Kommentar

Unions Klassenerhalt ist ein Lehrstück für die Bundesliga

Unions Klassenerhalt in der Bundesliga ist keine Sensation, sondern folgt einer kontinuierlichen Entwicklung, meint Michael Färber.

Coach Urs Fischer (2.v.l.) feiert mit seinem Trainerteam den Klassenerhalt mit Union Berlin.

Coach Urs Fischer (2.v.l.) feiert mit seinem Trainerteam den Klassenerhalt mit Union Berlin.

Foto: Pool / Kay Nietfeld/Pool via Getty Images

Berlin. Der 1. FC Union bleibt der Fußball-Bundesliga also erhalten. Alle rund um die Alte Försterei hatten sich dies erhofft, ein Großteil hat sicher auch immer daran geglaubt. Nur erwarten durfte man den Klassenerhalt nicht. Dies liegt jedoch ausschließlich darin begründet, dass sich der Ausgang eines Sportereignisses grundsätzlich nicht vorhersagen lässt.

Unions Klassenerhalt ist mitnichten eine Sensation, sondern er ist das Ergebnis eines Plans, den die entscheidenden Personen bei den Köpenickern entworfen haben. Trainer Urs Fischer und Oliver Ruhnert, der Geschäftsführer Profifußball, dürfen sich angesprochen fühlen.

Es war ein Moment an einem frühen Freitagabend Anfang Juli 2019, der deutlich machte, dass Union mehr sein will als nur eine Eintagsfliege in der Bundesliga, als ein Debütant im Oberhaus, den man schnell wieder vergisst. An jenem Tag bestand Neven Subotic den Medizincheck, und Christian Gentner wurde verpflichtet.

Union Berlin lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Allein mit diesen beiden Bundesliga-Haudegen holte sich Union derart viel Erfahrung ins Team, dass ein zweites Jahr im Oberhaus schon vor Unions allererster Bundesliga-Minute mehr war als nur ein Hirngespinst oder eine Fantasterei. In ihrem Schatten reiften Spieler wie Robert Andrich, Keven Schlotterbeck oder Marius Bülter schnell zu Bundesliga-Spielern.

Gerade Gentner folgte mit seiner Ruhe auf und neben dem Platz der Maxime, die bei Union mit dem Engagement von Coach Fischer Schritt für Schritt etabliert wurde. Besonnenheit, kontinuierliche Entwicklung und Zusammenhalt sind die Schlagworte, die auch durch Störfeuer – entzündet durch Diskussionen um Spielerabgänge und um den Gehaltsverzicht (Polter), Corona-Pausen und sportliche Negativserien – kaum Schaden genommen haben.

Insofern ist diese Saison das Ergebnis einer Entwicklung, die Union vor zwei Jahren mit einfacheren Klubstrukturen, der Beförderung von Oliver Ruhnert vom Chefscout zum Kaderplaner und der Verpflichtung Fischers eingeleitet hat. Dem Schweizer gelang es auch in der Bundesliga, sein Team auf die nächste Stufe zu bringen. Diese Entwicklung ist ohne Zweifel ein Lehrstück für die Bundesliga.

Union Berlin ist ein Gewinn für die Hauptstadt

Ein Bundesligist Union ist auch immer ein Gewinn für Berlin, wegen des Derbys gegen Hertha und der Aufmerksamkeit für die Hauptstadt. Die Köpenicker haben das in den vergangenen Monaten eindrucksvoll bewiesen.

Zusammen mit Klubchef Dirk Zingler sind Fischer und Ruhnert aufgefordert, alles daran zu setzen, dass dies auch in der kommenden Saison so bleibt.

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