Bundesliga

Union Berlin feiert einen Start nach Maß

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Inga Böddeling
Unions Torschütze zum 0:2 Taiwo Awoniyi (r) jubelt mit Marcus Ingvartsen über sein Tor.

Unions Torschütze zum 0:2 Taiwo Awoniyi (r) jubelt mit Marcus Ingvartsen über sein Tor.

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Union Berlin gewinnt im ersten Spiel des Jahres 2:0 bei Werder Bremen. Becker und Awoniyi treffen für die Köpenicker.

Berlin/Bremen. Es war wie ein Eintrag ins Poesiealbum. „Es bringt nichts, in der Vergangenheit zu leben, wir müssen in die Zukunft schauen“, erklärte Taiwo Awoniyi, Stürmer in Diensten des 1. FC Union. Also schüttelte der Fußball-Bundesligist aus Köpenick das Pokal-Aus gegen Paderborn kurz vor Weihnachten ab und fügte seiner Erfolgsstory in der Liga das nächste Kapitel hinzu. Mit 2:0 (2:0) feierte Union am Sonnabend bei Werder Bremen einen Start nach Maß ins neue Jahr.

„Wir freuen uns mega über den Dreier“, jubilierte Robert Andrich, der nach seiner Rot-Sperre auch wieder in der Liga mitmischen durfte. Kapitän Christopher Trimmel befand: „Das war schon ein Stück Arbeit. Aber wir haben einen absoluten Willen, den spürt man im ganzen Kader.“ Dank der Treffer von Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi übernachtet Union mal wieder auf dem vierten Tabellenplatz.

Trainer Fischer verändert Union Berlin auf drei Positionen

Zu verdanken war das auch Trainer Urs Fischer. Der Schweizer hatte seine Mannschaft im Gegensatz zur Pleite gegen Paderborn (2:3) auf drei Positionen verändert. Andreas Luthe löste Loris Karius auf seinem angestammten Platz zwischen den Pfosten ab, Marcus Ingvartsen (nach überstandener Bauchmuskelverletzung) und Florian Hübner ersetzten Keita Endo und Cedric Teuchert.

Mit dem Personal änderte der Coach auch seine taktische Ausrichtung. Und Fischers Plan ging voll auf. Mit Dreierkette und vorgezogenen Außenverteidigern mauerte Union das eigene Tor zu. Für Werder war kaum ein Durchkommen. „Wir haben das heute sehr gut gemacht. Auch in der Organisation, das hat es Bremen schwer gemacht“, erklärte Becker, der gemeinsam mit Sturmspitze Awoniyi in der Offensive wirbelte.

So wie in der 12. Minute, als Union gleich mit dem ersten Torschuss gnadenlose Effizienz bewies. Robin Knoche eröffnete mit einem pfeilschnellen Pass einmal quer durch Werders Mittelfeld das Spiel, Awoniyi nahm den Ball mit, legte ab auf Becker, der ins lange Eck verwandelte. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch.

Prömel fehlt Union Berlin gegen Wolfsburg

Was man vom 2:0 nicht wirklich behaupten kann. Awoniyi ging im Strafraum etwas hektisch zu Werke, traf den Ball deshalb nur mit der Fußspitze. Das Spielgerät trudelte aber trotzdem vorbei an Bremens Keeper Jiri Pavlenka ins Tor (28.) – ein Treffer der Kategorie „Glück gehabt“.

Eine Bremer Reaktion auf den doppelten Rückstand ließ lang auf sich warten. Die Hanseaten wirkten harmlos, mutlos und ideenlos. Erst kurz vor dem Pausenpfiff tauchte Mittelfeldspieler Romano Schmid vor Unions Luthe auf und bugsierte den Ball ins Tor. Weil der Österreicher aber vorher im Abseits stand, zählte der vermeintliche Anschlusstreffer nicht.

Mit dem 2:0-Polster im Rücken legte Union in der zweiten Halbzeit den Schongang ein, stattete dem Bremer Strafraum nur noch hin und wieder einen Besuch ab. Grischa Prömel, der seine fünfte Gelbe Karte kassierte und im Heimspiel gegen Wolfsburg am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr, Alte Försterei) gesperrt ist, versuchte es mit einem Schuss aus 20 Metern (56.). Awoniyi verstolperte den Ball kurz vor der Linie (70.). „In der zweiten Halbzeit kann man es ein wenig cleverer spielen“, monierte Mittelfeldspieler Andrich. „Da kannst du hier schon noch ein drittes oder viertes Tor machen.“

Union Berlin will noch einen Stürmer holen

Die fehlenden Treffer könnte vielleicht schon bald ein neues Gesicht beisteuern. „Wir brauchen noch einen Stürmer, da sind wir dran“, hatte Oliver Ruhnert, Unions Geschäftsführer Profifußball, vor dem Spiel erklärt. „Wir versuchen, möglichst schnell eine Lösung zu finden.“

Grund für die Stürmer-Suche ist der Ausfall von Max Kruse. Der Angreifer hatte sich bei der Derby-Niederlage gegen Hertha BSC (1:3) eine Muskelblessur zugezogen, sollte eigentlich im Laufe des Januars zurückkehren. „Es ist eher realistisch, wenn wir sagen, dass es Mitte bis Ende Februar sein wird“, sagte Ruhnert.

Bis dahin muss Union mit dem bestehenden Kader die Ausfälle von Kruse und seinen Sturm-Kollegen Joel Pohjanpalo und Anthony Ujah auffangen. „Das geht nur über eine geschlossene Mannschaftsleistung“, wusste Trainer Fischer, „und das machen wir im Moment nicht schlecht“.

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