1. FC Union Berlin

Union gewinnt gegen Dresden – Spende für Hochwasser-Hilfe

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Marcus Ingvartsen (r.) bringt Union Berlin gegen Dynamo Dresden in Führung.

Marcus Ingvartsen (r.) bringt Union Berlin gegen Dynamo Dresden in Führung.

Foto: Andreas Gora / dpa

Beim 3:0 gegen den Zweitliga-Aufsteiger Dresden präsentieren sich einige Offensivspieler von Union Berlin in guter Frühform.

Berlin. Die größte Geste kam vom Klub selbst, und sie ging nicht in Richtung der eigenen Fans, sondern basierte auf deren Beitrag. 3278 Zuschauer waren am Sonnabend in die Alte Försterei gekommen, hatten zum Test gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden Tickets erworben. Die Einnahmen daraus, verkündete Stadionsprecher Christian Arbeit kurz vor dem Anpfiff, spendet der 1. FC Union an die Hochwasseropfer im Südwesten Deutschlands. „Es ist eine kleine Geste, die vielleicht ein bisschen Mut macht. Die betroffenen Menschen sollen wissen, dass sie nicht allein sind“, so Union-Präsident Dirk Zingler. Die Anhänger des Fußball-Bundesligisten quittierten den Entschluss mit viel Wohlwollen.

Ganz ähnlich begleiteten sie auch die Partie gegen den Zweitliga-Aufsteiger, den ersten echten Test im eigenen Stadion. Dafür hatte Dresden zuvor einem starken Gegner getrotzt und den Weg nach Berlin ohne Hindernisse zurückgelegt. Was Dukla Prag vor Wochenfrist wegen eines Staus bekanntlich nicht gelungen ist und weshalb aus dem geplanten Test nur ein internes Spiel des Union-Teams wurde. Nun also mit einem richtigen Kontrahenten, und einem verdienten Erfolg. Mit 3:0 (2:0) setzte sich Union durch. Marcus Ingvartsen (37.), Andreas Voglsammer (45.) und Robin Knoche (54.) erzielten die Tore. „Die Jungs haben ein gutes Spiel gemacht, obwohl sie nach dem harten Training von gestern noch müde waren“, so Trainer Urs Fischer.

Ingvartsen, Voglsammer und Knoche treffen für Union Berlin

Der Schweizer schickte diesmal eine Elf in die erste Halbzeit, in der vier Profis auch zuvor im Test gegen den Drittligisten Viktoria 89 (5:2) in der Anfangsformation standen. Zudem durfte sich Torwart Andres Luthe zeigen, nachdem gegen Viktoria Jacob Busk zwischen den Pfosten gestanden hatte. Wichtigste Folge der Neu-Sortierung war, dass Kevin Behrens und Voglsammer, die beide gegen Viktoria getroffen hatten, diesmal gemeinsam in der Spitze auf dem Platz standen. Das brachte einiges an Gefahr. Insgesamt agierten die Köpenicker spielfreudig, versuchten es oft über die Außen mit Flanken. Fischer ließ sein Team flexibel agieren, in der Vorwärtsbewegung ein 3-5-2-System spielen, in der Rückwärtsbewegung ein 5-3-2. Was aber seltener erforderlich war, denn Dresden tat sich offensiv schwer. „Es ist alles aufgegangen, das hat in vielen Aktionen sehr gut funktioniert“, sagte der Coach.

Die Berliner waren bissig in den Zweikämpfen, entschlossen in den Aktionen. Nach Ablage von Behrens marschierte Ingvartsen halblinks zum Tor und drosch den Ball in den kurzen Winkel zur Führung. Behrens war es auch, der eine Uneinigkeit zwischen Torwart und Verteidiger von Dynamo nutzte und den Ball zum Tor brachte, im Nachsetzen erhöhte Voglsammer auf 2:0.

Trainer Fischer tauscht bei Union Berlin alle Feldspieler aus

Unions Überlegenheit blieb auch in der zweiten Hälfte erhalten, in der Fischer zunächst sechs neue Feldspieler brachte. Nach zwei Dritteln der Spielzeit vollzog der Coach auch bei den verbliebenen vier Feldspielern einen Austausch. Da stand es schon 3:0, denn Knoche hatte nach Eckball von Ingvartsen per Kopf getroffen. Voglsammer vergab hingegen eine große Chance (59.).

Zwar ergaben sich für die Köpenicker noch ein paar weitere Gelegenheiten, insgesamt wirkte die Vorstellung nach dem Komplett-Wechsel allerdings nicht mehr ganz so flüssig wie zuvor. Für Trainer Fischer dürfte das allerdings noch kein Problem darstellen. Nach einem freien Tag reist Union am Montag ins Trainingslager nach Österreich, wo weiter an der Abstimmung und der Einbeziehung der Zugänge ins Union-Spiel gearbeitet wird. „Es ist auch mal gut, was anderes zu sehen. Die Belastung wird hoch sein“, blickte der Trainer auf die kommende Woche voraus.

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( ste )