Bundesliga

Schalke-Sieg soll bei Union Blockaden lösen

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Inga Böddeling
Union Berlins Trainer Urs Fischer will mit seiner Mannschaft die Sensation Klassenerhalt schaffen.

Union Berlins Trainer Urs Fischer will mit seiner Mannschaft die Sensation Klassenerhalt schaffen.

Foto: Pool / Martin Meisner/Pool via Getty Images

Union Berlin muss gegen Schalke punkten, um sich vor dem Saisonendspurt in eine aussichtsreiche Position zu bringen.

Berlin. Urs Fischer ist kein Freund von Corona-Tabellen. „Für mich ist es das Duell 10. gegen 14.“, sagte der Trainer des 1. FC Union am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 am Sonntag (15.30 Uhr, Alte Försterei). Schaut man sich aber nur die Ergebnisse nach dem Re-Start der Fußball-Bundesliga an, rangieren sowohl seine Mannschaft als auch die von David Wagner am unteren Ende des Tableaus.

Union wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg, Schalke hat diese Glücklos-Serie mittlerweile auf elf Partien ausgebaut. Es ist also mehr als offensichtlich, dass der Aufsteiger aus Köpenick am Sonntag krisengebeutelte Gelsenkirchener empfängt, die ihren Abwärtstrend mindestens genauso gern stoppen würden, wie die Berliner selbst. „Gerade nach sechs Spielen ohne Sieg würde uns ein Sieg gut tun“, weiß Trainer Fischer. „Aber den werden wir nicht geschenkt bekommen. Da bin ich mir ganz sicher.“

Sicher ist auch, dass der Abstiegskampf noch konkreter wird, wenn Union gegen Schalke nicht punktet. Im schlechtesten Fall könnte der Relegationsplatz nach diesem Spieltag nur noch ein Pünktchen entfernt sein. Das Spiel gegen Schalke ist also ein guter Zeitpunkt, um – am besten sogar dreifach – zu punkten. Zum einen weil Union auf einen Gegner trifft, der gerade mit einem extrem angeknacksten Selbstbewusstsein unterwegs ist.

Union Berlin sollte Showdown gegen Düsseldorf verhindern

Mit großen Ambitionen gestartet, wandert der Blick im Ruhrgebiet mittlerweile eher Richtung Abstiegszone als zu den Europapokal-Plätzen. Ein Umstand, den Union für sich nutzen muss. Das weiß auch Fischer. „Alle Aktionen, die dir Selbstvertrauen geben, können dir helfen“, sagt der Schweizer über die Anforderungen an seine eigene Mannschaft. „Und es ist natürlich an uns, dieses Selbstvertrauen beim Gegner nicht aufkommen zu lassen. Wir müssen also eine gute Leistung abrufen, um nicht die Lust bei Schalke zu wecken, gut Fußball zu spielen.“

Ein Sieg gegen Schalke könnte nicht nur psychologische Blockaden lösen, die sich nach dem schwachen Re-Start eingeschlichen haben. Drei Punkte wären zudem eine gute Ausgangsposition, um es nicht auf einen finalen Showdown mit Fortuna Düsseldorf ankommen zu lassen. Die Rheinländer rangieren gerade auf dem Relegationsrang – und treten am 34. und letzten Spieltag noch in der Alten Försterei an. Es gilt also, sich Düsseldorf vom Hals zu halten.

Außenverteidiger Lenz muss wohl verletzt zuschauen

Die Voraussetzungen dafür sind gar nicht so schlecht, wenn man einen Blick auf das Restprogramm der beiden Klubs wirft. Union muss nach dem Schalke-Spiel auswärts in Köln ran, empfängt danach Schlusslicht Paderborn, dann folgt die Auswärtspartie in Hoffenheim und letztlich das Duell mit Düsseldorf. Ein vergleichsweise angenehmer Fahrplan.

Die Fortuna bekommt es nach dem Duell mit Hoffenheim an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) mit gleich zwei Liga-Schwergewichten zu tun. Erst kommt Borussia Dortmund, dann geht es für Uwe Röslers Düsseldorfer nach Leipzig. Vor dem letzten Spieltag gegen Union wartet dann noch die Partie gegen ebenfalls abstiegsbedrohte Augsburger.

Union ist nun an dem Punkt angekommen, mit dem der Klub seit Saisonstart gerechnet hat: Abstiegskampf. „Wir wussten von Beginn weg, wo wir hingehören, mit was wir uns beschäftigen müssen“, sagt Trainer Fischer, der gegen Schalke wohl auf seinen angeschlagenen Linksverteidiger Christopher Lenz verzichten muss. Klar ist aber auch: „Wir können eine Sensation schaffen, indem wir die Liga halten.“ Und dafür ist es sowieso entscheidend, wer am Ende der gesamten Saison über dem Strich steht.

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