Union Berlin

Unions Trimmel setzt nur in einem Punkt ein klares Statement

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Michael Färber
Christopher Trimmel (r.), Kapitän von Union Berlin, ist gegen den Augsburger Amaral Borduchi Iago zur Stelle.

Christopher Trimmel (r.), Kapitän von Union Berlin, ist gegen den Augsburger Amaral Borduchi Iago zur Stelle.

Foto: Christof Stache / AFP

Union-Kapitän Trimmel engagiert sich mit anderen Spielern gegen Homophobie. Doch wie denkt er über eine Vertragsverlängerung?

Berlin. Dass Christopher Trimmel zu jenen Fußball-Profis zählt, die auch über den sportlichen Tellerrand hinaus schauen, zeigt sich gerade erst wieder in diesen Tagen. Der Kapitän des 1. FC Union hat zusammen mit 800 weiteren Bundesliga-Profis unter dem Stichwort #ihrkönntaufunszählen ein klares Statement gegen Homophobie gesetzt. „Wenn ein Spieler zu uns kommt und sich outet, dann hat er unsere volle Unterstützung“, erklärt der Österreicher.

Schon beim Thema Rassismus sei ein Ruck durch die Liga gegangen. Es sei nun an der Zeit, dass es auch beim Thema Homosexualität passiert. „Dabei ist es nicht wichtig, in wessen Namen man darüber spricht. Sondern dass man überhaupt darüber spricht. Wenn das bei jedem einzelnen etwas auslöst auch in der Mannschaft, dann hat es seinen Zweck schon erfüllt“, sagt Trimmel zur Aktion, die das Fußball-Magazin „11 Freunde“ initiiert hat und an der auch Trimmels Teamkollegen Max Kruse und Christian Gentner teilnehmen.

Trimmels Vertrag bei Union Berlin endet im Sommer

Seit Sommer 2014 ist Trimmel nun bereits bei Union. Doch es scheint, als wäre der Österreicher gerade in den vergangenen Monaten nachdenklicher denn je geworden, wenn es um die allgemeine Situation geht, oder auch nur um seine eigene bei den Köpenickern. Was angesichts der monatelangen Coronavirus-Pandemie auch nicht wirklich verwundert.

„Natürlich spielt das auch eine Rolle“, gibt Trimmel zu, auch mit Blick auf seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei Union. „Insgesamt ist es für viele Fußballer nicht so einfach, auch nicht für die Vereine. Ich glaube schon, dass viele Vereine und Spieler Sicherheit haben wollen. Ich glaube auch, dass sich die Wechsel von Spielern in den entsprechenden Transferperioden eher nach hinter verschieben werden, weil die Vereine nicht mehr so mit dem Geld rumscheißen können. Die Zeiten sind nicht mehr so einfach, wo du easy-cheesy einen neuen Verein findest“, verdeutlicht der 33-Jährige.

Union Berlin glaubt an einen Verbleib Trimmels

Ob er seinen bislang sieben Jahren in Köpenick weitere hinzufügen wird, ist offen. „Ich kann es nicht sagen, im Fußball sind viele Dinge wichtig, da geht es nicht nur um Vertragsdauer oder Gehalt, sondern auch um die Familie“, erzählt Trimmel. Zum einen könne er sich eine erneute Vertragsverlängerung gut vorstellen, andererseits müsse man auch mal aus seinem gewohnten Umfeld ausbrechen, um sich weiterzuentwickeln, hatte der Hobby-Tatöwierer unlängst erklärt. Zuletzt hatte er dies 2014 getan, als er von Rapid Wien zu Union gewechselt war.

Steht nun eine erneute Veränderung für Trimmel an? Zumindest von Seiten des Vereins scheint dies nicht der Fall zu sein. „Ich habe nicht den Eindruck, dass Christopher nicht hier bleiben möchte“, hatte Oliver Ruhnert, Unions Geschäftsführer Profifußball, am Rande der Partie gegen Schalke 04 (0:0) am vergangenen Wochenende erklärt.

Trimmel erlebt bei Union Berlin seine schönste Zeit

Gleichwohl lässt Trimmel wiederholt wissen, dass er bei Union die schönste Zeit seiner Karriere erlebt. „Besonders weil ich mir selbst bewiesen habe, dass ich Bundesliga spielen kann, und das auch regelmäßig. Und weil ich es auch geschafft habe, wieder in der Nationalmannschaft zu spielen“, sagt Trimmel. Womit zumindest ein großes Ziel für diesen Sommer klar ist: die Teilnahme an der Europameisterschaft mit Österreich.

Für Trimmel ist das trotz seiner inzwischen 50 Erstliga-Einsätze (plus 152 Zweitliga-Spiele für Union) keine Selbstverständlichkeit: „Das muss man jetzt abwarten. Ende März gibt es wieder einen Lehrgang. Für mich gilt es, fit zu bleiben und zu spielen. Aber die EM ist schon ein Traum. Und da ich bei den letzten Malen bei der Nationalmannschaft dabei war, wäre das schon schön.“

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