Union Berlin

Union hofft auf die Historie

Union träumt in Mönchengladbach vom ersten Punkt der Saison. Dabei setzen die Köpenicker auch auf ihren neuesten Spieler im Kader.

Marius Bülter (r.) von Union Berlin im Duell mit dem Gladbacher Marcus Thuram - so war es beim bislang letzten Aufeinandertreffen Ende Mai.

Marius Bülter (r.) von Union Berlin im Duell mit dem Gladbacher Marcus Thuram - so war es beim bislang letzten Aufeinandertreffen Ende Mai.

Foto: Moritz Mueller/Pool / PA / Mika Volkmann/Moritz Mueller

Berlin. Im Fußball ist man ja gern mal abergläubisch. Warum soll das nicht auch mit Blick auf den 1. FC Union gelten? Also: In der vergangenen Saison startete die Mannschaft von Trainer Urs Fischer mit einer enttäuschenden Niederlage gegen RB Leipzig (0:4) in die Spielzeit – und legte dann mit dem ersten Punkt der Saison durch das 1:1 beim FC Augsburg nach. Unions zweites Erstliga-Jahr begann ebenfalls mit einer Heim-Enttäuschung (1:3 gegen Augsburg). Nun wartet das Auswärtsspiel auf die Köpenicker – also folgt jetzt ein Punktgewinn bei Borussia Mönchengladbach.

Aufmerksame Beobachter werden den Fehler sicher längst bemerkt haben: Im Premierenjahr ging es zunächst gegen einen Champions-League-Teilnehmer und dann gegen eine Mannschaft aus dem Mittelfeld der Liga. Nun ist es umgekehrt. Was die Aufgabe am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) für die Berliner sicher nicht leichter macht.

Union Berlin braucht Mut in Gladbach

Die Gladbacher sind „eine Mannschaft, die kaum Veränderungen im Kader hat, die sich kennt und eingespielt ist“, analysierte Coach Fischer den Gegner. Es werde „ganz wichtig sein, dass wir mutig sind, eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive hinbekommen. Nur verteidigen wird nicht gelingen, nur blind nach vorn laufen auch nicht“, so Fischer weiter.

Es brauche Mut, den Gegner auch immer wieder unter Druck zu setzen. Das ist angesichts der noch fehlenden Selbstverständlichkeit im Abwehrverhalten des Union-Jahrgangs 2020/21 alles andere als eine leichte Aufgabe. Zumal die Offensivqualitäten der Gladbacher, die sich laut Fischer bei ihrem 0:3 zum Start in Dortmund unter Wert verkauft haben, hinlänglich bekannt sind.

„Sie haben eine enorme individuelle Qualität. Jeder kann bei ihnen eine Eins-gegen-Eins-Situation lösen. Überhaupt sucht Gladbach immer spielerische Lösungen, auch wenn sie unter Druck sind“, nannte Fischer die Stärken des kommenden Gegners. Dazu die permanente Vorwärtsbewegung, die enorme Geschwindigkeit, die Direktheit auf dem Weg zum Tor – man könnte den Eindruck bekommen, als sei die Aufgabe im Borussia-Park unlösbar.

Awoniyi ist bereit für Debüt bei Union Berlin

Doch wirklich aussichtslos geht man ja bekanntlich in kein Duell in der Fußball-Bundesliga. Was darauf hoffen lässt, dass Union nach zwei Spieltagen nicht ohne Zähler dasteht? Es ist der neueste Zugang im Kader der Köpenicker: Taiwo Awoniyi. Eine Sturmspitze, die Union gegen Augsburg noch gefehlt hat. Und die in Gladbach ihr Debüt im Union-Trikot feiern könnte.

Vier Einheiten hat der Nigerianer nun mittrainiert. Trainer Fischer hat ihn dabei „positiv erlebt. Er hat sich aus meiner Sicht schnell zurechtgefunden.“ Am vergangenen Sonnabend, wenige Augenblicke nach dem 1:3 zum Saisonstart gegen den FC Augsburg, hatte Union die Einjahresleihe des 23-Jährigen vom FC Liverpool bekanntgegeben.

„Es ist ja logisch, wenn es um Abläufe, Spielprinzipien und Automatismen geht, dass noch nicht alles funktionieren kann. Doch der Eindruck ist sehr positiv“, erklärte Fischer: „Er hat uns den Eindruck gegeben, dass er spielbereit ist und ist schon ein Kandidat für Sonnabend.“

Union Berlin will an den Heimsieg anknüpfen

Awoniyi wird auch jene Szenen vom 1:4 im letzten Aufeinandertreffen beider Teams Ende Mai gesehen haben, die Fischer seinen Profis noch einmal per Videoanalyse vorgespielt hat. Zugleich brachte Fischer aber auch das 2:0 gegen Gladbach aus dem Heimspiel Ende November 2019 noch einmal in Erinnerung.

Am Sonnabend werde „der eine oder andere auf dem Feld stehen, der beim Sieg dabei war. Das kann einem das Gefühl geben, dass nun auch in Gladbach etwas möglich ist“, sagte Fischer. So viel zum Thema Aberglaube.

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