Union Berlin

Union siegt zum Debüt von Karius

Mit einem 4:1 endete das Freundschaftsspiel der Union gegen Hannover 96. Erstmals stand Loris Karius für die Eisernen im Tor.

Loris Karius (r.), der neue Torwart von Union Berlin, musste gegen Hannover einmal hinter sich greifen.

Loris Karius (r.), der neue Torwart von Union Berlin, musste gegen Hannover einmal hinter sich greifen.

Foto: Tobias Schwarz / AFP

Berlin. Anlässlich der Länderspielpause lud Union Berlin den Zweitligisten Hannover 96 zum Testspiel in die Alte Försterei. In ekligem Nieselregen, nach verspätetem Anstoß – die Hannoveraner hatten im Stau gestanden – und vor 1759 Zuschauern gab es in der Alten Försterei ein 4:1 (1:0) gegen den Zweitligisten.

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen wurde während des Spiels mehrmals deutlich darauf hingewiesen, nicht nur den ausreichenden Platz im Stadion zu nutzen, um die Abstandsregelungen einzuhalten. Auch auf das Tragen des Mundschutzes bei verlasen des Platzes musste mehrfach hingewiesen werden. Die Einhaltung der Hygienevorschriften, die für ein Fußballspiel vor Zuschauern zwingend erforderlich sind, bleibt ein fragiles Unterfangen. Das wurde am frühen Donnerstagabend noch einmal deutlich.

Fischer ist mit Debüt von Karius zufrieden

Unbestritten war hingegen der Einsatz der Köpenicker auf dem Spielfeld. Mit Loris Karius gab Unions neuer Torwart sein erwartetes Debüt, er wurde erst Ende September für ein Jahr vom FC Liverpool ausgeliehen. Besonders viel hatte der Zugang zwischen den Pfosten dabei zunächst nicht zu tun. So richtig gefährlich wurden die Hannoveraner dem Tor der Union nämlich nie und die Abwehr der Berliner stand zumeist gut.

„Er hat einen positiven Eindruck hinterlassen“, sagte Trainer Urs Fischer zum Debüt von Karius, „es war ja auch nicht ganz einfach für ihn, in der ersten Hälfte hatte er nichts zu tun. In der Viertelstunde nach der Pause hatte er ein bisschen mehr zu tun. Es war ein guter Einstand für ihn.“

Union Berlin spielt mit acht Änderungen

Trainer Fischer veränderte sein Team im Vergleich zum höchst erfolgreichen Heimligaspiel gegen Mainz 04 (4:0) am vergangenen Freitag auf acht Positionen gegen den aufstiegshungrigen Zweitligisten Hannover, der zudem noch Rückenwind durch seinen Sieg gegen Braunschweig im Niedersachsen-Derby am letzten Sonnabend (4:1) hatte. Verletzungsbedingt fehlten Christian Gentner, Anthony Ujah und Nico Schlotterbeck. Mannschaftskapitän Christopher Trimmel und Joel Pohjanpulo waren im Länderspieleinsatz für Österreich und Finnland.

Gerade in der ersten Viertelstunde waren es trotzdem die Köpenicker, die dominierend und mit schnellen Bällen auf das gegnerische Tor spielten. Die erste richtige Torchance hatte Taiwo Awoniyi folgerichtig bereits in der fünften Spielminute. Gerade Akaki Gogia versuchte darauf immer wieder im Kombinationsspiel mit Awoniyi die Offensive anzukurbeln.

Nach einer Viertelstunde flachte das Spiel ein wenig ab, spannend wurde es lange nicht in den Strafräumen der beiden Mannschaften. Hannover tat sich besonders schwer, sich in die Nähe des Union-Tores zu spielen. Der teuerste Zugang der Niedersachsen, der Ghanaer Patrick Twumasi, sollte das Testspiel zwar für seinen ersten erfolgreichen 90-Minuten-Einsatz nutzen. Außer einem Eckball in der neunten Minute und einem Freistoß (40.) machte er jedoch in der ersten Hälfte nicht auf sich aufmerksam.

Union Berlin führt nach einem Foulelfmeter

Es wundert daher kaum, dass das 1:0 nach einem Foulelfmeter und nicht aus dem Spiel heraus erfolgte. In der 26. Minute hatte der Hannoveraner Josip Elez im Strafraum Keita Endo gefoult. Den Elfer verwandelte Gogia mit einem frechen Lupfer in die Tormitte.

Nach dem Treffer nahm das Spiel wieder etwas an Fahrt auf, auch die Niedersachsen drängten nun verstärkt in die gegnerische Hälfte. Außer einem Torschuss von Julian Ryerson in der 36. und einem erfolglosen Vorpreschen von Max Kruse eine Minute später blieben jedoch spektakuläre Aktionen aus.

In der zweiten Hälfte kamen die Hannoveraner aggressiver aus der Kabine und erhöhten den Druck auf die Eisernen. Bereits vier Minuten nach Wiederbeginn konnte die ehemalige Union-Leihe Valmir Sulejmani den Ausgleichstreffer für Hannover erzielen. Karius musste sich dabei im kurzen Eck geschlagen geben (49.).

Teuchert mit Doppelpack für Union Berlin

Hannover wurde mutiger, was Karius die Chance gab, sich endlich auszuzeichnen. Den Schuss von Hendrik Weydandt entschärfte er mit einem Klasse-Reflex (62.). Nun war auch der Zeitpunkt gekommen, an dem es Trainer Urs Fischer nicht mehr auf seinem Sitz hielt. „Spielt nach vorne“, rief er seinen Profis lautstark zu. Zweimal.

Prompt fiel auch das 2:1 für Union. Marius Bülter vollendete eine Flanke von Sheraldo Becker (69.), beide waren in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden. Kurz darauf drückte Cedric Teuchert einen Kopfball von Florian Hübner zum 3:1 über die Linie (72.) – und erhöhte gleich darauf auch auf 4:1 (75.).

„Die erste Halbzeit empfand ich als gut, vor allem die ersten 20 Minuten waren wir gut im Spiel, aber nicht effizient. Aber die erste Viertelstunde nach der Halbzeit war nicht gut, dann braucht es auch mal einen Impuls von außen. Und dann hat man gesehen, wenn die Mannschaft sich zutraut, nach vorn zu spielen, dass sie eine gewisse Gefahr entwickeln und sich belohnen kann“, sagte Trainer Fischer.

So spielte Union gegen Hannover:

Karius – Ryerson, Friedrich (46. Knoche), Hübner, Gießelmann – Prömel (71. Maciejewski), Griesbeck (79. Schneider) – Gogia (46. Becker), Kruse (46. Teuchert), Endo (62. Bülter) – Awoniyi.

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