Kommentar

So verspielt Union sein Image

Union hat mit dem Sieg gegen Mainz begonnen, sein Image zu verspielen. Ein klares Signal an die Konkurrenz, meint Michael Färber.

Die Profis von Union Berlin feiern den Sieg gegen Mainz vor nur teilweise besetzten Rängen.

Die Profis von Union Berlin feiern den Sieg gegen Mainz vor nur teilweise besetzten Rängen.

Foto: Maja Hitij / Getty Images

Berlin. Irgendwann musste es ja mal passieren. Union Berlin schießt vier Tore, so viele wie noch nie in einem Bundesliga-Spiel, feiert damit auch den höchsten Sieg im Fußball-Oberhaus. Doch der Auftritt beim 4:0 gegen Mainz hat gezeigt: Mit dem 1. FC Union hat das nichts mehr zu tun.

Mit dem 1. FC Union, den man von früher kennt, wohlgemerkt. Den viele schätzen und auch lieben gelernt haben, weil er vor allem für eines steht: für kämpferischen Fußball, der die Großen gern mal ärgert. Dieses Image jedoch ist Union gerade dabei zu verspielen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Union Berlin wagt mehr Fußball

Die Köpenicker haben gegen Mainz Fußball gespielt, nicht nur Fußball gearbeitet. Gespielt, mit Tempo und in den Offensivaktionen zuweilen mit einer Sicherheit, die man selbst von einem Union-Jahrgang unter Trainer Urs Fischer noch nicht gesehen hat. Die Köpenicker haben mit dem Ende der vergangenen Saison angekündigt, mehr Fußball wagen zu wollen. Gegen Mainz haben sie davon eine erste Kostprobe abgeliefert.

Dass sich Trainer Urs Fisher nun hinstellt und fordert, schön auf dem Boden zu bleiben, kann der Entwicklung der Mannschaft nur guttun. Denn nicht vergessen werden sollte, dass Mainz der richtige Gegner zum richtigen Zeitpunkt gewesen ist.

Union Berlin sendet ein Signal an die Konkurrenz

Gegen eine Mannschaft, die nach Chaostagen mehr mit sich selbst zu tun hat, lassen sich eigene Qualitäten sicher leichter präsentieren. Nur: Man muss sie dann auch erst einmal auf den Rasen bringen. Union hat dies geschafft, dank des Instinktfußballers Max Kruse, des pfeilschnellen Sheraldo Becker oder des zielstrebigen Joel Pohjanpalo. Und zur Freude der Fans.

Alles sicher noch weit entfernt von irgendwelcher Perfektion, aber immerhin doch schon von solcher Güte, die der Konkurrenz zu verstehen gegeben hat: Union zählt zu den klaren Anwärtern, seinen Platz in der Bundesliga erneut zu behalten.

Vor diesem Hintergrund dürften nicht wenige damit leben können, dass Union sein über Jahre gepflegtes Image gerade anfängt zu verspielen.

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