Union Berlin

Union steht nicht nur gegen Wolfsburg ein Kraftakt bevor

Union lebt in der Bundesliga von seinem sehr laufintensiven Spiel. Das kann in dieser Saison noch für einige Schwierigkeiten sorgen.

Robert Andrich (2.v.r.), Mittelfeldspieler von Union Berlin, wird auch gegen Wolfsburg viel Arbeit bekommen.

Robert Andrich (2.v.r.), Mittelfeldspieler von Union Berlin, wird auch gegen Wolfsburg viel Arbeit bekommen.

Foto: Hasan Bratic / picture alliance / Hasan Bratic

Berlin. Die Freude über den gelungenen Start ins Jahr haben die Profis des 1. FC Union ohne Zweifel auch in die Trainingswoche mitgenommen. „Die Stimmung ist gut, wir freuen uns aufs nächste Spiel und auch drüber, wieder zu Hause zu spielen“, sagt etwa Robert Andrich mit Blick auf das kommende Duell gegen den VfL Wolfsburg am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky).

Bereits nach dem Sieg in Bremen (2:0) ließ Christopher Trimmel wissen: „Wir werden immer wieder gut vorbereitet auf die Spiele. In dieser Saison sieht man die harte Arbeit und auch den Willen, den wir haben. Den spürt man im ganzen Kader.“ Unions Kapitän sprach damit zwei Grundbestandteile im Spiel der Köpenicker an: Arbeit und Willen. Elemente, die vor allem körperlich den Spielern sehr viel abverlangen.

Angesichts des Dreierschlages zum Hinrundenfinale gegen Wolfsburg, Bayer Leverkusen (15.1.) und bei RB Leipzig (20.1.), den dann erst folgenden 17 Rückrundenpartien und einer Winterpause, die alles andere als eine solche gewesen ist, wartet auf die Köpenicker ein Kraftakt, der noch einige Schwierigkeiten bereithalten dürfte.

Union Berlin läuft mehr als alle anderen

Trotz der fußballerischen Weiterentwicklung bleibt das Spiel der Mannschaft von Trainer Urs Fischer enorm intensiv. Ein Blick in die Statistik bestätigt: Keine andere Mannschaft in der Fußball-Bundesliga läuft mehr als Union, bereits 1796,9 Kilometer legten die Berliner zurück. Zum Vergleich: Gegner Wolfsburg lief 47,8 Kilometer weniger. „Wir arbeiten auch sehr an unserer Physis, es gibt kaum Spiele, in denen wir weniger laufen als der Gegner“, bestätigt Rechtsverteidiger Trimmel.

Die Gefahr, dass Union dieser Belastung Tribut zollen muss, ist latent, trotz des mit 26 Spielern quantitativ immer noch gut besetzten Kaders. „Ich hoffe es nicht“, sagt Andrich, „natürlich sieht man, dass unser Spiel sehr intensiv ist, aber ich hoffe, dass uns das nicht abhandenkommt.“

Er selbst wird sich gegen Wolfsburg auf einiges an Arbeit einstellen dürfen. Die Niedersachsen, in der vergangenen Saison Siebter, sind „eine sehr kompakte Mannschaft, sehr gut organisiert, sie laufen immer wieder gut an und lassen nicht viel zu“, analysiert Trainer Fischer den Gegner. Und: „Mit dem Ball haben sie höchste Qualität sowie Unterschiedsspieler.“ Jemanden wie Wout Weghorst zum Beispiel, der Stürmer war bereits neun Mal in dieser Saison erfolgreich.

Union Berlin erwartet ein disziplinierter Gegner

Zudem fällt Grischa Prömel wegen seiner fünften Gelben Karte aus. Sebastian Griesbeck ist der wahrscheinlichste Ersatzkandidat. „Ich gehe auch von viel Arbeit aus“, sagt Andrich. Er selbst charakterisiert den VfL als „sehr kompakt, sehr diszipliniert, das wird ein harter Fight, da wird es auch ihm Zentrum viel zur Sache gehen.“ Der defensive Mittelfeldspieler setzt auf den Teamgeist, trotz des personellen Wechsels: „Wir sind gut eingespielt, jeder hat mit jedem jetzt ein bisschen gespielt. Das hat immer gut geklappt. Deshalb ist es für jeden nicht so schwer, sich da wieder reinzufinden.“

Union kommt in diesen Wochen zugute, dass die Mannschaft sich fußballerisch schneller weiterentwickelt, als man vielleicht gedacht hat. „Ich denke, dass uns das vor der Saison nicht allzu viele zugetraut haben“, sagt zum Beispiel Robin Knoche, der am Sonnabend auf seinen Ex-Verein trifft.

„Was ich toll finde, dass sich jeder von der Tabellensituation freimachen kann und sich nur auf den nächsten Gegner konzentriert“, freut sich der Innenverteidiger. In den ersten 14 Saisonspielen „hat das sehr, sehr gut geklappt und ich hoffe, dass das auch so bleibt“.

Union Berlin würde eine Pause guttun

Die Resultate (nur zwei Niederlagen) sprechen für die Köpenicker. Dies schafft auch das Selbstbewusstsein, jenen Willen, von dem Trimmel spricht, auch in den nächsten Spielen auf den Rasen zu bringen. Und er wird nötig sein, denn schon drei Tage nach dem Leipzig-Spiel startet Union beim FC Augsburg (23.1.) in die Rückrunde. Danach geht es im normalen Rhythmus gegen Mönchengladbach (30.1.), in Mainz (6.2.), gegen Schalke (13.2.), in Freiburg (20.2.) und gegen Hoffenheim (28.2.) weiter.

Doch auch Fischer hat erkannt, welcher Belastung seine Spieler ausgesetzt sind. „Ich glaube, den Jungs würde eine Pause guttun“, sagt der Union-Coach, „aber du solltest dir nicht zu viele Gedanken darüber machen, weil die Situation durch Corona eine andere ist. Das ist uns im ersten Spiel sehr gut geglückt.“

Mehr über Union Berlin lesen Sie hier.