Union Berlin

Union gegen Frankfurt wird zum Treffen der Oldtimer

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Michael Färber
Union Berlin hat durch die Verpflichtungen von Torwart Andreas Luthe (2.v.l.), Robin Knoche (Mitte) und Max Kruse (3.v.r.) enorm an Erfahrung gewonnen.

Union Berlin hat durch die Verpflichtungen von Torwart Andreas Luthe (2.v.l.), Robin Knoche (Mitte) und Max Kruse (3.v.r.) enorm an Erfahrung gewonnen.

Foto: Bernd König via www.imago-images.de / imago images/Bernd König

Mit Union und Frankfurt treffen am Sonnabend die ältesten Teams aufeinander. Gerade die Berliner profitieren von ihrer Erfahrung.

Berlin. Der Spruch ist im Grunde genommen so alt wie der Fußball, ja das Leben selbst. Doch mit dem Alter ist es eben so eine Sache in einer Branche, die gefühlt mehr und mehr dem Jugendwahn verfällt. Der gerade erst 16 Jahre alte Youssoufa Moukoko als jüngster Spieler der Erstliga-Geschichte sei hier genannt, aber auch Mathis Bruns, nur 234 Tage älter als Dortmunds Supertalent und beim Spiel in Köln erstmals im Kader des 1. FC Union.

Dass es jedoch auch anders geht, lässt sich am Duell zwischen Union und Eintracht Frankfurt am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) in der Alten Försterei erkennen. Mit den Köpenickern und den Hessen treffen die beiden ältesten Mannschaft der Liga aufeinander, legt man das durchschnittliche Alter der bislang aufgestellten Spieler zugrunde.

Trainer Urs Fischer hat bislang 24 Profis eingesetzt mit einem Durchschnittsalter von 27,6 Jahren. Sein Gegenüber Adi Hütter setzte bislang auf 22 Spieler, die es jedoch im Durchschnitt auf 28,2 Jahre bringen. Von wegen Jugendwahn, mit einem Augenzwinkern kann man da fast schon von Altherrenfußball sprechen.

Der Plan von Union Berlin geht auf

Die Leistungen, die vor allem Union in den vergangenen sieben ungeschlagenen Spielen gezeigt hat, wollen jedoch gar nicht zu der eher despektierlichen Bezeichnung passen. Im Gegenteil, die Berliner präsentieren sich so gut wie nie in der Klubhistorie, spielerisch deutlich verbessert, kämpferisch gefestigt, vor allem aber erfahren genug, um auch im zweiten Bundesliga-Jahr bestehen zu können.

Erfahrung, die die Mannschaft der Köpenicker nach gerade mal einem Jährchen im Oberhaus von allein natürlich nicht hat mitbringen können. Europa-League-Platz fünf nach acht Spieltagen, vor allem aber 15 Punkte belegen: Der Plan, durch Neuverpflichtungen mehr Erfahrung in den Kader zu holen, hat sich bereits ausgezahlt.

Mit Stürmer Max Kruse (32), Torwart Andreas Luthe (33) und Mittelfeldspieler Sebastian Griesbeck (30) wurden drei Spieler verpflichtet, die die magische Altersgrenze von 30 Jahren inzwischen überschritten haben. Dazu kam mit dem 28 Jahre alten Robin Knoche ein Innenverteidiger, der ebenfalls genug Erfahrung mitbringt.

Union Berlin kassiert nur acht Gegentore

Zusammen mit Mittelfeldmann Christian Gentner (35), der immer noch an der Wade verletzt ist, Rechtsverteidiger und Kapitän Christopher Trimmel (33) sowie Anthony Ujah (30), der nach einem Routineeingriff im Knie im Sommer um sein Comeback kämpft, kann sich Union auf ein Septett berufen, das im Profifußball genug erlebt hat, um auch weiter in der Bundesliga bestehen zu können.

Und wie wertvoll gerade die erst im Sommer geholten Profis für Union sind, konnte man im ersten Saisonviertel bestens beobachten. Kruse ist mit vier Saisontreffern und fünf Torvorlagen Unions bester Scorer, Knoche hat mit 91,5 Prozent die beste Passquote der Berliner.

Und Luthe hat maßgeblichen Anteil daran, dass Union erst acht Gegentore kassiert hat, Nur Leipzig, Wolfsburg (je fünf) und Dortmund (sieben) haben noch weniger. Zudem hat er 70,4 Prozent der Schüsse abgewehrt, die auf sein Tor kamen – und damit eine bessere Quote als Nationaltorwart Manuel Neuer (61,3) vom FC Bayern.

Auf Union Berlin kommt viel Erfahrung zu

Die Eintracht verfügt mit dem Trio David Abraham (34), Makoto Hasebe (36) und Martin Hinteregger (28) über ein gestandenes Abwehrtrio, hinzu kommt mit Stefan Ilsanker (31) ein defensiver Mittelfeldspieler von ähnlichem Format. Das Quartett allein bringt es auf 737 Bundesliga-Spiele und lässt sich folglich nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Und an Mittelstürmer Bas Dost (31) dürfte Union noch unliebsame Erinnerungen haben. Der Niederländer erzielte in der vergangenen Saison den Führungstreffer beim 2:1 der Eintracht in Berlin. In dieser Spielzeit stehen bei ihm auch schon wieder zwei Tore und zwei Vorlagen zu Buche.

Unions Trainer Urs Fischer warnte sein Team nicht umsonst vor einer Mannschaft, „die alles dabei hat, von Routine über Kreativität bis hin zur Körperlichkeit“. Dass diese drei Attribute allerdings auch auf seine, um einige erfahrene Spieler aufgewertete Mannschaft zutreffen, davon hat man sich zuletzt einige Male überzeugen können.

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