Conference League

Union steht mit einem Bein in der Gruppenphase

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Michael Färber
Taiwo Awoniyi (r.), Stürmer von Union Berlin, war Mann des Spiels in Helsinki gegen Kuopion PS.

Taiwo Awoniyi (r.), Stürmer von Union Berlin, war Mann des Spiels in Helsinki gegen Kuopion PS.

Foto: Matthias Koch / imago

Union gewinnt das Play-off-Hinspiel der Conference League bei Kuopion PS mit 4:0. Awoniyi, Kruse und Voglsammer treffen in Helsinki.

Berlin. Die Frage, ob man das erste Spiel im Europapokal nach 20 Jahren genießen sollte, beantworteten die Profis von Union Berlin direkt nach dem Abpfiff im Olympiastadion von Helsinki.

Statt voller Überschwang die Arme hochzureißen, weil man sich gerade mit einem 4:0 (3:0) gegen den finnischen Vertreter Kuopion PS eine glänzende Ausgangsposition für das Erreichen der Gruppenphase in der Europa Conference League geschaffen hatte, bildeten die Spieler direkt auf dem Rasen einen Kreis.

Bloß nicht zu übermütig werden, trotz der Tatsache, dass im Rückspiel am kommenden Donnerstag (20.15 Uhr) im Berliner Olympiastadion sogar eine Niederlage mit drei Toren Unterschied sechs weitere internationale Spiele für die Mannschaft von Trainer Urs Fischer bedeuten würde. Davon ist nach einer insgesamt überzeugenden Leistung in Helsinki jedoch nicht auszugehen.

Fans von Union Berlin fackeln Pyros ab

Trotz des ursprünglichen Verbots der europäischen Fußball-Union Uefa, dem zufolge wegen der Coronavirus-Pandemie keine Gästefans zugelassen sind, hatten sich Union, Kuopio und der Uefa-Delegierte für die Parte offensichtlich auf Abläufe verständigt, die den nach Finnland gereisten Union-Anhängern Zugang zum Stadion ermöglichten.

Und ein paar Unverbesserliche jener rund 500 Fans im Stadion dankten dies mit einem Schmäh-Transparent („Can’t Stop Fans - UEFA = Mafia“) sowie dem Abbrennen von Bengalos, auf dessen Verbot Union selbst seine Anhänger noch vor der Partie auf seiner Internetseite hingewiesen hatte.

Es sollte das Einzige sein, was den positiven Gesamteindruck der Köpenicker bei ihrer Europacup-Rückkehr gestört hat. Denn Union lieferte gegen Kuopion PS vor 5632 Zuschauern einen Auftritt ab, der sich durchaus sehen lassen konnte – und das hatte nicht nur mit dem Outfit zu tun, mit dem Coach Fischer seine Mannschaft an der Seitenlinie dirigierte: Der Schweizer hatte dem Anlass angemessen sein ansonsten eher sportliches Outfit gegen den schwarzen Europapokal-Anzug getauscht.

Union Berlin geht durch Awoniyi früh in Führung

„Wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt, waren sehr aggressiv, haben uns die Räume erlaufen und haben eine gute Bewegung mit dem Ball gezeigt. Mit dem Treffer zum 1:0 haben wir Kuopio etwas überrascht“, analysierte Fischer.

Tatsächlich setzten die Berliner nach einer durchaus schwungvollen Anfangsphase der Finnen das erste Ausrufezeichen. Nach einem Doppelpass mit Max Kruse passte der erstmals bei Union eingesetzte Tymoteusz Puchacz von links in den Strafraum, wo Taiwo Awoniyi eher an den Ball kam als Henri Toivomäki und zum 1:0 einschoss (7.).

Ab diesem Moment hatte Union die Partie unter Kontrolle, zwang Kuopio durch aggressives Anlaufen zu Fehlern und nutzte zwei davon eiskalt aus. Nach einem Ballgewinn wurde Awoniyi von Genki Haraguchi auf die Reise geschickt. Der Nigerianer setzte Kruse mustergültig in Szene, der sich die Chance zum 2:0 nicht entgehen ließ (30.). Wenige Augenblicke später war es Kruse, der nach Ballgewinn quer auf Awoniyi passte. Ein Schuss von der Strafraumkante, rechter Innenpfosten, 3:0 für Union (31.).

Voglsammer setzt den Schlusspunkt für Union Berlin

„Es ist noch nicht zu Ende. Wir müssen es in Berlin zu Ende bringen“, sagte Awoniyi, „es war ein gutes Spiel von mir, aber auch von der ganzen Mannschaft.“ Diese schaltete nach dem Seitenwechsel ein wenig in den Verwaltungsmodus, auch wenn Coach Fischer erklärte: „In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, weiter dranzubleiben und nicht nachzulassen. Kuopio war nach der Pause dominanter, es passte aber zum Spiel, dass wir noch mal mit einem Tor nachlegen konnten.“

Der eingewechselte Andreas Voglsammer erhöhte in der Nachspielzeit auf 4:0 (90.+2). Kurz zuvor hatte Union-Torwart Andreas Luthe gegen Lucas Rangel in höchster Not eingreifen müssen, bei der anschließenden Ecke hatte Union Glück, dass Toivomäki den Ball nur an die Latte köpfte (90.).

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