Union Berlin

Union-Stürmer Teuchert ist Kruse sehr dankbar

Für Stürmer Teuchert bleibt bei Union nur die Rolle des Jokers. Damit kann sich der 23-Jährige nur schwer zufriedengeben.

Cedric Teuchert (l.), Stürmer von Union Berlin, freut sich über sein erstes Bundesliga-Tor, das Max Kruse vorbereitet hat.

Cedric Teuchert (l.), Stürmer von Union Berlin, freut sich über sein erstes Bundesliga-Tor, das Max Kruse vorbereitet hat.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Berlin. Von der Absage des Testspiels gegen Eintracht Braunschweig ist Cedric Teuchert wenig begeistert. Der 1. FC Union hatte das Duell gegen den Zweitligisten am Donnerstag bestreiten wollen, doch zu viele verletzte und erkrankte Spieler hätten die Austragung der Partie in der Alten Försterei unmöglich gemacht, ließ der Berliner Fußball-Bundesligist am Dienstag wissen.

Teucherts Reaktion ist nachvollziehbar, hätte es für ihn doch bestimmt wieder die Gelegenheit gegeben, sich bei mehr als nur einem Kurzeinsatz auszuzeichnen. Die Testspiele in den Länderspielpausen nutzt Union-Trainer Urs Fischer vorrangig, um jenen Profis Spielzeit zu verschaffen, die im regulären Betrieb nicht so zum Zuge kommen.

Einer dieser Spieler ist Teuchert. „Ich hätte mich aufs Spiel gefreut, aber das wichtigste ist, dass Spieler fit sind, denn es macht keinen Sinn, noch mehr Spieler zu verlieren“, sagt der Offensivmann der Köpenicker. Immerhin: Einen weiteren positiven Corona-Test wie zuletzt bei Marius Bülter, der in häuslicher Quarantäne weilt, hat es laut Klub-Angaben nicht gegeben.

Stürmer von Union Berlin wird bald Vater

Es sind keine leichten Wochen, die Teuchert derzeit erlebt. In Zeiten wieder steigender Infektionen mit dem Coronavirus ist er natürlich auf die Sicherheit seiner Familie bedacht. Teuchert wird Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres Vater, da gilt es, eine Ansteckung seiner schwangeren Frau Lisa Kristin unbedingt zu vermeiden.

Und sportlich kommt er über die Rolle des Jokers nicht hinaus. „Wenn ich mich jetzt mit der Situation zufriedengebe, bin ich fehl am Platz. Ich will nicht erst in der 83. oder 89. Minute eingewechselt werden“, sagt Teuchert. Auch wenn er aus seinem Status das Beste macht, wie die Treffer gegen Hoffenheim und Bielefeld nach seinen Einwechslungen beweisen – Teuchert will mehr.

„Natürlich bin ich einer, der auf den Platz will, der spielen will“, erklärt der 23-Jährige, „aber auf meiner Position habe ich gerade einen vor mir, der der Mannschaft auch sehr hilft.“ Gemeint ist natürlich Max Kruse, der als hängende Spitze genau jene Position auf dem Platz einnimmt, die Teuchert gern für sich hätte.

Bei Union Berlin schafft er sein erstes Bundesliga-Tor

„Ich bin keiner, der Stunk macht, aber ich gebe mich auch nicht damit zufrieden, nur wenig Minuten zu bekommen. Die Signale an die Trainer sind da gewesen, ich hinterlasse momentan einen ganz guten Eindruck“, sagt der Ex-Schalker.

Nur: Kommen diese Signale auch bei Trainer Urs Fischer an? „Ich hoffe, dass er sie hört“, sagt Teuchert, doch er weiß auch: „Wenn man sieht, dass wir sehr souverän spielen, ist es für einen Trainer natürlich auch schwer. Doch ich arbeite sehr viel an mir.“ Insofern ist der Blondschopf froh, überhaupt auf sich aufmerksam machen zu können. Auch wenn es mit Unterstützung seines „Konkurrenten“ in der Offensive geschieht. Kruse hatte in Hoffenheim seinen ersten Bundesliga-Treffer mustergültig vorbereitet.

„Als ich losgelaufen bin, wusste ich, er spielt mir den Pass quer, weil er ein extremer Könner ist. Ich habe mich tausend Mal bei ihm bedankt“, erinnert sich Teuchert an seinen Premierentreffer gegen Hoffenheim: „Ich habe auf Schalke zwei Abseitstore gemacht, von daher bin ich froh, dass ich auch mal ein einfaches Ding bekommen habe. Und ich bin froh, dass ich einen nachgelegt habe. Wenn es so weitergeht, wird man sich bei Union sicher nicht beklagen.“

Union Berlin will sich nicht verstecken

Und natürlich freut er sich über den bisherigen Saisonverlauf, der Union nach sieben Spieltagen mit zwölf Punkten auf Europa-League-Rang fünf gebracht hat. „Es wäre falsch, wenn wir irgendwelche Fantasien aufstellen würden. Aber wir verstecken uns vor niemandem“, sagt Teuchert. Über mehr Einsatzzeit würde sich der Angreifer dennoch nicht beschweren.

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