Union Berlin

Union testet vor Publikum, Hertha bereitet sich auf Fans vor

Personalisierte Tickets, feste Plätze und Masken: Union Berlin plant einen Test vor Fans. Auch Hertha BSC rüstet sich für Besucher

Zugang Keita Endo (r.) und die übrigen Profis von Union Berlin sollen demnächst vor Zuschauern auflaufen.

Zugang Keita Endo (r.) und die übrigen Profis von Union Berlin sollen demnächst vor Zuschauern auflaufen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Der 1. FC Union will bei seiner Generalprobe vor dem Pflichtspielstart erstmals wieder vor Publikum spielen. Wie der Fußball-Bundesligist am Freitag mitteilte, soll der Test gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg am 5. September (17.30 Uhr) in der Alten Försterei vor 5000 Zuschauern stattfinden. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erst am Donnerstag beschlossen hatten, der Profisport solle bis mindestens Ende Oktober ohne Besucher stattfinden? Scheint die Köpenicker nicht weiter zu stören.

Zugegeben: Ein Jubiläumsspiel hat eigentlich Publikum verdient, und tatsächlich handelt es sich beim besagten Duell gegen die Franken um eine besondere Paarung. Anlässlich des 100-jährigen Stadionjubiläums hat Union mit Nürnberg jenen Verein eingeladen, der am 7. August 1920 zum offiziellen Einweihungsspiel in Köpenick gastierte. Ein feierlicher Anlass, der nach Ansicht der Klub-Verantwortlichen trotz steigender Corona-Infektionen angemessen zelebriert werden muss – also mit Fans.

Union Berlin verlost Tickets an Mitglieder

Tatsächlich sind die unterschiedlichen Pläne aus Politik und Profisport theoretisch vereinbar, nämlich durch eine lokale Senatsverordnung. In Berlin ist ab dem 1. September die Durchführung von Großveranstaltungen unter freiem Himmel mit maximal 5000 Besuchern gestattet – allerdings nur, wenn das Hygienekonzept des Veranstalters vom lokalen Gesundheitsamt abgesegnet wurde. Eine Regelung, die ursprünglich bis zum 24. Oktober galt und gerade erst bis zum 31. Dezember verlängert wurde.

In der Praxis will Union die Tickets per Losverfahren unter seinen Mitgliedern verteilen. Pro Mitglied kann online bis Sonntag (24 Uhr) ein kostenfreies Los erstanden werden. Die Eintrittskarten werden personalisiert, wodurch die infektionsschutzrechtliche Kontaktverfolgung gewährleistet wird. Stadionbesucher müssen neben dem Mitgliedsausweis ein gültiges Ausweisdokument vorweisen und eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Jeder Zuschauer muss den ihm zugewiesenen Platz einnehmen.

Auch Hertha BSC könnte von Senatsverordnung profitieren

Überraschend kommt Unions Vorstoß nicht, schließlich macht sich der Klub schon seit Längerem für eine baldige Öffnung der Stadiontore stark. Das unlängst vorgestellte Konzept, das präventive Coronatests und ein volles Stadion vorsah, fand in der Politik jedoch keinen Anklang. Trotzdem wolle man „nicht tatenlos abwarten, sondern aktiv dazu beizutragen, das gesellschaftliche Leben wieder zu ermöglichen“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler.

Stadtrivale Hertha BSC rüstet sich ebenfalls für mögliche Spiele vor Publikum, schließlich gilt die besagte Senatsverordnung auch in Westend. Nach einer ausführlichen Ortsbegehung am Olympiastadion mit Vertretern des Gesundheitsamts sowie externen Experten hat der Bundesligist Hygienekonzepte für 5000 bis 50.000 Besucher beim Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf eingereicht.

„Im Moment gehen wir davon aus, dass bis Jahresende mit 5000 Teilnehmern geplant werden kann“, sagte Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller. Aufschluss erhoffen sie sich bei Hertha auch von der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am kommenden Donnerstag, auf der sich die 36 Klubs aus Bundesliga und Zweiter Liga abstimmen wollen.

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