Union Berlin

Awoniyi verfolgt bei Union ein klares Ziel

Union ist für Stürmer Awoniyi bereits die siebte Leihstation. Sie soll ihn endlich seinem großen Traum näher bringen.

Taiwo Awoniyi (l.) sorgt als Stürmer von Union Berlin für Unruhe beim Gegner, hier beim Mönchengladbacher Nico Elvedi.

Taiwo Awoniyi (l.) sorgt als Stürmer von Union Berlin für Unruhe beim Gegner, hier beim Mönchengladbacher Nico Elvedi.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Berlin. Den Traum hat wohl jeder, der von Kindesbeinen an mit dem Fußball unterwegs ist: einmal für die Nationalmannschaft spielen. Natürlich ist das auch bei Taiwo Awoniyi so. „Das ist jedermanns Traum“, sagt der Stürmer des 1. FC Union Berlin. Die Einschränkung, die der Nigerianer in Diensten des Berliner Bundesligisten folgen lässt, offenbart aber auch schon die Schwierigkeit, diesen Wunsch zu erfüllen.

„Nigeria“, gibt Awoniyi zu verstehen, „ist ein wirklich großes Land mit vielen Talenten. Ich muss alles dafür tun, um so viel Spielzeit wie möglich zu bekommen.“ Eben dafür muss der 23-Jährige in seiner noch jungen Karriere die Rolle des Wandervogels einnehmen.

Vor fünf Jahren holte ihn kein Geringerer als der englische Spitzenklub FC Liverpool nach Europa. Für einen 18 Jahre alten Spieler, der sein Talent bei der U17-Weltmeisterschaft bewiesen und als Stammspieler mit vier Toren in sieben Einsätzen maßgeblich zum Titelgewinn beigetragen hatte, musste der Fußball-Himmel voller Geigen hängen.

Union Berlin ist Awoniyis siebte Leihstation

Doch nur wenige Wochen nach der Verpflichtung musste Awoniyi feststellen, dass es kein wirklich schöner Klang war, den er zu hören bekam. Denn bis heute absolvierte er tatsächlich kein einziges Spiel für die „Reds“, nicht in der Premier League, nicht in einem der beiden englischen Pokalwettbewerbe, schon gar nicht in Champions oder Europa League.

Noch heute sagt Awoniyi: „Ich bin dem FC Liverpool dankbar für die Chance, die er mir damals gegeben hat.“ Dafür hat er sich in Nigeria ausbilden lassen, erst in der Football Academy des Bundesstaates Kwara, dann in der Imperial Soccer Academy in Lagos, der größten Stadt des westafrikanischen Landes.

Jetzt freut er sich „über die Chance, die mir Union gibt“. Es ist die siebte Leihstation für Awoniyi nach dem FSV Frankfurt, NEC Nijmegen, Royal Mouscron, KAA Gent, erneut Mouscron und dem FSV Mainz 05, für den er in der vergangenen Saison zwölf Bundesliga-Einsätze (ein Tor) absolvierte – verbunden mit der Hoffnung, dass diese Station ihn wieder ein Stück näher heranbringt an die Premier League, in der er doch so gern spielen möchte. Im Trikot des FC Liverpool, wo er einen Vertrag bis 2023 besitzt.

Stürmer lobt Zusammenhalt bei Union Berlin

An Union ist er bis zum Saisonende ausgeliehen. „Ich fühle mich sehr gut und sehr willkommen im Team“, sagt Awoniyi. Nachvollziehbar, hat man bei den Köpenickern doch den Typ „Sturmspitze“ (Union-Trainer Fischer) bis dahin vermisst im Jahrgang 2020/21.

„Und ich bin froh, dass ich gleich im ersten Spiel beginnen konnte“, erzählt der 1,83 Meter große und stämmige Profi weiter. Beim 1:1 in Mönchengladbach zeigte Awoniyi gleich, wie er seiner neuen Mannschaft helfen kann: mit Robustheit, Einsatzwillen und Zielstrebigkeit, 58 Minuten lang.

Direkt nach Unions Auftaktniederlage gegen Augsburg (1:3) wurde seine Ausleihe bekannt gegeben. Seitdem sind knapp zwei Wochen vergangen. Die Zeit hat für ihn ausgereicht, um zu erkennen, „wie man im Klub zusammensteht, ob Präsident, Trainer, Spieler oder Betreuer. Das ist sehr wichtig für uns.“

Liverpool-Connection bei Union Berlin

Und so ganz braucht Awoniyi auch bei Union nicht auf den FC Liverpool zu verzichten. Schließlich hat Union erst am Montag Torwart Loris Karius für ein Jahr von der Anfield Road an die Alte Försterei geholt. „Er ist ein guter Torwart und wie ich auch ausgeliehen. Aber wir haben nie wirklich zusammengespielt, höchstens mal in der Vorbereitung“, erzählt Awoniyi.

Das wird sich in den kommenden Monaten bei Union sicher ändern, vielleicht sogar schon am Freitag (20.30 Uhr, Alte Försterei) im Heimspiel gegen Mainz 05.

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