DFB-Pokal-Achtelfinale

2:1 gegen Wolfsburg – Unions Pokaltraum lebt weiter

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Kevin Behrens (l.), Stürmer von Union Berlin, erzielt den Siegtreffer gegen den VfL Wolfsburg.

Kevin Behrens (l.), Stürmer von Union Berlin, erzielt den Siegtreffer gegen den VfL Wolfsburg.

Foto: imago/Matthias Koch

Union steht nach dem Sieg gegen den VfL Wolfsburg im DFB-Pokal-Viertelfinale. Knoche und Behrens treffen für die Köpenicker.

Berlin.  Der 1. FC Union steht im DFB-Pokal-Viertelfinale. Der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga setzte sich im Achtelfinale am Dienstag mit 2:1 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg durch und kassierte für das Erreichen der Runde der letzten Acht zudem eine Prämie von 1,67 Millionen Euro.

„Über 90 Minuten war der Sieg verdient“, sagte Mittelfeldspieler Rani Khedira. Trainer Urs Fischer sah dies ähnlich: „Wir brauchten einen Moment, um ins Spiel zu kommen, dann lagen wir auch schon zurück. Der Ausgleich war enorm wichtig. Die Mannschaft hat in der zweiten Hälfte ein tolles Spiel gemacht, hat versucht Lösungen zu finden. Das hat mir wirklich gefallen. Ich bin unheimlich stolz auf die Truppe.“

Natürlich war die Partie am Deadline Day überschattet von dem für Union glücklosen Transfertheater um den spanischen Mittelfeldstar Isco. „Wir haben uns bemüht, das zu beeinflussen, was es zu beeinflussen gab. Aber logisch, es war den ganzen Tag ein Thema“, sagte Union-Trainer Urs Fischer. Auch Oliver Ruhnert, Unions Geschäftsführer Profifußball, befand, dass es für die Mannschaft nicht leicht gewesen ist, sich komplett auf das Pokalspiel am Abend zu fokussieren: „Es ist natürlich schwierig. Dieses ganze Thema überlagert dieses Spiel, das ist für eine Mannschaft zusätzlich etwas, was ablenkt. Deshalb haben wir versucht, sie mitzunehmen.“

Profis von Union Berlin über Isco-Deal stets informiert

So waren die Profis den gesamten Tag über die Geschehnisse rund um Isco informiert, auch drüber, dass er sich bereits zum Medizincheck in der Charité befand. Warum die Verpflichtung dennoch geplatzt ist, begründete Ruhnert wie folgt: „Bevor man einen Medizincheck durchführt, hat man alle Dinge besprochen. Für uns war alles klar. Dann wurden noch mal Änderungen gewünscht am Vertrag. Wir hatten als Verein besprochen, dass das so als Paket machbar ist. Und dann war es nach den Änderungen so, dass es nicht geht und für uns war klar, dann lassen wir uns nicht darauf ein, irgendwelche Dinge zu tun, die nicht zu uns passen. Der Spieler tut mir natürlich leid. Für uns ist klar, dass ausverhandelte Dinge ausverhandelte Dinge sind. Nur weil der Spieler in der Stadt ist, der Druck öffentlich da ist, tun wir keine Dinge, die wir sonst nicht tun. Wir wollten bei unserer Philosophie bleiben.

Fischers Forderung an seine Mannschaft war trotz der Wirren um Isco dennoch unmissverständlich. „Die Jungs müssen mit solchen Situationen umgehen. Müssen sich auf das konzentrieren, was wichtig ist. Und das ist das Achtelfinale gegen Wolfsburg.“ Zumindest die ersten Minuten offenbarten, dass die Gastgeber wohl doch nicht komplett bei der Sache gewesen sind.

Ex-Wolfsburger Knoche gleicht für Union Berlin aus

Union ließ sich beeindrucken vom schnellen Anlaufen der Wolfsburger – und wurde prompt dafür bestraft. Nach einem Eckball für die Wolfsburger hob Janik Haberer das Abseits auf, als der Ball zu Luca Waldschmidt kam. Der VfL-Angreifer ließ sich die Chance in Höhe des Elfmeterpunkts und vor allem völlig freistehend nicht entgehen und schob zum 0:1 ein (5.).

Union geschockt? Keineswegs. Der Rückstand schien ein zweiter Anpfiff für Köpenicker zu sein, denn plötzlich waren sie im Spiel. Dabei sollte Josip Juranovic gleich eine entscheidende Rolle spielen. Der kroatische Nationalspieler feierte sein Heim-Debüt in der Alten Försterei, Kapitän Christopher Trimmel musste für ihn auf die Bank.

Schon nach zwölf Minuten hatte Juranovic sein Startelf-Einsatz gerechtfertigt. Nach einer kurzen Ecke flankte der Außenverteidiger geschmeidig in den Wolfsburger Strafraum auf Robin Knoche. Der Ex-Wolfsburger brauchte aus vier Metern nur noch zum 1:1 zu vollenden.

Laidouni debütiert für Union Berlin

Fortan entwickelte sich eine Partie, in der Union feldüberlegen war und durch Jordan Siebatcheu die Riesenmöglichkeit zur Führung hatte. Der Kopfball des Stürmers nach Kopfball-Vorlage von Knoche klatschte aber nur ans Lattenkreuz (27.). Die Wolfsburger, DFB-Pokalsieger von 2015, blieben jedoch immer gefährlich. Nach einem verdeckten Schuss von Paulo Otavio war Union-Torwart Frederik Rönnow zur Stelle (37.).

Nach dem Seitenwechsel kam Union schwungvoll aus der Kabine. Schon 30 Sekunden nach Wiederbeginn versuchte es Niko Gießelmann artistisch (46.). Doch Fischer wollte dem Spiel seiner Elf mehr Impulse geben, brachte Kevin Behrens und Winterzugang Aissa Laidouni (Union-Debüt) für Siebatcheu und Janik Haberer (beide 63.). Die nächste Chance hatte jedoch der VfL durch Ridle Baku – Rönnow war zur Stelle (68.).

Dann kam erneut Juranovic. Ein Antritt, an Pass auf Paul Seguin, eine Flanke auf Sheraldo Becker, der auf Kevin Behrens ablegt – 2:1 für Union (79.), das Viertelfinale war erreicht. Daran konnte auch die Gelb-Rote-Karte für Gießelmann wegen Schwalbe nichts mehr ändern (87.).

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