Mindestens vier Monate vor Renteneintritt: Rentenantrag besorgen und Dokumente zusammenstellen
  • Mindestens drei Monate vor Renteneintritt: Rentenantrag stellen

Wer Probleme mit dem Rentenantrag hat, sollte sich rechtzeitig Hilfe holen. Unter anderem die Beratungsstellen der Rentenversicherung, Sozialverbände oder ehrenamtliche Versicherungsberater können in den meisten Fällen helfen.

Formel: Rente berechnen – Wie hoch wird meine Rente sein?

Für viele Menschen ist es eine interessante Frage: Wie hoch wird meine Rente ausfallen? Um das zu erfahren muss man nicht zwingend auf den Bescheid warten, den die Rentenversicherung einmal pro Jahr verschickt. Mit einer einfachen Formel lässt sich relativ genau bestimmen, wie hoch die spätere Rente sein wird. Diese Rechnung berücksichtigt allerdings keine Sonderzahlungen.

Rente versteuern – Wie viel muss ich zahlen?

Wer in Deutschland Rente bezieht, muss diese versteuern. Diese Abzüge sind in den vergangenen Jahren angestiegen, was teilweise für Kritik sorgt. Für eine Rente von 2000 Euro brutto pro Monat waren 2021 beispielsweise 1416 Euro an jährlicher Einkommensteuer fällig. Das ist etwa doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor. Wie viel Steuer bei der jeweiligen Rente bezahlt werden muss, hängt von deren Höhe, dem Jahr des Renteneintritts und dem jeweils aktuellen Jahr ab und ist daher immer unterschiedlich.

Grund für diese Veränderung ist die Umstellung bei der Besteuerung von Renten, die 2005 eingeführt wurde. Seitdem steigt die Steuerlast für Rentnerinnen und Rentner von Jahr zu Jahr – ab 2040 sollen die Bezüge dann voll besteuert werden. Im Gegenzug werden für die Rentenbeiträge, die Berufstätige abführen, immer weniger Steuern fällig.

Doppelbesteuerung der Rente – Wie lautet das Urteil?

Diese Umstellung sorgt für Ärger. Denn Menschen, die derzeit in Rente sind, werden – so die Kritiker – benachteiligt. Sie haben bereits während ihrer Berufstätigkeit Steuern auf die Rentenbeiträge bezahlt – nun wird die Rente auch bei der Auszahlung besteuert.

2021 beschäftigte sich der Bundesfinanzhof mit dem Fall. In seinem Urteil zur Doppelbesteuerung von Rentnerinnen und Rentnern erklärte das Gericht diese aber für rechtens – allerdings mit Einschränkungen. So darf etwa der Grundfreibetrag nicht in die Berechnung des steuerfreien Anteils der Rente mit einbezogen werden. Zudem legten die Richter eine Formel zur Berechnung der auf Renten fälligen Steuern vor.

Grundfreibetrag bei der Rente: Wie hoch ist er?

Der sogenannte Grundfreibetrag ist die Summe, die eine Person in Deutschland im Jahr verdienen darf, ohne darauf Einkommenssteuer zahlen zu müssen. Er ist für berufstätige Personen genauso hoch wie für Rentnerinnen und Rentner. Wie hoch dieser Betrag ist, wird jährlich angepasst.

  • 2018: 9000 Euro
  • 2019: 9168 Euro
  • 2020: 9408 Euro
  • 2021: 9744 Euro
  • 2022: 9984 Euro

Hinzuverdienstgrenze bei der Rente 2022: Wie viel darf ich im Nebenjob verdienen?

Viele Rentnerinnen und Rentner sind noch fit und möchten – zumindest in geringem Umfang – weiterhin Geld verdienen. Das ist aber nur eingeschränkt möglich: Die sogenannte Zuverdienstgrenze legt fest, wie viel Geld man zusätzlich zur Rente verdienen darf. Überschreitet man diese Grenze, gibt es Abzüge.

Diese Seite wurde zuerst auf waz.de veröffentlicht.

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