Union gegen Feyenoord

Polizei: Konzept trotz vieler Festnahmen aufgegangen

| Lesedauer: 21 Minuten
Andreas Gandzior und Michael Färber

Union Berlin traf am Donnerstag auf Feyenoord Rotterdam. Die Polizei war mit 2000 Kräften im Einsatz. Alle News im Blog.

  • Union Berlin spielte am Donnerstagabend im Olympiastadion gegen Feyenoord Rotterdam. Die Berliner verloren 1:2.
  • Anhänger der niederländischen Mannschaft sorgten im Vorfeld des Conference-League-Spiels für Ärger: An der East Side Gallery wurde ein Kunstwerk zerstört, im Hauptbahnhof und in der City West Pyrotechnik gezündet. In der Nacht zu Donnerstag kam es zu Zwischenfällen am Hackeschen Markt und in Kreuzberg.
  • Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz und nahm Feyenoord-Fans und Union-Fans in Gewahrsam.
  • Die Berliner Morgenpost berichtet im Newsblog.

Polizei nach Union-Spiel: Konzept trotz vieler Festnahmen aufgegangen

13.30 Uhr: Die Berliner Polizei hat trotz mehr als 300 Festnahmen eine positive Bilanz ihrer zwei Tage währenden Einsätze rund um das Hochrisikospiel in der Conference League von Union Berlin gegen Feyenoord Rotterdam gezogen. „Das Sicherheitskonzept, das können wir sagen, ist aufgegangen“, hieß es am Freitagmorgen von der Polizei. Im offiziellen Bericht wurden derweil neue Details der zahlreichen Auseinandersetzungen mit Fans beider Vereine, aber auch mit extra angereisten Fußball-Hooligans von Energie Cottbus und aus Polen publik.

Die Vielzahl der vorgeworfenen Vergehen beinhaltete dabei den Verdacht des Landfriedensbruches, des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, der gefährlichen Körperverletzung, des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Die Polizei hatte das Hochrisikospiel am Donnerstagabend mit rund 2000 Beamten aus Berlin und 500 Einsatzkräften aus anderen Bundesländern begleitet. Am Vortag waren bereits 600 Polizisten im Einsatz. Wegen diverser Delikte wurden an diesem Tag 139 Personen festgenommen, am Spieltag folgten 182 Festnahmen. Ein Polizist wurde leicht verletzt, konnte aber seine Arbeit fortsetzen.

Unmittelbar vor dem Spiel hatte die Polizei von einzelnen Angriffen, Sachbeschädigung und dem Abbrennen von Pyro-Fackeln in Stadionnähe sowie in Berliner U-Bahnstationen berichtet. Die befürchtete große Konfrontation der Fanlager konnte aber verhindert werden.

Für Aufsehen hatte eine Graffiti-Aktion an der East Side Gallery am Mittwoch gesorgt. Im Stadion brannten die Feyenoord-Anhänger kurz vor und nach dem Anpfiff zahlreiche Bengalos ab und warfen diese in den Innenraum. Mit diesem Fehlverhalten wird sich die Europäische Fußball-Union beschäftigen und vermutlich mindestens eine Geldstrafe gegen den niederländischen Club verhängen. Im Union-Block kam es zu keinem sichtbaren Fehlverhalten der Anhänger.

Feyenoord distanzierte sich vom Auftreten der als gewaltbereit bekannten Anhänger. „In unseren Augen sind es keine Fans. Denn Fan sein bedeutet unterstützen, und diese Figuren helfen unserem Verein auf keinerlei Weise, sondern sie schaden Feyenoord“, sagte ein Club-Sprecher. „Wir lehnen jede Form schlechten Benehmens ab. Wenn du Gast in einer Stadt bist, dann hast du dich normal zu benehmen.“

Gewerkschaft der Polizei: Sportfeinde missbrauchen Spiel zum Ausleben ihrer Gewaltphantasien

8.51 Uhr: Dass mehr als 2000 Einsatzkräfte rund um das Fußballspiel nötig gewesen sind, sei „traurig“, sagte Stephan Kelm, Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin. „Angesichts der Vorgeschichte in Rotterdam und der erkennbaren Mobilisierung einer spürbar gewaltbereiten Hooligan-Szene des halben Kontinents war der gewählte Personalansatz richtig und zeigt die professionelle Vorbereitung der Berliner Polizei.“

Dass „Sportfeinde“ das Spiel zum „Ausleben ihrer Gewaltphantasien missbrauchen“, sei schade. „Gefährliche Körperverletzungen, Tätliche Angriffe und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz sind keine Lappalien, fast 250 Festnahmen im Vorfeld sprechen eine klare Sprache“, so Kelm weiter. Laut der GdP wurde eine Einsatzkraft verletzt.

Polizei: „Der Abmarsch verlief ruhig“

0.46 Uhr: Nach dem Conference-League-Spiel von Union Berlin gegen Feyenoord Rotterdam (1:2) ist es laut Polizei zu keinen weiteren Ausschreitungen von Fußball-Fans gekommen. „Der Abmarsch verlief ruhig“, hieß es am frühen Freitagmorgen von den Sicherheitskräften am Olympiastadion. Die Fanlager waren von der Polizei getrennt worden. Die Situation in der Stadt werde allerdings weiter beobachtet.

Union-News am Donnerstag, 4. November 2021:

Getrennte Heimwege für Union- und Feyenoord-Fans

22.50 Uhr: Auch nach dem Spiel werden die Fans der beiden Mannschaften streng separiert.

Feyenoord-Fans beklagen hartes Durchgreifen der Polizei

21.31 Uhr: In einem griechischen Lokal in der Nähe des Olympiastadions hat sich eine Gruppe niederländischer Fans versammelt. Sie beklagen, dass die Berliner Polizei in ihrem Fall unverhältnismäßig durchgegriffen habe. Eine Person aus der Gruppe habe auf dem Weg einen Feuerwerkskörper gezündet, woraufhin die gesamte Gruppe von der Polizei aufgehalten und durchsucht worden sei. Das Spiel im Stadion haben die Rotterdam-Fans deshalb verpassrt. Die Stimmung ist trotzdem gut, zumal die Niederländer gerade in Führung gegangen sind.

Feyenoord-Fans zünden massiv Pyrotechnik im Stadion

21.05 Uhr: Zum Einmarsch der Mannschaften zündet der Feyenoord-Block massiv Pyrotechnik und wirft die Fackeln auch in den Innenraum des Stadions. Das Olympiastadion ist eine einzige Rauchwolke. Die Polizei bezog daraufhin vor dem Block Stellung.

Sechs festgenommene Rotterdam-Fans weiter in Gewahrsam

20.40 Uhr: Von den 71 gestern festgenommenen Feyenoord-Fans verbringen sieben eine weitere Nacht in einem Polizeigewahrsam. Das entschied ein Richter. Bei den anderen Fans dauert die Haftprüfung noch an. Sie werden das Spiel damit nicht vor Ort erleben.

Schon einige Feyenoord-Fans im Olympiastadion

19.51 Uhr: Der Feyenoord-Block ist schon gut gefüllt. Schätzungsweise sind bereits rund 2500 Rotterdamer Fans im Stadion, alle in Schwarz. Und sie machen sich auch schon lautstark bemerkbar.

Probleme bei der BVG

20.03 Uhr: Aktuell hat die BVG Probleme auf der U2. Mehrere leere Züge fahren ohne Halt durch. Gründe unbekannt. An einem Zug sollen Fans die Scheiben rausgeschlagen haben. So eine Sicherheitsmitarbeiterin. Bestätigt konnte das bislang nicht werden. Doch die Fans aus Rotterdam üben sich friedlich in Geduld.

Viel Betrieb in den S-Bahnen Richtung Olympiastadion

19.49 Uhr: Es kann zu Verspätungen kommen. Fahrgäste brauchen unter Umständen Geduld.

U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz eingenebelt

19.45 Uhr: Die Berliner Polizei hat Feyenoord-Fans an der Linienstraße / Alte Schönhauser Straße kontrolliert. Nach ersten Angaben randalierten dort mehr als 100 Fans im U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz. Dabei sollen auch Pyros gezündet worden sein. Der U-Bahnhof war komplett verraucht. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Personalien wurden festgestellt.

Am U-Bahnhof Alexanderplatz musste nach Zerstörung einer Tür ein Zug ausgetauscht werden.

Polizei auch im U-Bahnhof Theodor-Heuss-Platz

18.47 Uhr: Polizei und Sicherheitspersonal der BVG sind im U-Bahnhof Theodor-Heuss-Platz. Dort sei aber alles friedlich. Die Fans seien laut.

Nebelbengalos im U-Bahnhof

18.46 Uhr: Rotterdam-Fans werfen Nebelbengalos im U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz auf den Bahnsteig.

Am Bahnhof Friedrichstraße wird Pyro gezündet

18.44 Uhr: Gut zwei Stunden vor dem Anpfiff wird Pyrotechnik am Bahnhof Friedrichstraße gezündet.

Union Berlin: "Denkt bitte an die Hygieneregeln"

18.40 Uhr: Vor dem Spiel erinnert der 1. FC Union Berlin noch einmal an die Corona-Regeln.

Erste Festnahmen nach Angriffen auf Polizisten

18.32 Uhr: Es bleibt leider nicht immer friedlich. An der Rominter Allee gibt es erste Festnahmen.

Kontrollen am Olympiastadion werden einige Zeit in Anspruch nehmen

18.06 Uhr: Die Polizei bittet die Fans, sich rechtzeitig auf den Weg zum Olympiastadion zu machen. "Die Kontrollen werden einige Zeit in Anspruch nehmen und Sie wollen sicher pünktlich zum Anpfiff auf Ihren Plätzen sitzen."

Rotterdam-Fans versammeln sich - Nebeltöpfe und Pyro gezündet

17.45 Uhr: Aktuell versammeln sich größere Fan-Gruppen aus Rotterdam am Hackeschen Markt, am Alexanderplatz und am Potsdamer Platz, erfuhr die Berliner Morgenpost aus Sicherheitskreisen. Vereinzelt werden Nebeltöpfe und Pyrotechnik gezündet - so auch in einer Berliner U-Bahn-Station. In einer Bar am Alexanderplatz haben sich offenbar gewaltbereite sogenannte Hochrisiko-Fans aus Rotterdam getroffen.

Polizei Berlin: Der Nachmittag verlief bisher ruhig

17.28 Uhr: Die Fans stimmten sich tagsüber auf das Spiel am Abend ein. Die Polizei zog eine erste Zwischenbilanz. "Der Nachmittag verlief bisher ruhig. In Lokalitäten am Alex & Hackeschen Markt versammelten sich z.T. mehrere hundert Feyenoord-Fans, es gab kleinere Rangeleien & Abbrennen von Pyro", twitterte die Behörde. Einige Fangruppen seien nun auf dem Weg zum Olympiastadion. Die Kassen öffnen 18.30 Uhr.

Noch unklar, ob festgenommene Rotterdam-Fans ins Olympiastadion können

17.14 Uhr: Ob die Rotterdam-Fans, die in der Nacht zu Donnerstag in Gewahrsam genommen worden sind, das Fußball-Spiel im Olympiastadion live erleben können, ist noch immer unklar. Wie ein Polizeisprecher sagte, sollen sie ab 17 Uhr einem Haftrichter vorgeführt werden. Dieser müsse dann nach Faktenlage entscheiden, ob sie weiter in Gewahrsam bleiben müssen, oder nicht. Wie lange das dauern wird, und wann die Vorführung bei den Richtern beginnt, ist noch unklar. Es komme auch darauf an, wie viele Richter im Bereitschaftsdienst sind. Formaljuristisch muss bis Mitternacht eine Entscheidung fallen, ob sie auf freien Fuß gesetzt werden können, oder nicht.

Regen in Berlin: Fans laufen doch nicht zusammen zum Olympiastadion

16.47 Uhr: Aktuell liegen der Polizei keine Erkenntnisse vor, dass die Fans von Feyenoord Rotterdam sich am Theodor-Heuss-Platz versammeln und geschlossen zum Olympiastadion laufen. Am Mittwoch und auch am Donnerstag gab es entsprechende Gerüchte, dass sich die Fans dort treffen und versammeln wollten. Ein Polizeisprecher sagte: In diesem Fall haben wir das Regenwetter auf unserer Seite.

Gäste-Fans sollen mit der U-Bahn anreisen

15.45 Uhr: Um ein Aufeinandertreffen mit den Fans von Union Berlin zu verhindern, wurden die Rotterdam-Fans darauf hingewiesen, mit der U-Bahn zum Olympiastadion zu fahren. Die Fans von Union Berlin sollten die S-Bahn nehmen.

Union gegen Feyenoord: Gegenstand gesprengt

15.35 Uhr: Der verdächtige Gegenstand am Hardenbergplatz ist durch Spezialisten der Berliner Kriminaltechnik vor Ort gesprengt worden. Dabei handelte es sich um einen Tresor. Er sei ungefährlich gewesen, wie die Polizei mitteilte. Die Sperrung des Parkplatzes am Hardenbergplatzes ist aufgehoben. Auch die Züge der U2 und der U9 halten wieder am Zoologischen Garten.

Verdächtiger Gegenstand am Hardenbergplatz

14.50 Uhr: Am Hardenbergplatz ist der Polizei ein verdächtiger Gegenstand gemeldet worden. Er werde nun von Einsatzkräften überprüft, wie die Polizei bei Twitter unter dem Spieltags-Hashtag #FCUFEY mitteilte. U-Bahnen der Linien U2 und U9 halten derzeit nicht am Zoologischen Garten. Auch der Parkplatz am Hardenbergplatz wurden gesperrt, wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mitteilte.

2000 Polizisten im Einsatz

14.45 Uhr: Mehr als 2000 Einsatzkräfte von Polizei und Bundespolizei sind am Donnerstag in Berlin im Einsatz. Dazu zählen auch berittene Einheiten, wie die Polizei bei Twitter mitteilte. Sie sollen dafür sorgen, dass die Fans von Union und von Feyenoord "getrennt voneinander den Abend genießen", wie die Polizei mitteilte.

Feyenoord-Fans zünden Bengalos am Kudamm - Festnahmen

14.18 Uhr: Bereits mehrere Stunden vor Anpfiff musste die Polizei am Donnerstag mit mehreren Wagen in der City West ausrücken, weil etwa 50 Gästefans an der Ecke Joachimsthaler- und Kantstraße Bengalos zündeten. Einige von ihnen wurden festgenommen. "Sie tun mir weh, Sie tun mir weh", schrie eine junge Frau, während zwei Polizisten sie in den Wagen abführten. "Hier ist ja ordentlich was los", sagte eine Passantin, als sie an der Joachimsthaler Straße vorbeiging. Etwa ein Dutzend weitere Rotterdam-Fans standen in Reihe mit den Händen am ehemaligen Karstadt-Gebäude. Hinter ihnen versperrten Polizisten ihnen den Weg.

Wenige Meter weiter fanden sich einige Rotterdam-Fans im Biersalon und im Hardrock-Café am Kurfürstendamm ein, wo es jedoch bislang friedlich ist. Weitere 150 Rotterdam-Anhänger feierten am Hackeschen Markt in Mitte. Auch am Alexanderplatz trafen sich Fans. Vereinzelt seien Nebeltöpfe abgebrannt worden. Auseinandersetzungen gab es jedoch zunächst nicht.

Berliner Polizei mahnt auf Deutsch und Holländisch

14 Uhr: Vor dem Europapokal-Spiel rief die Polizei die Fans zu einem friedlichen Verhalten auf - in Tweets auf Deutsch und Holländisch: "Es sind noch 7h bis zum Anpfiff - Zeit, sich entspannt auf eine gute & faire Partie Fußball zu freuen. Denn das soll heute im Mittelpunkt stehen."

Stiftung Berliner Mauer entsetzt über Beschmierungen durch Fußball-Fans

13.21 Uhr: Die Stiftung Berliner Mauer verurteilte die mutwilligen Beschmierungen an der East Side Gallery. Die Stiftung werde strafrechtliche Schritte einleiten, weil es sich um Sachbeschädigung eines eingetragenen Denkmals handelt. "Wir erwarten, dass der Fußballverein Verantwortung für seine Fans übernimmt und die Reinigungskosten für den Schaden trägt. Die East Side Gallery ist aufgrund ihrer historischen Bedeutung ein eingetragenes Denkmal. Sie ist eines der international bekanntesten Denkmale dieser Stadt und verdient denselben Respekt wie etwa das Brandenburger Tor und die Deutsche Oper", teilte der Direktor der Stiftung, Prof. Dr. Axel Klausmeier, am Donnerstag mit. "Viel lieber würden wir uns auf unsere Vermittlungsarbeit konzentrieren und an diesem lebendigen und vielseitigen Ort mitten in der Stadt über die Berliner Mauer, ihre Wirkung und die Kraft der Kunst an der East Side Gallery diskutieren. Stattdessen muss nun erneut eine aufwendige Reinigung organisiert und bezahlt werden, um den historischen Ort zu erhalten."

Feyenoord gegen Union Berlin: Polizei nimmt Hooligans in Gewahrsam

Bereits am Mittwoch war es zu mehreren Zwischenfällen gekommen. Die Beamten nahmen 71 Anhänger von Union Berlin und Feyenoord Rotterdam in Gewahrsam. Richterinnen und Richter prüfen seit dem Donnerstagmorgen, ob gegen sie oder einige von ihnen aus Gefahrenabwehrgründen ein Anschlussgewahrsam verhängt werden kann. Dies würde bedeuten, dass sie erst nach dem Ende des Spiels wieder freigelassen werden. Die Prüfung dauerte am Donnerstagmittag noch an. Die Fans kamen bis in die Nacht immer wieder in kleineren Gruppen zusammen, dabei wurde in größeren Mengen Alkohol konsumiert und auch randaliert.

Im Treptower Park und in Tempelhof waren am Mittwochabend größere Auseinandersetzungen angekündigt worden. Da die Polizei davon erfuhr, konnten die Einsatzkräfte zeitnah einschreiten und die Anhänger beider Vereine festnehmen. Bei der Durchsuchung wurde unter anderem Pyrotechnik gefunden. Ob die Fans noch bis nach dem Spiel am Donnerstagabend in Gewahrsam bleiben, wird derzeit geprüft.

Videos bei Twitter zeigen, dass sich am Abend zahlreiche Feyenoord-Fans auch am Hackeschen Markt in Mitte sammelten, auch dort wurde Pyrotechnik gezündet. Behelmte Hundertschaften der Polizei waren vor Ort. Gaststätten stellten den Ausschank von Alkohol am Abend ein und schlossen frühzeitig. Verletzt wurde niemand.

Später am Abend gab es einen weiteren Polizeieinsatz in Kreuzberg. Szenekundige Beamte aus den Niederlanden, die eng mit der Berliner Polizei zusammenarbeiten, konnten an der Gneisenaustraße Ecke Mehringdamm sogenannte "Ultras" der Rotterdam-Fans feststellen. Auch dort wurden Feuerwerkskörper und Bengalos gezündet. Die knapp 130 Personen wurden durch Kräfte der Berliner Polizei und Einsatzhundertschaften aus Sachsen-Anhalt festgesetzt. Mindestens 20 Rotterdam-Fans flüchteten, konnten aber im Bereich der Blücherstraße gestellt werden. Nahezu alle der festgestellten niederländischen Fans kamen in ein Polizeigewahrsam. Bis in die Nacht gab es in ganz Berlin immer wieder kleinere Zusammenkünfte von Fans, teilweise wurde Pyrotechnik gezündet.

Feyenoord-Fans zünden Nebeltopf im Berliner Hauptbahnhof

Am Mittwochnachmittag hatten anreisende Feyenoord-Fans im Berliner Hauptbahnhof provoziert. Videos zeigen, wie Anhänger einen Nebeltopf zünden. Weiter ist zu sehen, wie Einsatzkräfte der Berliner Polizei die Fans des niederländischen Teams aus dem Hauptbahnhof hinausbegleiten.

Rotterdam-Fans übersprühen Kunstwerke an der East Side Gallery

Schon in der Nacht zu Mittwoch hatten Unbekannte einen Teil der East Side Gallery mit einem großen „Feyenoord“-Graffito verunstaltet. Laut Polizeiangaben handelt es sich um einen 18 mal zwei Meter großen Schriftzug. Dabei wurde das Kunstwerk "Der müde Tod" von Hans-Peter Dürhager und Ralf Jesse vermutlich vollkommen zerstört.

Gegen 1.45 Uhr hatte ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma am Mühlendamm in Friedrichshain zwei vermummte Menschen bemerkt, die mit dem Graffito in Verbindung gebracht wurden, so ein Polizeisprecher. Bei der Absuche der Umgebung gelang es den alarmierten Einsatzkräften, die beiden Tatverdächtigen zu entdecken.

Bei den Männern im Alter von 21 und 25 Jahren wurden Farbreste an den Händen festgestellt und mehrere Farbspraydosen beschlagnahmt. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wurden die Festgenommenen dem Fachkommissariat für Kriminalität im Zusammenhang mit Sportereignissen des Landeskriminalamtes überstellt.

Im Laufe des Mittwochs wurde das Graffito wieder übermalt: Bilder beim Kurznachrichtendienst Twitter zeigen, dass auf dem „Feyenoord“-Schriftzug nun „Ultras Union" zu lesen ist. Später wurde auch diese Aufschrift mit "Hertha BSC" übersprüht.

Union Berlin gegen Feyenoord Rotterdam: 1900 Polizisten im Einsatz

In Berlin sind die Sicherheitskräfte sensibilisiert. „Uns ist der Umstand bekannt, welche Fans mitreisen und welche Fans zu erwarten sind. Wir sind gut aufgestellt“, hieß es am Mittwoch von den Berliner Sicherheitskräften. Erwartet wird eine mittlere vierstellige Zahl an Gäste-Anhängern.

Insgesamt sind am Donnerstag 1900 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Berliner Beamten erhalten dabei Unterstützung aus fünf weiteren Bundesländern. Die Zufahrtswege zum Stadion werden von der Bundespolizei überwacht. Auch die Reiterstaffeln der Bundespolizei sind im Einsatz.

Schon bei der Anfahrt sollen die Fans separiert werden

Mit dem Gegner und der Berliner Polizei sei an einem Sicherheitskonzept gearbeitet worden, sagte Unions Kommunikationschef Christian Arbeit. Ziel sei es, die Fans beider Clubs vor, während und nach dem Spiel zu separieren. Die niederländischen Fans sollen nur mit der U-Bahn zum Olympiastadion anreisen und werden dann von der Polizei durch den Olympiapark Richtung Gästeblock eskortiert. Die Union-Fans hingegen sollen mit der S-Bahn anreisen. Mit 800 Ordnern biete der Verein eine Rekordzahl an privatem Sicherheitspersonal auf.

Auch an sogenannten Drittorten und an symbolträchtigen Orten erwartet die Polizei Ausschreitungen. Laut niederländischen Medien könnten auch Brandanschläge an der Alten Försterei geplant sein. Die Polizei kündigte an, auch an diesen Orten präsent zu sein.

Zudem gehe man davon aus, dass viele gewaltbereite Fans aus dem übrigen Bundesgebiet anreisen werden, um die Union-Fans in Berlin gegen die Fans von Rotterdam zu unterstützen, hieß es. Wie es in Union-Fankreisen heißt, müssten sich die Rotterdam-Fans "warm anziehen". Union-Fans wollten vor der Alten Försterei und in der Altstadt Köpenick präsent sein, um etwaige Aktionen zu unterbinden. Dabei unterstützt werden sie offenbar auch von Hertha-Fans.

Feyenoords Aufsichtsratsvorsitzender Toon van Bodegom hatte im Vorfeld an die eigenen Fans appelliert: „Wir fordern jeden auf, sich in Berlin gut zu benehmen, sonst schaden sie dem Klub enorm“, sagte der Niederländer. Worte, die bei einigen Unverbesserlichen offenbar kein Gehör gefunden haben.

Olympiastadion: Kurzfristig 5000 Fans mehr zugelassen

Für die Partie im Berliner Olympiastadion wurden kurzfristig 30.000 Fans und damit 5000 mehr als zuletzt zugelassen. 5200 Karten gingen an Fans des niederländischen Traditionsclubs.

Union Berlin gegen Feyenoord Rotterdam ab 21 Uhr im Stream von RTL+

Union empfängt den niederländischen Erstligisten aus Rotterdam am Donnerstag (21 Uhr) im Olympiastadion. Das Spiel läuft auf RTL+ live im Stream. Schon im Hinspiel vor zwei Wochen hatte es Ärger mit Feyenoord-Fans gegeben. Damals war eine Union-Delegation um Klub-Präsident Dirk Zingler am Vorabend der Partie in einer Bar attackiert worden. Niederländische Hooligans hatten die Gruppe mit Tischen und Stühlen beworfen, die Polizei musste eingreifen.

Mehr über Union Berlin lesen Sie hier

( JL, psi, bee, jp )