Union Berlin

Kruse hält Union auf der Erfolgswelle

Union bleibt im siebten Spiel in Folge ohne Niederlage und feiert mit dem 2:1 in Köln den dritten Sieg in Serie.

Max Kruse (Mitte) erzielt den Siegtreffer für Union Berlin im Nachschuss nach einem vergebenen Elfmeter.

Max Kruse (Mitte) erzielt den Siegtreffer für Union Berlin im Nachschuss nach einem vergebenen Elfmeter.

Foto: Lars Baron / Getty Images

Berlin. Diesen Fauxpas zu erklären, hätte Max Kruse gern vermieden. Dem Offensivmann des 1. FC Union war die Enttäuschung anzusehen, als er nach 16 verwandelten Elfmetern in der Fußball-Bundesliga über den ersten verschossenen reden musste. „Schade, dass ich den Rekord nicht habe“, sagte Kruse. Und ja, es ärgerte ihn, für einen kurzen Moment. Gerade noch kurz genug, um ironisch zu wirken und damit die eigene Befindlichkeit nicht über jene der Mannschaft zu stellen.

Folglich fügte Kruse nach dem 2:1 (1:1) der Berliner beim 1. FC Köln schleunigst hinzu: „Zum Glück ist der zweite Ball reingegangen, da kann ich das verschmerzen.“ Im Nachschuss hatte der 32-Jährige seinen vierten Saisontreffer erzielt, nachdem er vom ominösen Punkt erstmals in der Liga gescheitert war. Und Kruse wäre nicht Kruse, hätte er nicht auch dafür flugs eine Erklärung parat: „Wir haben 15 Punkte, sieben Spiele nicht verloren, darüber sollte nun geschrieben werden. Deswegen habe ich ihn nicht reingemacht.“

Union Berlin baut Vereinsrekord aus

Union bleibt nach dem dritten Sieg in Folge, dem vierten in dieser Spielzeit und einer in der Vereinsgeschichte noch nicht dagewesenen Erfolgsserie auch nach dem achten Spieltag auf Europa-League-Platz fünf. Weil es erneut Kruse gewesen ist, der in einer stark umkämpften Partie zur Stelle war, als er gebraucht wurde, obwohl er im Verlauf der 90 plus vier Minuten nicht derart in Erscheinung getreten war wie zum Beispiel vor zwei Wochen bei Unions Bundesliga-Rekord-5:0 gegen Arminia Bielefeld .

Genau dies zeichnet Führungsspieler aus: Verantwortung zu übernehmen, wenn sie am wichtigsten ist, auch wenn der linke Fuß erstmals nicht vom Elfmeterpunkt funktioniert hat. Der rechte wird es schon richten, so wie in der 72. Minute, als die Parade des Kölner Torwarts Timo Horn wieder direkt vor Kruses Füße fiel und der Stürmer nicht lange fackelte.

Union Berlin muss auf Hübner verzichten

„Es war ein wirklich schwieriges Spiel, Köln stand sehr tief, hat die Räume sehr eng gemacht. Es war für uns nicht ganz so einfach, Lösungen zu finden. Dafür hat es die Mannschaft sehr gut gemacht, weil sie geduldig geblieben ist“, analysierte Trainer Urs Fischer die Partie. Kruse ging sogar noch einen Schritt weiter: „Kampf und Geduld“ waren am Sonntagabend nötig, denn „Köln hat sehr destruktiv gespielt, wollte das Spiel kaputt machen und auf Konter lauern. Aber wir standen sehr sicher. Und wie der Sieg zustande gekommen ist, ist egal.“

Tatsächlich versuchten es die Kölner oft über Manndeckung, um Union in die Schranken zu weisen. Das trotz des 30-Mann-Kaders ersatzgeschwächte Aufgebot der Berliner – sieben Profis fehlten angeschlagen – sollte sein Übriges zum ersten Kölner Sieg der Saison beisteuern.

Dass Christian-Gentner-Ersatz Sebastian Griesbeck nach einem Tritt auf das Sprunggelenk bereits nach einer halben Stunde für den gerade erst wieder genesenen Grischa Prömel Platz machen musste, und Innenverteidiger Florian Hübner auch noch kurzfristig ausgefallen war (für ihn wurde der erst 16 Jahre alte Mathis Bruns nachnominiert), passt ins Bild. Doch die Rechnung der Rheinländer ging nicht auf.

Union Berlin hat Glück in der Nachspielzeit

Weil sich der Sturm-Ersatz für Joel Pohjanpalo (Knöchelbruch) torgefährlicher als bislang präsentierte. Taiwo Awoniyi hatte die fehlende Abstimmung der Kölner Verteidiger Marius Wolf und Rafael Czichos eiskalt ausgenutzt, und nach einem langen Ball von Marvin Friedrich samt Kopfballverlängerung von Marcus Ingvartsen eiskalt zum 1:0 für Union eingeschossen (27.).

Ingvartsen war neben Kruse der zweite Mann des Spiels, denn der Däne war auch an den beiden anderen Toren beteiligt. Beim Kölner Ausgleich ließ er Ellyes Skhiri zu viel Platz für einen Kopfball (36.). Wobei auch festgehalten werden muss, dass der Freistoß, der dem Treffer vorausging, von Wolf gegen Ingvartsen clever herausgeholt wurde.

Und Ingvartsen war es auch, der nach einem schönen Union-Angriff über Kruse und den schnellen Sheraldo Becker im Kölner Strafraum von Salih Özcan klar von den Beinen geholt wurde und so Kruse den Siegtreffer ermöglichte. Dass Elvis Rexhbecaj in der vierten Nachspielminute noch einen Freistoß an den Pfosten des Union-Tores zirkelte, hat ohne Zweifel auch etwas mit dem Glück des Tüchtigen zu tun.

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